Insgesamt sind in diesem Jahr Maßnahmen in Höhe von 121 Millionen Euro geplant.
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Insgesamt sind in diesem Jahr Maßnahmen in Höhe von 121 Millionen Euro geplant.

Geld für das Klinikum

Schulen, Sport und Kitas: Stadt Fulda will in diesem Jahr 121 Millionen Euro investieren - trotz Corona

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie, die Fulda erhebliche Einbrüche bei den Steuereinnahmen beschert, legt die Stadt beim Investieren kaum eine Pause ein: Insgesamt sind in diesem Jahr Maßnahmen in Höhe von 121 Millionen Euro geplant. 

Fulda - Beim allerersten Blick auf die nackten Zahlen, die im Haushaltsplan fürs aktuelle Jahr stehen, kann man schon mal ins Schwitzen geraten: Die Stadt Fulda schätzt den Fehlbetrag auf satte 13,5 Millionen Euro - „absolutes Neuland für Fulda“, wie Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) in seiner Haushaltsrede bestätigte.

Grund für die Zahlen sind unter anderem erheblich weniger Erträge: Der Gewerbesteueransatz beläuft sich lediglich auf 35 Millionen Euro, das sind 15 Millionen Euro weniger als im vergangenen Jahr. Bei solchen Summen empfiehlt es sich, den Blick schnell auf die Rücklagen zu lenken. Denn da steht eine Summe von rund 200 Millionen Euro. „Dank der soliden Haushaltsführung der vergangenen Jahre erfolgt die Finanzierung der Investitionen mit vorhandenen liquiden Mitteln und erwarteten Einnahmen zur Investitionsfinanzierung wie Zuschüssen aus Förderprogrammen“, erklärt Wingenfeld.

Fulda: Stadt plant in diesem Jahr Investitionen in Höhe von 121 Millionen Euro

Bei den Investitionen seien an erster Stelle die Maßnahmen im Schulbereich zu nennen: „Der Bereich der Bildung und Kinderbetreuung ist aus meiner Sicht von ganz elementarer Bedeutung.“ Dazu gehörten auch die IT-Investitionen für Verwaltung und Schulen, um für eine bestmögliche Ausstattung und die weitere Umsetzung der Digitalisierung zu sorgen.

Ein großer Brocken imInvestitionsprogramm ist weiterhin der Bau des Automatisierungszentrums an der Ferdinand-Braun-Schule, das zum neuen Schuljahr fertig sein soll. Modernste Technik in den Metall-, Elektro- und Kfz-Werkstätten soll die Schüler und Schülerinnen auf die Industrie 4.0 vorbereiten. Das Projekt kostet insgesamt 13,5 Millionen Euro, im Etat 2021 sind 1,8 Millionen Euro dafür veranschlagt. Weiteres Vorhaben im Bereich Schulen und Kitas ist der Neubau der katholischen Kita „Pusteblume“ in Lehnerz. Hierfür sind 4,5 Millionen Euro vorgesehen. Einen Neubau erhält auch die Kindertagesstätte St. Pius in Ziehers-Süd; dieser soll in der Dr.-Dietz-Straße neben der gleichnamigen Kirche entstehen. Der Bau schlägt mit 3,2 Millionen Euro zu Buche. Auch die Sanierungen der Bonifatiusschule und der Brüder-Grimm-Schule sowie die Modernisierung der Turnhalle der Heinrich-von-Bibra-Schule stehen im Etatplan.

Ein anderes Anliegen Wingenfelds ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum: „Daher investiert die Stadt auch 2021 in die Wohnungsbauförderung“, erklärt der Oberbürgermeister. Hierfür sind laut Haushalt 2,1 Millionen Euro vorgesehen. Auch in den Bereich Kultur fließen Gelder: Die Baumaßnahmen im Vonderau Museum und damit einhergehend eine inhaltliche Neukonzeption der Fuldaer Museumslandschaft haben das Ziel, das Kulturangebot in der Innenstadt zu erweitern und noch attraktiver zu gestalten, berichtet Wingenfeld. „Dieses trägt zur Erlebnisqualität unserer Stadt bei, zieht Menschen in die Innenstadt und wirkt sich so auch positiv auf den Innenstadthandel aus.“

Heiko Wingenfeld: Der Bereich der Bildung und Kinderbetreuung ist von ganz elementarer Bedeutung

Ebenfalls bedeutsam für eine nachhaltige Stadtentwicklung seien die Förderprojekte des Hessentags, die trotz dessen Absage durchgeführt werden. Dazu gehören unter anderem die Modernisierung des Stadions, der Umbau und die Erweiterung der Tourist-Information sowie die Entstehung eines Kulturhofs an der Weimarer Straße. Dort soll in einem ersten Schritt ein neues Gebäude für den städtischen Betriebshof entstehen.

Zu den wichtigen Investitionen in diesem Jahr gehöre auch die finanzielle Unterstützung des Klinikums, wo das Haupthaus saniert wird, so Wingenfeld. Ein anderes bedeutsames Projekt der Stadtentwicklung seien Umbau und Erweiterung des Tiergartens mit dem neuen Eingangsbereich, dem Wirtschaftsgebäude und den Außenanlagen sowie dem neuen Spielplatz. Damit einher gehe eine inhaltliche Neukonzeption als Ort der Mensch-Tier-Begegnung und der nachhaltigen Umwelt-Bildung, sagt der Oberbürgermeister: „So entsteht dort ein hochattraktives Angebot für Kinder und Familien.“ Insgesamt rechnet die Stadt mit Gesamtkosten in Höhe von 7,5 Millionen Euro, hofft dabei aber auf eine Förderung in Höhe von 70 Prozent. Gebaut wird wohl bis ins Jahr 2024 hinein, zur Landesgartenschau ein Jahr zuvor soll der Park aber schon begehbar sein.

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