Ein Gemüsegarten bei Fulda, der als Saisongarten genutzt wird.
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Ein Gemüsegarten bei Fulda, der als Saisongarten genutzt wird.

Tegut will erweitern

Riesige Nachfrage nach Saisongärten in der Corona-Krise

Wer Gemüse anbauen möchte, braucht dazu nicht unbedingt einen eigenen Garten. Hobbygärtner können auch saisonal eine Parzelle mieten. Sie sind fertig eingerichtet und warten darauf, bewirtschaftet zu werden. Der Anbieter Tegut ist ausgebucht und will sein Angebot erweitern.

Fulda - Seit der Corona-Krise stehen Saisongärten in Hessen besonders hoch im Kurs. „Wir haben wegen der Pandemie eine nie dagewesene Rekord-Nachfrage“, sagte Projektleiterin Stefanie Krecek von der Handelskette Tegut auf Anfrage in Fulda. Tegut ist der größte Anbieter für Saisongärten im Bundesland.

Die mehr als 1100 Parzellen an den zwölf Standorten seien für diese Saison vergeben. „Wir hätten noch viel mehr vermieten können. In Darmstadt, wo wir derzeit allein 650 Parzellen der Normalgröße haben, hätten wir noch mal die Hälfte mehr gebraucht, um die Nachfrage bedienen zu können.“ In der Saison im nächsten Jahr will Tegut sein Angebot ausweiten. In Fulda zum Beispiel sollen zu den 70 vorhandenen Parzellen 15 hinzukommen.

Tegut will mehr Saisongärten anbieten: In Fulda sollen 15 Parzellen hinzukommen

Tegut - eine Lebensmittelmarktkette mit starkem Bio-Bezug - bietet fertig angelegte Parzellen mit bis zu 25 Gemüsekulturen für eine Saison zur Pacht an. „Gerade psychisch, sozial und ernährungstechnisch kann so ein Gemüsegarten sehr wichtig in diesen Krisenzeiten sein“, sagte Krecek. Es sei ein praktisches Angebot für Menschen, die bisher wenig Erfahrung mit dem Eigenanbau von Gemüse haben und über kein eigenes Gelände verfügen.

Auch vor der Corona-Krise erfreute sich das Angebot großer Beliebtheit, wie Krecek sagte. 2009 startete das Projekt mit den ersten 18 Parzellen für Freizeit-Gemüsegärtner, 2019 waren es bereits 1070 verpachtete Parzellen.

Von 2010 bis 2019 hätten rund 7500 Nutzer die Parzellen gepachtet. „Wenn man bedenkt, dass die wenigsten Menschen solch eine Parzelle allein bewirtschaften, kann man von einer weitaus höheren Zahl von Nutzern ausgehen.“

Ökologisch angebautes Gemüse kann bis in den Herbst geerntet werden

Neben der Handelskette, die auch Saisongärten in Thüringen und Bayern hat, gibt es noch weitere Anbieter für Saisongärten. Die „Ackerhelden“ haben Mietgarten-Standorte von Hamburg bis München verteilt, in Hessen auch einen in Darmstadt. Der Anbieter „Meine Ernte“ hat Standorte in Frankfurt und Wiesbaden.

In den Saisongärten von Tegut kann ökologisch angebautes Gemüse bis in den Herbst hinein geerntet werden. Die Nutzer bekommen auch Empfehlungen, wie die Produkte bei Mahlzeiten auf den Tisch kommen können. Zudem werden Informationen vermittelt über den Umgang mit den Produkten, zur Haltbarkeit und Lagerung der Lebensmittel.

Parzellen sind zwischen 40 und 80 Quadratmeter groß

Tegut hat in Hessen Saisongärten in Fulda, Bensheim, Friedberg (2), Wetter, Bad Hersfeld, Griesheim, Kassel, Nidderau, Klein-Zimmern, Dreieich und Darmstadt. Parzellen gibt es meist in der Normalgröße von 40 Quadratmetern (ausreichend für zwei bis drei Personen) oder auch auf 80 Quadratmeter für vier bis fünf Personen. Gießwasser, Geräte und Tipps sein im Mietpreis enthalten.

Die Saisongarten-Projektleiterin Krecek findet: Gärtnern setze ein Zeichen. „Die Motive sind vielfältig: Es geht um den Anspruch, sein Lebensumfeld selbst zu gestalten, aber auch um ein Stück selbstbestimmte Ernährung.

Der natürliche Ursprung der Nahrung wird wieder hautnah erfahrbar.“ Dies zu erleben, sei vor allem für Familien, Kinder und Stadtbewohner von Nutzen, betonte Krecek.

dpa

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