Laternen bei einem Umzug
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2021 können trotz Corona wieder Laternenumzüge zu St. Martin stattfinden - trotzdem gibt es reihenweise Absagen (Archivbild).

Viele Bräuche

St. Martin trotz Corona: Besonderer Laternenumzug durch die Fuldaer Innenstadt

Heute, am 11. November, ist Martinstag: Vielerorts wird an den heiligen Martin erinnert. Wegen Corona wird jedoch anders gefeiert als in früheren Jahren.

Fulda - Das Bistum Fulda feiert St. Martin - aufgrund der aktuellen Corona-Situation aber unter besonderen Bedingungen und teils mit Alternativen zum klassischen Martinsumzug.

Die Innenstadtpfarrei St. Simplicius, Faustinus und Beatrix in Fulda lädt die Menschen dazu ein, am Abend des 11. November ab 17 Uhr Laternen oder Kerzen in die Fenster zu stellen. Die Familien laufen dann mit ihren Laternen durch die Stadt und machen bei Haushalten mit Kerze im Fenster halt, um ein Martinslied zu singen oder einfach ein Lächeln zu teilen. Um 17 Uhr, 17.30 Uhr und 18 Uhr gibt es zudem die Möglichkeit, in der offenen Stadtpfarrkirche gemeinsam Martinslieder zu singen.

Fulda: Besonderer Laternenumzug zu St. Martin

Eine besondere Martinsaktion hat zudem die Kindertagesstätte St. Marien in Volkmarsen auf die Beine gestellt: Die Kinder bemalen Stoffbeutel und verkaufen diese vor einem Supermarkt für einen guten Zweck: Das Geld kommt einer katholischen Kindertagesstätte im Ahrtal zugute, die während der Flut im Sommer von den Wassermassen komplett zerstörte wurde.

Viele Kitas in der Region setzen auf besondere Konzepte, um den Martinstag trotz Corona-Pandemie zu feiern. So finden die Umzüge mancherorts an mehreren Tagen statt, um die Zahl der Teilnehmer zu reduzieren.

Zum Martinstag: Am 11. November gedenken die katholischen Christen in aller Welt des heiligen Martin. Die nach ihm benannten Umzüge erinnern an die Legende, nach der der spätere Bischof von Tours noch als römischer Soldat seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte.

Martin wurde 316/317 in der im heutigen Ungarn gelegenen Stadt Sabrina geboren. Der Sohn eines römischen Tribuns trat auf Wunsch seines Vaters in die römische Armee ein. Nach seiner Bekehrung zum christlichen Glauben ließ Martin sich im Alter von 18 Jahren taufen, quittierte seinen Militärdienst und wurde zunächst Missionar und Einsiedler.

Um 360 gründete er in der Nähe von Poitiers im heutigen Frankreich ein Kloster. Seit 371 war er Bischof von Tours, wo er am 8. November 397 starb. Sein Gedenktag wurde der Tag seiner Beisetzung am 11. November. König Chlodwig (481-511) erhob ihn zum fränkischen Nationalheiligen. Das Grab dieses Patrons der Schneider, Bettler, Geächteten und Kriegsdienstverweigerer in der Kathedrale zu Tours ist bis auf den heutigen Tag eine bedeutende Wallfahrtsstätte.

St. Martin: Mit dem Heiligen sind viele Bräuche verbunden

Mit dem Namensfest des Heiligen sind viele Bräuche verbunden. So ziehen zum Beispiel Kinder mit häufig selbstgebastelten Laternen zu einem Martinsfeuer. Sie werden dabei oft von einem Reiter mit römischem Helm und Mantel begleitet, der an den Soldaten Martin und seine gute Tat erinnern soll. Kinder singen Martinslieder, um etwa einen „Weckmann“, einen „Stutenkerl“ oder auch eine „Martinsgans“ aus Gebäck zu erhalten. Dieser Brauch geht auf den Beginn der früher üblichen sechswöchigen vorweihnachtlichen Fastenzeit zurück.

Die oft am 11. November verzehrte Martinsgans erinnert an die Legende, nach der sich der Heilige in einem Gänsestall versteckte, um seiner Wahl zum Bischof zu entgehen – die schnatternden Tiere verrieten ihn jedoch. Andere Martinsbräuche wie Feuer und Fackelzug sind nichtchristlichen Ursprungs, berichtet das Bistum in einer Pressenotiz. (zen)

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