Die Hessen-Mobil-Projektverantwortlichen übergeben die ausgebaute Straße.
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Hessen-Mobil-Projektverantwortlicher Christian Gutmann (von links), Alexander Lorchheim von der Baufirma Stolz, Gerhard Niedling, Leiter der Straßenmeisterei Neuhof, Thomas Schuhmann von der Baufirma Stolz, Ulrich Hansel, Dezernent Planung und Bau Osthessen bei Hessen Mobil, Neuhofs Bürgermeister Heiko Stolz und Harald Auth von der Straßenmeisterei Neuhof übergaben die ausgebaute Straße Giesel–Neuhof.

Ausbau und Neutrassierung

Früher befahrbar als geplant: Arbeiten an der Landstraße Giesel-Neuhof sind abgeschlossen

  • Norman Zellmer
    VonNorman Zellmer
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Seit gut einer Woche rollt der Verkehr wieder ungestört auf der Landesstraße Giesel–Neuhof. Das besondere Bauprojekt wurde in Rekordzeit fertiggestellt. 

Giesel - Rund 3,5 Millionen Euro hatte das Land Hessen investiert, um die Straße zu erneuern. „Wir können heute eine Straße offiziell in Gebrauch nehmen, die den Belangen des motorisierten Verkehrs Rechnung trägt und verkehrstechnisch auf die nächsten Jahrzehnte ausgerichtet ist“, sagte Ulrich Hansel, Dezernent Planung und Bau Osthessen bei Hessen Mobil, an dem Wanderparkplatz „Thomasruh“ vor Planern, Vertreter von Straßenmeisterei, Verwaltung und Wirtschaft anlässlich der Fertigstellung der Straße am vergangenen Freitag, 24. Juni. Hansel nannte die Baumaßnahme des Landes „einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Infrastruktur“ im ländlichen Raum.

Rund 2,8 Kilometer der schmalen, holprigen und unübersichtlichen L 3206 waren seit Juli 2020 in zwei Bauabschnitten unter Vollsperrung zurückgebaut und anschließend komplett ausgebaut worden. Die Fahrbahn wurde auf 6,50 Meter, in Kurven auf bis zu 6,90 Meter verbreitert und abschnittweise auf einer komplett neuen Trasse geführt. Dazu waren rund 4,2 Hektar Wald gerodet, teils meterhohe Dämme aufgeschüttet, Einschnitte ins Gelände gegraben und mehr als 32 000 Kubikmeter Erde bewegt worden. Zudem wurden zwei enge und unfallträchtige Kurven – allein 2017 bis 2019 hatten sich auf der Straße 20 Unfälle ereignet – im Wald begradigt. Zudem wurden die Entwässerungseinrichtungen, Mulden, Bankette und Schutzplanken erneuert.

Fulda: Strecke zwischen Neuhof und Giesel in Rekordzeit fertiggestellt  - Straße wieder befahrbar

Und das im Rekordtempo: War die Straßenbaubehörde im vergangenen Jahr noch davon ausgegangen, das Bauprojekt Ende der hessischen Sommerferien abschließen zu können, konnte die Bauphase inzwischen zweimal verkürzt werden. Eröffnet und unter Verkehr genommen, wie Bauexperten es nennen, wurde die L 3206 nun am vergangenen Freitag – nochmals vier Wochen früher als zuletzt geplant. Planungsdezernent Hansel lobte denn auch die beauftragte Baufirma aus Unterfranken für die termingerechte Arbeit. Lediglich ein Teilstück müsse in dieser oder in der kommenden Woche die Fahrbahnmarkierung erhalten.

Lob kam auch von Neuhofs Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) bei der Eröffnung. „Das Zeitraster war gut eingehalten“ worden, sagte er, dankte dabei den Gieselern, die den Straßenausbau „geduldig ertragen haben“ – die Umleitung erfolgte monatelang über Hosenfeld – und betonte, dass trotz anfänglicher Befürchtungen der Schulbusverkehr zwischen Giesel und Neuhof nahezu reibungslos verlaufen sei. Zugleich betonte Stolz die Bedeutung der ausgebauten Straße: Sie sei nicht nur eine wichtige Verbindung des Ortsteils Giesel mit demKernort, sondern eine „wichtige Spange“ für die Gemeinde und die Region. Denn viele Pendler aus dem südwestlichen Teil des Landkreises oder dem Vogelsberg erreichten über die L 3206 etwa Fulda sowie die Industrieparks Fulda-West und Neuhof-Nord.

Außerdem hob der Rathauschef hervor, dass der Neuhofer Geschichtskreis mit dem Straßenbau aufgewertet worden sei. Die Gruppe hatte sich unter anderem für den Erhalt einer sogenannten Trichtersperre eingesetzt; diese aus dem Kalten Krieg stammende militärische Verteidigungseinrichtung steht nun unter Denkmalschutz und ist unmittelbar neben der neuen Straße zu besichtigen. Sie soll eine Infotafel erhalten. Zudem wurde der Mähdkreuz genannte historische Bildstock im Wald im Zuge der Bauarbeiten wieder freigeschnitten.

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