Bei dem Unfall auf der B 458 zwischen Dipperz und Böckels starb eine 79-Jährige Frau. Der 19-Jährige Unfallverursacher muss sich vor dem Jugendschöffengericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten.
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Bei dem Unfall auf der B 458 zwischen Dipperz und Böckels starb eine 79-Jährige Frau. Der 19-Jährige Unfallverursacher muss sich vor dem Jugendschöffengericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Frontalcrash nach Sekundenschlaf

Gericht verurteilt 19-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung

Nachdem eine Frau aus Hofbieber bei einem Unfall in Böckels vor etwa einem Jahr starb und ihr Mann schwer verletzt wurde, musste sich der 19-Jährige Unfallverursacher nun vor dem Jugendschöffengericht Bad Hersfeld verantworten.

Böckels/Bad Hersfeld - Am Abend vor dem Unfall war der junge Mann aus Bebra im Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit seinem Auto in Eschwege mit einem Kupplungsschaden liegen geblieben. Es dauerte viele Stunden, bis er endlich Hilfe organisieren konnte. Erst gegen 5 Uhr morgens war er wieder zu Hause – die Zeit, zu der er normalerweise aufstand, um dann um 6 Uhr seine Arbeit als Kurierfahrer zu beginnen.

Er habe noch seinen Chef angerufen und gesagt, dass er eigentlich nicht arbeiten könne, weil er die ganze Nacht nicht geschlafen habe. Doch der Chef habe darauf bestanden, dass er wie gewohnt fahre, berichtete der Angeklagte. Aus Angst, seinen Job zu verlieren, stieg er also ins Auto und fuhr los. (Lesen Sie hier: Prozess um getötete Ärztin in Fulda: Angeklagter bestreitet, seine Ex-Freundin umgebracht zu haben)

Tödlicher Unfall: 19-Jähriger wegen fahrlässiger Tötung zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt

Das war, wie Oberamtsanwältin Silke Röder und das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Michaela Kilian-Bock feststellten, ein großer Fehler. Denn um 9.50 Uhr muss er auf der Bundesstraße 254 zwischen Petersberg und Dipperz im Landkreis Fulda auf gerader Strecke kurz eingenickt sein. Er fuhr direkt in den Gegenverkehr und frontal in den Hyundai eines älteren Ehepaares. Bei dem Aufprall wurde die 79-jährige Frau so schwer verletzt, dass sie starb. Ihr schwer verletzter Ehemann leidet noch heute unter den Folgen des Unfalls.

Auch den 19-Jährigen hat der Unfall sehr mitgenommen. Er fragt sich immer wieder, wie der Unfall passieren konnte und er hat sich schriftlich bei den Hinterbliebenen entschuldigt.

Tödlicher Unfall bei Böckels: 19-Jähriger entschuldigt sich schriftlich bei Hinterbliebenen

Das Gericht verurteilte den Bebraner zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wird und zu einer Geldbuße von 400 Euro. Staatsanwältin Röder hatte acht Monate gefordert, Verteidiger Jochen Kreissl und die Jugendhilfe im Strafverfahren hielten eine Verwarnung und eine Geldauflage für angemessen. Die Verhandlung fand öffentlich statt. (Christiane Zacharias)

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