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Als Zwischenlösung: Das plant die Stadt Fulda mit der Kerber-Immobilie

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Von: Sabrina Mehler

Die Stadt Fulda und die Noch-Eigentümer der Kerber-Immobilie sind sich jetzt einig geworden.
Bis 2024 bestehen in dem ehemaligen Kaufhaus noch Mietverhältnisse. Zudem ist noch unklar, was auf dem Areal langfristig entstehen soll.  © Charlie Rolff

Ende vergangenen Jahres wurde der Kaufvertrag mit der Kerber-Familie abgeschlossen, seitdem ist die Stadt Fulda Eigentümerin eines Filetstück-Areals. Bis klar ist, was mit der Immobilie langfristig geschehen soll, wird eine Interimsnutzung angepeilt.

Fulda - Die Stadt Fulda nennt nach einem Jahr lang währenden Verhandlungen nun ein rund 7000 Quadratmeter großes Areal ihr eigen – mitsamt einem ehemaligen Kaufhaus-Gebäude sowie dem City-Parkhaus, das vom Berliner Unternehmen Contipark betrieben wird. Auch sonst steht die Immobilie nicht ganz leer: Unter anderem sind ein Teeladen, eine Boutique und ein Augenoptiker hier nach wie vor ansässig.

Die Mietverträge laufen bis zum Jahr 2024, erklärt Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos). Das bedeutet: Bis dahin wird sich auf dem Areal wohl erst einmal eher wenig verändern – zumal es ohnehin bislang keine konkreten Pläne für die künftige Nutzung gibt.

Fulda: Das plant die Stadt mit der Kerber-Immobilie als Zwischenlösung

Allerdings stehen die Konzepte für eine Zwischennutzung. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) hatte bereits vor einiger Zeit auf die Möglichkeit hingewiesen, hier ein Impfzentrum oder Pop-Up-Büros für junge Startups einzurichten. Das soll nun im März geschehen, berichtet Petra Hohmann-Balzer auf Anfrage.

Sie leitet gemeinsam mit Jürgen Fehl die neu gegründete Entwicklungsgesellschaft, die sich mit der Zukunft der Immobilie und des Areals beschäftigt und die weiteren Pläne im Sinne der Stadt und nach den Beschlüssen der städtischen Gremien koordiniert.

„Aktuell rechnen wir mit einer Überbrückungszeit von circa drei Jahren, bis es zur Umsetzung von dauerhaften Maßnahmen kommt. Diese Zeit wollen wir nutzen, um unterschiedliche Ideen und Nutzungskonzepte zu erproben und möglichst viele lokale Akteure mit ins Boot zu holen“, erklärt Hohmann-Balzer.

Verschiedene Möglichkeiten zur Zwischenverwendung werden zurzeit geprüft. Voraussichtlich Mitte März wird ein Test- und Impfzentrum des DRK Fulda seine Arbeit im Erdgeschoss des Gebäudes aufnehmen. Der Zugang soll barrierefrei über den Seiteneingang in der Rabanusstraße erfolgen.

„Stadtlabor“ in Kerber-Immobilie: So soll die Fläche genutzt werden

Für Ende März ist laut Hohmann-Balzer eine größere Tagesveranstaltung auf der restlichen Fläche im Erdgeschoss in Planung, mit der das Gebäude – zumindest für einen Tag – wieder für die Fuldaer Bürgerinnen und Bürger „begeh- und erlebbar“ gemacht werden soll.

„Des Weiteren planen wir, im Rahmen eines ,Stadtlabors‘ vor allem regionalen Unternehmen und Startups Raum und Gelegenheit zu geben, sich und ihre Geschäftsideen auf den früheren Verkaufsflächen auszuprobieren.“ Im ehemaligen Verwaltungstrakt könne sich die Entwicklungsgesellschaft Projekt-Arbeitsräume und sogenannte Coworking-Spaces vorstellen, also zeitlich flexibel belegbare Arbeitsplätze, die sich mehrere Menschen teilen.

Kerber-Immobilie in Fulda: Umbauarbeiten sind nicht nötig

Umbauarbeiten in dem seit rund 16 Monaten leerstehenden Gebäude sind nicht nötig: „Dank der Bemühungen der Familie Kerber ist das Areal noch in einem gut erhaltenen Zustand, sodass große Maßnahmen für den Start zunächst nicht geplant sind“, erklärt Hohmann-Balzer.

Langfristig sollen über ein Wettbewerbsverfahren städtebauliche und architektonische Lösungsansätze und Nutzungskonzepte für die Zukunft erarbeitet werden. Die Fuldaer Bürgerinnen und Bürger wurden bei der Ideenfindung bereits während der „Zukunftswerkstatt“ eingebunden. Die Ideen waren vielfältig und reichten von einer Markthalle über ein Generationen-Haus bis hin zu einer Cocktailbar auf dem Dach.

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