42 Jungstörche sind in 19 Horsten im Landkreis Fulda zur Welt gekommen. (Symbolfoto)
+
42 Jungstörche sind in 19 Horsten im Landkreis Fulda zur Welt gekommen. (Symbolfoto)

Population wächst

Immer mehr Störche im Landkreis Fulda - trotz schlechter Bedingungen

  • Rainer Ickler
    VonRainer Ickler
    schließen

Dem Weißstorch scheint es in unserer Region gut zu gefallen. 42 Jungstörche sind in 19 Horsten im Landkreis Fulda zur Welt gekommen.

Fulda - Das ist neuer Rekord und es sind vier mehr als im vorigen Jahr. Auch die Zahl der Brutpaare ist um zwei gestiegen. Damit setzt sich die Aufwärtsentwicklung der Storchenpopulation im Landkreis Fulda fort – und dies, obwohl die Bedingungen für Adebar nicht optimal sind, sagt Jörg Burkard, Storch-Experte und Horstbetreuer.

Das Nahrungsangebot im Landkreis sei weniger gut als in Südhessen, weil die Wiesen nicht so feucht seien und dementsprechend die Lieblingsspeise Amphibien nicht so häufig auf der Speisekarte steht. Die Störche suchen sich die Auenwiesen zwischen Lüder, Fulda und Haune aus, weil sie dort viele künstliche Horste vorfinden, erklärt Burkard. Sie sind vor rund zehn Jahren aufgestellt worden. Burkard suchte geeignete Standorte aus, die RhönEnergie, aber auch Privatpersonen, bauten die Horste in den Wiesen auf. Seitdem kommen die Adebars regelmäßig in den Landkreis, um zu brüten. (Lesen Sie hier: Das Werratal im Wartburgkreis bleibt Storchen-Hochburg)

Fulda: Storchenpopulation wächst im Landkreis - trotz schlechter Bedingungen

Neu ist in diesem Jahr ein Brutpaar in Großenlüder-Eichenau und erstmals wurde ein Nest in einen Baum von einem Storchenpaar in Uttrichshausen gebaut. „Das ist eine Besonderheit“, sagt Burkard. In der Regel setzten sie sich ins fast gemachte Nest. Das trifft auch auf den höchsten Horst zu, auf dem Fuldaer Schlachthof-Schornstein in der Nähe der Wiesenmühle. Die Stadt Fulda und Privatpersonen halfen beim Horstbau mit.

Rekordhalter sind in diesem Jahr die Brutpaare in Petersberg-Melzdorf und Großenlüder. Sie brachten je vier Junge zur Welt. Aber es gab auch drei Brutpaare, deren Brut erfolglos war oder wo die Jungen nicht lange überlebten. Besonders tragisch war es in dem Horst bei Bronnzell und Kohlhaus. „Sie sind regelrecht ertrunken, weil in dem Nest das Regenwasser nicht mehr ablaufen konnte. Der Horst ist inzwischen saniert worden“, berichtet Reinhard Kolb von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON).

Video: Hilfe für junge Störche in Hammelburg - Fütterung verwaister Küken

Er beringt zusammen mit Jörg Burkard und Werner Peter die Jungstörche, um nachvollziehen zu können, wie sie ziehen und leben. Aber in diesem Jahr war dies nur an sechs Standorten möglich. Die Beringungsaktion musste aufgrund der starken Niederschläge verschoben werden, weil die Wiesen zu nass waren. Als Ende Juni beringt wurde, waren in vielen Nestern die Jungen so alt, dass sie schon mit den ersten Flugversuchen begonnen hatten.

„Die Fortpflanzungsrate von 1,91 Junge pro Brutpaar ist nicht schlecht und liegt erneut über dem populationserhaltenden Sollwert von 1,8“, freut sich Kolb. Es sei davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren die Weißstorchenpopulation im Kreis Fulda weiter ansteigen wird. In diesem Zusammenhang wäre es nicht schlecht, wenn man die ungenutzten Metallgitter-Brutplattformen mit einem durchlässigen Holzeinbau versehen würde. „Es wäre doch schade, wenn die schönen Masten dauerhaft funktionslos in der Landschaft herumstehen würden“, sagt Kolb.

Das könnte Sie auch interessieren