Birgit Kömpel kämpfte beim Landesparteitag am Wochenende in Offenbach um einen besseren Listenplatz.
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Birgit Kömpel kämpfte beim Landesparteitag am Wochenende in Offenbach um einen besseren Listenplatz.

„Es ist noch alles drin“

Nur Platz 16 auf der SPD-Landesliste: Birgit Kömpel gibt Hoffnung nicht auf

  • Volker Nies
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Der Landesparteitag war ernüchternd für die SPD-Bundestagskandidatin Birgit Kömpel (53): Mit Listenplatz 16 hat sie bei den derzeitigen Umfragen wohl kaum Chancen, ein Mandat zu holen. „Wir gehen trotzdem voller Elan in den Wahlkampf“, verspricht sie.

Offenbach/Fulda - Platz 16 für Birgit Kömpel, SPD-Kandidatin im Bundestagswahlkreis Fulda-Lauterbach. Mit diesem Vorschlag ging der SPD-Landesvorstand am Wochenende in den Parteitag in Offenbach. Kömpel versuchte, einen besseren Platz zu bekommen. Sie kandidierte für Platz 8 und trat in einer Kampfkandidatur gegen die amtierende Bundestagsabgeordnete und Juristin Esther Dilcher (55) aus Hofgeismar an. „Diese Kandidatur und den Versuch, einen besseren Listenplatz zu bekommen, war ich der Region schuldig. Der Vogelsberg ist bei der SPD ja derzeit weder im Bundestag noch im Landtag vertreten“, sagte Kömpel am Montag unserer Zeitung. Doch die Delegierten wollten nicht Kömpel, sondern Dilcher auf dem aussichtsreichen Platz 8 sehen. Kömpel unterlag deutlich mit 74 zu 225 Stimmen.

Die Büchenbergerin wurde dann auf Listenplatz 16 aufgestellt – dem zweiten Platz für eine Frau aus dem SPD-Bezirk Nordhessen auf der Landesliste. Innerhalb dieser Liste gilt ein doppelter Proporz nach Mann/Frau und nach Nord-/Südhessen. Der Parteibezirk Südhessen hat doppelt so viele SPD-Mitglieder wie die Nordhessen. (Lesen Sie hier: Birgit Kömpel mit klarer Mehrheit als Direktkandidatin für die SPD nominiert)

Fulda: SPD-Bundestagskandidatin Birgit Kömpel nur auf Platz 16 der Landesliste

In ihrer Rede, mit der sich Kömpel um den besseren Listenplatz bewarb, verwies sie darauf, wie schwer es die SPD in Osthessen habe. „Wenn du Soze in Fulda bist, dann brauchst du Rückgrat. Dann engagierst du dich gegen jeden Widerstand, egal, ob von der Presse oder von der Öffentlichkeit, oder egal von was. Aber wir sind alle stolz, die rote Fahne hoch zu halten“, rief sie aus.

Vor vier Jahren stand Kömpel auf Platz 10 – und verfehlte den Einzug in den Bundestag knapp. 2000 Stimmen mehr für die hessische SPD hätten sie nach Berlin gebracht. „Als damals amtierende Bundestagsabgeordnete hatte ich einen besseren Platz. Aber vor acht Jahren stand ich lediglich auf Platz 14 und bin dennoch Abgeordnete geworden. Damals zog sogar Listenplatz 15 ein.“ Die SPD hatte damals allerdings 25,7 Prozent geholt. Heute sind es in Umfragen rund zehn Prozentpunkte weniger. Zudem verpassten FDP und AfD 2013 den Einzug in den Bundestag knapp.

„Es herrscht eine politische Stimmung, da ist alles noch drin. Die Werte für unseren Kanzlerkandidaten Olaf Scholz sind gut. Wir müssen sehen, dass wir alle überzeugen, die einen Kanzler Scholz wollen“, sagt Kömpel. Es sei diesmal unklar, ob die Linke die Fünfprozenthürde schaffe und wie viele Überhang- und Ausgleichsmandate es gebe. „Ich habe oft erlebt, dass es am Ende anders kommt, als man denkt. Für mich ist der Landesparteitag ein Ansporn: Jetzt erst recht wollen wir einen guten Wahlkampf machen, jetzt geben wir noch mehr Gas.“

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