Sportredakteur Laurenz Hiob beim Stand-up-Paddling mit Instructor Dominik Heldmann.
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Und jetzt hoch - aber nicht hinfallen! Instructor Dominik Heldmann motiviert Sportredakteur Laurenz Hiob.

Die Redaktion im Selbsttest

Stand-up-Paddling ist eine junge Sportart für den ganzen Körper

  • Laurenz Hiob
    vonLaurenz Hiob
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Stand-up-Paddling – kurz SUP (sprich: sapp) – ist auf dem Vormarsch. Günstige Einsteigersets machen’s möglich. Nach ein paar Stunden Üben hat man viel Spaß auf dem Board. Wir haben es ausprobiert.

  • Stand-up-Paddling ist Ganzkörpertraining, wie Instructor Dominik Heldmann weiß.
  • Lernen kann man den Sport beim Kanu-Club Fulda.
  • Die Redaktion hat die junge Sportart im Selbsttest ausprobiert.

Fulda - Dominik Heldmann, SUP-Instructor beim Kanu-Club Fulda, spricht von einem Ganzkörpertraining. Das Hochkommen und Paddeln ist das eine, kleinere Übel. Anspruchsvoll ist das Stehen: Ständig muss der Körper ausgleichen – einerseits unverkrampft auf dem Board stehen und andererseits die Balance halten und Bewegungen des Wassers ausgleichen.

Da tarieren die Beine ohne Unterlass, hat eine bewegliche Hüfte gewaltige Vorteile. Die entsprechende Lockerheit im Oberkörper mit einer gesunden Körperspannung dürfen nicht fehlen – Steifheit ist völlig fehl am Platz. Locker, lächeln, lospaddeln.

Stand-up-Paddling beim Kanu-Club Fulda: Die Redaktion im Selbsttest

SUPen ist eine prima Ergänzung zu Schwimmen, Bootchenfahren oder Surfen. Es ist vergleichsweise schnell zu lernen und günstig zu betreiben – und stets hat man das Gefühl, seinem Körper etwas Gutes zu tun. Ihn zu bewegen, voranzukommen und sich bei der Sommerwärme zwischendurch mal zu erfrischen – spätestens wenn die Balance verlorengeht, ein Boot zu heftige Wellen produziert oder man eine zu hastige Bewegung macht. Platsch!

Dann gilt es, das lange Stechpaddel gut festzuhalten. Das SUP-Board ist hoffentlich mit einer sogenannten Leash (sprich: Liehsch) am Körper befestigt. Ist man auf Flüssen oder Gewässern mit Strömung unterwegs, treibt das Equipment schnell ab. Dann ist Schwimmen angesagt. Entweder ans Ufer oder zu Board und Paddel. Treiben die auseinander, hat man allerdings ein kleines Problem.

Redakteur im Geäst. Aber: Er steht!

Instructor Domink Heldmann weiß: Stand-up-Paddling ist Ganzkörpertraining

Auf der Fulda beim Bootshaus des Kanu-Clubs Fulda ist das undramatisch. Die Strömung hält sich in Grenzen, so dass man in Ruhe probieren kann und viele Versuche hat, aufs Board zu kommen. Da gilt es, mittig auf dem Brett zu knien, das Paddel vor sich quer zu legen, schulterbreit darauf abzustützen, das Gewicht nach vorne zu verlagern und schnell aber möglichst erschütterungsfrei die Beine aufzurichten.

Mit dem senkrecht auf dem Board abgestellten Paddel kann man sich aufhelfen und versuchen, das Brett auszubalancieren und das Gleichgewicht zu halten. Nicht so einfach, zumal angesichts der Belastung die Beine schnell zittern. Also lieber wieder auf die Knie, einen Moment entspannen und einen zweiten Versuch wagen. Einen dritten. Einen vierten. Mit der Zeit fühlt man sich sicherer, streckt die Beine stärker, ohne sie durchzudrücken. Die Belastung ist dann auszuhalten. Das Stechpaddel wandert ins Wasser, weil das Geäst am Ufer bedrohlich nahe kommt. Gegensteuern. Bewegen. Wenden. Klappt alles mit zunehmender Zeit besser – freilich ohne solche Mätzchen zu versuchen, die KCF-Instructor Heldmann vollführt.

Kosten

Die Kosten für den Einstieg in den SUP-Sport sind vergleichsweise überschaubar, seitdem es Komplettsets bei mehreren Discountern gibt. Da beginnen die Preise bei 300 Euro für aufblasbares Board samt Stechpaddel.

SUP-Instructor Dominik Heldmann vom Kanu-Club Fulda (KCF) empfiehlt allerdings, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. „Die ganz günstigen Boards sind nicht sonderlich stabil und gehen schneller kaputt“, sagt der 31-Jährige.

Gute Allroundboards gibt es ab 500 Euro. Ausziehbare und deshalb an die Körpergröße anpassbare Stechpaddel beginnen bei 40 Euro. Eine Schwimmweste ist ab 30 Euro erhältlich und für 20 Euro gibt es eine Leash, um das Board mittels Kabel mit dem Körper zu verbinden, damit es bei einer Havarie nicht wegtreibt.

Lernen kann man das SUPen beim KCF, eine Mitgliedschaft ist dafür Voraussetzung. Ein- bis zweimal wöchentlich wird am Bootshaus trainiert. Der Jahresbeitrag für Mitglieder liegt bei 86 Euro (46 reduziert, 132 für Familien). / hi

Es könnte so weitergehen. Hoch, ein paar Meter paddeln, runter, erholen. Noch mal hoch, paddeln, wenden. Nach zweieinhalb Stunden muss es erst mal gut sein. Die Angst vor Muskelkater ist stärker als die Lust, weiterzuSUPen. Ich freue mich trotzdem aufs nächste Mal.

Lesen Sie hier: Geisa ist einen Auflug in den Sommerferien wert. Noch mehr Tipps für den Urlaub in der Region: Klettern in Steinau. Stand-Up-Paddling wird an verschiedenen Seen in der Region angeboten. Auch Windsurfen kann man auf Seen in der Region.

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