Der Sportplatz der Heinrich-von-Bibra-Schule.
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Der Sportplatz, den die Heinrich-von-Bibra-Schule nutzt, ist keine Schönheit. Um auf der Fläche Wohnbebauung zu ermöglichen, soll er auf das Schulgelände auf der anderen Seite der Straße verlegt werden.

Für niedrige und mittlere Einkommen

Sportplatz der Bibra-Schule muss weichen: Stadt Fulda plant Bebauung des Areals

  • Sabrina Mehler
    VonSabrina Mehler
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Der Sportplatz der Heinrich-von-Bibra-Schule an der Buseckstraße soll auf das Schulgelände verlegt werden. Die frei werdende Fläche könnte dann für eine Wohnbebauung genutzt werden. 

Fulda - Der Sportplatz ist derzeit durch die Buseckstraße von der Schule getrennt. Die Fläche weist erhebliche Mängel auf und müsste dringend saniert werden. Doch die Stadt Fulda hat anderes im Sinn: Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass der Sportplatz auch auf dem Schulgelände untergebracht werden könnte.

Die Verlegung auf die andere Seite der Straße hätte mehrere Vorteile, machte Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) während der Sitzung des Bauausschusses deutlich: Zum einen könnten die Schüler und Schülerinnen den Sportplatz gefahrloser erreichen, und zum anderen könnte die freiwerdende Fläche, die sich im Eigentum der Stadt befindet, bebaut werden. Insbesondere soll Wohnraum für Menschen mit niedrigen bis mittleren Einkommen entstehen. Über die Vergabekriterien könnte künftig Einfluss auf das Mietpreisniveau genommen werden, heißt es in der Beschlussvorlage für die Stadtverordneten.

Sportplatz der Bibra-Schule muss weichen: Stadt Fulda plant Bebauung des Areals

Für die Umnutzung der Flächen ist die Aufstellung eines Bebauungsplans notwendig. In diesem Zug sollen die Edelzeller Straße sowie die Verlängerung der Willy-Brandt-Straße mit Anbindung an die Edelzeller Straße als Verkehrsflächen gesichert werden. Ein Teil der Straße war in den 1980er Jahren an die Firma Mehler verkauft worden. „Diese hätten wir nun gerne wieder“, so der Stadtbaurat.

Besonderes Augenmerk soll dabei im Sinne der „doppelten Innenentwicklung“ auf die Qualität der verbleibenden Freiflächen gelegt werden. Ziel ist es, Flächen baulich sinnvoll zu nutzen und gleichzeitig urbanes Grün zu entwickeln und aufzuwerten.

Angestrebt wird, das neue Quartier und die umliegende Nachbarschaft in das Landes-Förderprogramm „Nachhaltiges Wohnumfeld“ aufzunehmen. Aus diesem Grund sollen auch die Flächen der Heinrich-von-Bibra-Schule, der angrenzenden Musikschule und der Kindertagesstätte im Bebauungsplan berücksichtigt werden.

(Lesen Sie hier: Wie der Kreis Fulda die Ortskerne in der Region stärken will)

Kritik von Anwohner zum Plan der Stadt Fulda

Die Verlegung des Sportplatzes sei mit der Schule abgestimmt worden, erklärte Schreiner. Er sehe das Vorhaben als eine „Chance für Verbesserung und Attraktivierung“. Auf Nachfrage von Ute Riebold von der Fraktion Die Linke. Die Partei unterstrich er, dass etwa am Schulgarten oder dem Basketballfeld auf dem Schulareal nichts verändert werden solle. Dort seien aber noch Flächen vorhanden, die nicht genutzt würden. Sowohl Markus Günther (CDU) als auch Dr. Thomas Bobke (SPD) wiesen auf die Möglichkeit hin, dass an der Buseckstraße eine dringend nötige innerstädtische Bebauung entstehen könnte. Die Aufstellung des Bebauungsplans wurde im Bauausschuss bei einer Gegenstimme mehrheitlich beschlossen.

Schon im vergangenen Jahr hatten Anwohner des Sportplatzes gegenüber unserer Zeitung befürchtet, dass die Fläche bebaut wird. Dadurch falle Kindern, Jugendlichen und Anwohnern wertvoller Erholungsraum weg, kritisierten sie. Noch gibt es zwar keine konkreten Pläne, die ersten rechtlichen Schritte dafür werden nun aber eingeleitet. Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens wird die Öffentlichkeit beteiligt.

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