In einem Anatomie-Hörsaal einer Medizinischen Fakultät  verfolgen Medizin- und Zahnmedizinstudenten des ersten Studienjahres die Vorlesung zu Gelenken und Muskeln.
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In einem Anatomie-Hörsaal einer Medizinischen Fakultät verfolgen Medizin- und Zahnmedizinstudenten des ersten Studienjahres die Vorlesung zu Gelenken und Muskeln.

100 Euro pro Monat mehr

Fulda-Stipendium für Medizin-Studierende wird erweitert - nun auch Tätigkeit in Arztpraxis möglich

  • Sarah Malkmus
    VonSarah Malkmus
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Um ärztlichen Nachwuchs für die Region zu gewinnen, vergibt der Landkreis Fulda mit drei Kliniken das Fulda-Stipendium. Medizin-Studierende, die sich für eine mindestens dreijährige Tätigkeit als Arzt oder Ärztin im Landkreis entscheiden und einen Bezug zur Region haben, werden mit 500 Euro monatlich gefördert.

Fulda - „Mit dem Stipendium für Medizinstudierende ab dem fünften Semester wollen wir den Bezug zum Landkreis Fulda in besonderer Weise stärken“, wird Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt (CDU) in einer Pressenotiz des Landkreises Fulda zitiert. Neu ist unter anderem, dass die Stipendiaten später nicht nur in einer Klinik, sondern nun auch in einer Arztpraxis tätig sein können.

„Uns geht es vor allem darum, Fachkräfte für die drei Kliniken im Landkreis Fulda sowie im Bereich der niedergelassenen Ärzte und im öffentlichen Gesundheitsdienst zu gewinnen. Allgemein soll das Stipendium ein wichtiger Baustein bei der Gewinnung von Ärzten für den Landkreis Fulda und für den ländlichen Raum sein.“

Fulda-Stipendium für Medizin-Studierende erweitert - Tätigkeit in Arztpraxis möglich

Die Zuwendung soll es den Nachwuchsmedizinern ermöglichen, sich intensiv auf ihr Studium zu konzentrieren, um schnell einen erfolgreichen Abschluss zu erreichen. Das Stipendium sei nun angepasst, erweitert und neu aufgelegt worden: Statt wie bisher 400 Euro erhielten die Stipendiaten nun eine monatliche Förderung in Höhe von 500 Euro.

Studierende, die aus dem Landkreis Fulda stammen oder einen Bezug zur Region Osthessen haben, könnten sich für das Stipendium bewerben. Sie müssten bereits vier Semester Medizin studiert und den Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung erfolgreich abgelegt haben.

Gabriele Bleul, Thomas Menzel, Frederik Schmitt, Michael Sammet und Sebastian Mock haben die Kooperationsvereinbarung zum neuen Fulda-Stipendium unterzeichnet.

Das Stipendium werde für maximal acht Semester bis zum Ende der Regelstudienzeit zuzüglich drei Monate für die Prüfungszeit gewährt. Mit dem Stipendium verpflichteten sich die Studierenden im Anschluss an ihr Studium an eine dreijährige ärztliche Tätigkeit in einer der drei Kliniken oder einer allgemeinmedizinischen Praxis oder im öffentlichen Gesundheitswesen im Gesundheitsamt des Landkreises Fulda.

Dass die ärztliche Tätigkeit in einer Arztpraxis im Bereich der Allgemeinmedizin durchgeführt werden kann, sei eine Neuerung des Stipendiums. „Wir hoffen, dass über das Stipendium viele Ärzte in den Landkreis Fulda kommen. Diejenigen, die eine Niederlassung anstreben, unterstützen wir gerne bei diesem Schritt, damit sie dauerhaft in der Region bleiben können“, betont Gabriele Bleul vom Gesundheitsnetz Osthessen.

Stipendium

Das Stipendium wird vom Landkreis Fulda und den drei Krankenhäusern der Region (Klinikum Fulda, Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda, Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld) finanziert. Vergeben wird das Stipendium in Kooperation mit dem Gesundheitsnetz Osthessen, das die vier Akteure bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Werbung für das Stipendium unterstützt. 

Für die Ableistung der dreijährigen ärztlichen Tätigkeit im Anschluss an das Studium hätten die Stipendiaten fünf Jahre Zeit. So bestehe die Möglichkeit, beispielsweise zwei Jahre Erfahrungen im Ausland oder in anderen Regionen zu sammeln, bevor der Stipendiat oder die Stipendiatin in den Landkreis Fulda zurückkehren.

„Da in den kommenden Jahren viele Mediziner in den Ruhestand gehen werden, benötigen wir Nachwuchsmediziner. Deshalb ist es gut, dass wir uns für die Region entsprechend vorbereiten und die Nachwuchsförderung im Blick haben“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Vorstand Klinikum Fulda.

Für junge Mediziner habe der Landkreis Fulda viele Möglichkeiten zu bieten, erklärt auch der Geschäftsführer des Herz-Jesu-Krankenhauses, Michael Sammet.

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„Wir hoffen, dass wir viele Stipendiaten und damit Ärzte für die Region in den kommenden Jahren finden – egal in welcher Klinik oder Praxis sie am Ende landen. Denn es geht darum, den Landkreis Fulda als Ganzes zu stärken“, betont Sebastian Mock, Geschäftsführer der Helios-Klinik Hünfeld.

Studierende, die die Voraussetzungen für das Stipendium erfüllen, können sich ab sofort bewerben. Alle Informationen und Unterlagen zur Bewerbung gibt es online unter www.landkreis-fulda.de.

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