Igel, Uhu, Fledermaus und Co: Die Sternenstadt Fulda widmet eine Ausstellung im Vonderau heimischen nachtaktiven Tieren.
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Igel, Uhu, Fledermaus und Co: Die Sternenstadt Fulda widmet eine Ausstellung im Vonderau heimischen nachtaktiven Tieren.

Im Vonderau Museum

Uhu, Igel und Co: Sternenstadt Fulda widmet nachtaktiven Tieren eine Ausstellung

  • Sebastian Reichert
    vonSebastian Reichert
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Die Stadt Fulda ist 2019 im Kampf gegen die Lichtverschmutzung von der International Dark-Sky-Association (IDA) als erste „Sternenstadt“ Deutschlands ausgezeichnet worden. Jetzt widmet sie eine kleine Ausstellung heimischen nachtaktiven Tieren.

Fulda - Die kleine Studioausstellung im Vonderau Museum (Jesuitenplatz 2) in der Innenstadt in Fulda beschäftigt sich den besonderen Anpassungen und den Auswirkungen von künstlichem Licht auf die heimischen nachtaktiven Tiere, teilte die Stadt Fulda in einer Presseinformation mit.

Die kleine Studioausstellung wirft den Angaben zufolge „einen Blick auf die nachtaktiven Tiere in den Schaukästen der Dauerausstellung zu den Lebensräumen Wald, Flur und Siedlung. Zehn Textfahnen nehmen klassische nachtaktive Tiere wie Uhu, Fledermaus, Waschbär und Insekten in den Fokus.“ (Lesen Sie auch hier: Diese drei Schlangen-Arten sind in der Region Fulda beheimatet - eine davon ist giftig)

Sternenstadt Fulda widmet neue Ausstellung heimischen nachtaktiven Tieren

Ein Video-Zusammenschnitt zeigt laut der Mitteilung zudem die nächtlichen Besucher im heimischen Garten von Museumsleiter Dr. Frank Verse. Die nächtlichen Aufnahmen von Steinmarder, Waschbär, Biber, Spinne und Wildschwein-Rotten stammen von Madeleine Bosold von der Unteren Naturschutzbehörde und von Familie Glaser.

„Das Leben in der Dunkelheit setzt eine gute Anpassung voraus. Im Laufe der Evolution haben sich die Eigenschaften, die den Tieren Vorteile für das Leben in der Nacht verschaffen, weiterentwickelt und stärker ausgeprägt“, heißt es weiter in der Mitteilung der Stadt Fulda.

Öffnungszeiten und freier Eintritt

Das Vonderau Museum Fulda ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.museum-fulda.de. Durch den Aufbau der großen Sonderausstellung „75 Jahre Demokratie in Hessen und Fulda“ und durch eine Bauuntersuchung könnte die Wegeführung für die Besucher kurzzeitig umgeleitet werden

So seien bei nachtaktiven Tieren - 30 Prozent der Wirbeltiere und 60 Prozent der Wirbellosen - die Seh-, Hör-, Tast- und Geruchssinne besonders gut ausgebildet. „Von den Vögeln der Nacht haben Eulen wie etwa der Uhu eine so ausgezeichnete Nachtsicht, dass sie sogar in mondlosen Nächten 100 Meter entfernte Mäuse sehen können.“

Auch Fledermäuse seien mit ihrer Ultraschall-Echo-Ortung perfekt an die Dunkelheit angepasst. Von den zugewanderten „Neubürgern“ ist der Waschbär ausgewählt worden, der als Siedlungsfolger auch im Schaukasten mit dem Dachboden anzutreffen sein könnte. Ein Videofilm vom Nabu-Brandenburg zeigt, wie ein zu kräftiger Waschbär versucht, nachts in einen Waldkauz-Kasten zu klettern, um ihn zu plündern.

Eröffneten die neue Studioausstellung in Fulda zu nachtaktiven Tieren: Museumspädagogin Kornelia Wagner, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Museumsleiter Dr. Frank Verse.

„Was uns in der Nacht ein Gefühl von Sicherheit gibt, kann für Nachtfalter, die den Mond als Lichtquelle zur Orientierung nutzen, zur tödlichen Falle werden“, schreibt die Stadt weiter. Die Insekten werden von alten Straßenlaternen mit kaltem Licht wie von einem „Kunstmond“ angezogen.

In einem konstanten Winkel zur Straßenlaterne geradeaus zu fliegen funktioniere nicht mehr, denn durch die Nähe der Lichtquelle ändere sich der Winkel schnell und stetig. „Die Nachtfalter korrigieren von da an unablässig ihre Flugrichtung – und enden damit auf einer endlosen Kreisbahn um die Lampe. Das kostet Kraft und lässt die erschöpften Insekten zur leichten Beute werden oder endet mit dem Erschöpfungstod.“

Große Aufmerksamkeit erregte im Oktober 2017 eine Studie aus Krefeld, bei der Biologinnen und Biologen dank langjähriger Feldforschung einen drastischen Schwund von Fluginsekten belegen konnten. Im Schnitt ist die Menge der Insekten innerhalb von 27 Jahren um etwa drei Viertel zurückgegangen.

Video: Diese Säugetiere stehen auf der Roten Liste

„Geschätzt eine Milliarde Insekten lassen ihr Leben in einer einzigen Sommernacht allein an Deutschlands Lampen“, schreibt die Stadt Fulda in der Pressemitteilung zu der neuen Ausstellung zu den heimischen nachtaktiven Tieren. „Sie sterben aus Erschöpfung oder verbrennen. Zudem stört das künstliche Licht ihren Tag-Nacht-Rhythmus und ihr Jagd- und Fortpflanzungsverhalten.“

Am Ende der Ausstellung gibt es noch Hinweise und wertvolle Tipps der Sternenstadt Fulda, was jeder rund ums Haus und in seinem Garten zur Reduzierung der Lichtverschmutzung tun kann. In der Ausstellung wird für kleine und große Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit geboten, mit UV-Taschenlampen die nachtaktiven Tiere in den Lebensräumen Urwald, Buchenwald, Mischwald, Fichtenforst, Grünland, Feldflur, Obstgarten und Dachboden ausfindig zu machen.

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