Der Park an der Stadtmauer in Fulda ist eröffnet.
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Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft feierten die Eröffnung des Parks an der Stadtmauer in Fulda.

Areal an der Dalbergstraße

Fuldas Geschichte erleben: Park an der Stadtmauer offiziell eröffnet

  • Norman Zellmer
    vonNorman Zellmer
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Im Grünen Pause machen und dabei Fuldaer Stadtgeschichte erleben: Nach Jahren der Planung, archologischen Grabungen und Bauarbeiten ist gestern der kleine Park an der Stadtmauer offiziell eröffnet worden.

Fulda - Eigentlich hatte Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) sich ein Bürgerfest mit Wein, Musik und kühlen Getränken an einem lauen Sommerabend zur Eröffnung des Parks an der Dalbergstraße Ecke Gutenbergstraße vorgestellt. Coronabedingt fiel die Veranstaltung sehr viel kleiner aus: Rund ein Dutzend Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft hatten sich am Donnerstagabend eingefunden, um den kleinen Platz seiner Bestimmung zu übergeben. Feucht-fröhlich wurde es dennoch: Es regnete zeitweise.

Stadtbaurat Daniel Schreiner freut sich über Eröffnung des Parks an der Fuldaer Stadtmauer

Schreiner hob hervor, dass in dem noch namenlosen Park der „prominenteste Abschnitt der Stadtmauer nun in voller Pracht zu sehen“ sei. Das Areal mit Wiese, alten Linden und einem Beet lockt mit einem Ausblick auf rund 80 Meter mittelalterliche Mauer und eine aus Stahlstäben und steinernden Schießscharten bestehende Installation, die an den dort einst stehenden Wehrturm erinnert. Der gepflasterte Weg symbolisiert in seinem Verlauf an den einstigen Stadtgraben.

Eine Bank an der Beeteinfassung lädt zum Verweilen ein; Tafeln geben Informationen über das alte Bauwerk und seine Geschichte. „Wenn man hier mittags oder abends sitzt, versteht man, was der Ort ist“, so Schreiner, und könne dessen Besonderheit erfahren.

Neu eröffneter Park in Fulda setzt historische Stadtmauer in Szene

Wie der Leiter des Vonderau Museums und einstiger Stadt- und Kreisarchäologie, Dr. Frank Verse, bei der Parkeröffnung sagte, gebe der Mauerabschnitt einen tiefen Einblick in das mittelalterliche Fulda: Ein Teil der Mauer stamme aus dem 12. Jahrhunderte; ein anderer wurde samt eines Turmes ab dem 14. Jahrhundert ergänzt, wie die Ergebnisse der Grabungskampagne ab 2017 in dem Gebiet gezeigt hätten.

Diese Erkundung war nach Auskunft von Stadtbaurat Daniel Schreiner Planungen für den Park vorausgegangen, nachdem im Jahr 2015 das Areal an der Dalbergstraße in das Stadtumbau-Programm der Stadt als letztes Projekt gerutscht sei. Dabei sei anfangs nicht klar gewesen, was aus der Fläche genau werde. Einst Standort des Kolpinghauses, sei das Areal nach dem Abriss 1970 jahrzehntelang ein „Unort“ gewesen, wie es Schreiner nannte – erst Schutthalde, zuletzt städtischer Parkplatz. „Ich kenne es nur so“, sagte der Bauexperte. „Mir war klar, dass wir da rangehen.“

Dass bei den archäologischen Grabungen Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit dem Fundament eines Turms sowie ein Kanal aus dem 18. Jahrhundert entdeckt wurden, habe es ermöglicht, die Stadtmauer in Form des kleinen Parks nun zu inszenieren, wie Schreiner betonte. „Wir haben mehr gefunden als erwartet.“ Inzwischen erfreue sich die Fuldaer Stadtmauer derart großer Beliebtheit bei Anwohnern und Touristen, dass es spezielle Stadtmauer-Führungen gebe.

Lesen Sie hier: Reste eines alten Turms? Archäologische Untersuchungen an der Stadtmauer starten. Auch im Fuldaer Schlosshof wurden bei Grabungen Teile der alten Stadtmauer freigelegt. Bei den Grabungen im Schlosshof wurden Tierknochen und Scherben gefunden.

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