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Neue Brücke über Sickelser Straße: Millimeterarbeit mit 30 Tonnen Stahl

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Von: Norman Zellmer

Millimeterarbeit mit Stahlkoloss: Mit einem riesigen Autokran werden mehrere 25 Meter lange Brückensegmente auf Pfeiler an der Sickelser Straße in Fulda-Neuenberg gesetzt. Damit geht ein bedeutender Brückenbau in seine entscheidende Phase.

Update 16.15 Uhr: Dass an der Sickelser Straße Großes getan wird, ist schon aus der Ferne zu sehen: Der gelbe Mast des Autokrans von Kranfahrer Heinz Hedemann ragt auf der gesperrten Straße das ganze Wochenende über rund 40 Meter in die Höhe. Sein Auftrag: Brückenteile auf Stützpfeiler heben. Mit Hilfe des sechsachsigen und 570 PS starken und 167 Tonnen schweren Ungetüms sowie mit mehr als einem Dutzend anderer Brückenbauspezialisten werden an zwei Tagen vier Segmente in ihre jeweilige Position gebracht. „Das ist Millimeterarbeit“, sagt Fahrer Hedemann.

Die Arbeiten hatten am Samstagvormittag begonnen, nachdem der 450-Tonnen-Kran aus Dortmund in der Nacht zuvor auf der Baustelle angekommen war, wie Hedemann berichtet. Die Brückenteile waren auf vier Schwertransportern ebenfalls in der Nacht aus dem niedersächsischen Emsland eingetroffen. „Wir waren seit Donnerstagnacht unterwegs“, erklärt Fahrer Andre Geier. Doch schon kurz vor Samstagmittag lag das erste Brückensegment auf einem Widerlager und einem Brücken- sowie einem zusätzlichen Hilfspfeiler, der wieder abgebaut werden soll. Die anderen drei Segmente – jedes wiegt etwa 30 Tonnen – folgten am Nachmittag oder sollen am Sonntag eingesetzt werden.

Fulda: Neue Brücke über Sickelser Straße - Millimeterarbeit mit 30 Tonnen Stahl

Doch damit wird erst ein Teil des Brückenbaus bewältigt sein: Komplett errichtet wird das vier Meter breite Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer erst in drei, vier Wochen, wenn drei weitere Segmente angeliefert und innerhalb eines Wochenendes eingehoben werden sollen, erklärt Architekt und Planer Joachim Swillus aus Potsdam. Die Konstruktion auf acht Pfeilern wird rund 160 Meter lang werden und besteht im Kern aus Holz. 300 Kubikmeter des nachwachsenden Rohstoffs sowie 94 Tonnen seien dafür verwendet worden. Die Planungen dafür seien durchaus schwierig gewesen, denn die Topografie sei herausfordernd: Die Brücke überspannt die Sickelser Straße und in bis zu 18 Metern Höhe ein kleines Tal. Zudem wird das Bauwerk wegen der Grundstückssituation zweimal „geknickt“ sein.

Verbinden wird die neuen Brücke das Gelände des Heimattiergartens mit dem „Park überm Engelshaus“, der zur Landesgartenschau derzeit gestaltet wird und zudem ein grandioses Panorama über die Stadt bietet. Offiziell eröffnet werden soll die Brücke zur Gartenschau.

„Wir schaffen mit der Brücke im Wortsinne einen Brückenschlag“, urteilt Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos), der am Samstag die Baustelle besucht hatte. Das Bauwerk für rund vier Millionen Euro sei keine „Effektinvestition“ zur Landesgartenschau, sondern nachhaltig, denn es ermögliche eine durchgehende Rad- und Fußwegverbindung von Sickels und der Fulda Galerie in die Innenstadt – weswegen das Land eine Förderung von mehr als 70 Prozent aus dem Programm Nahmobilität geben will – und verbindet Teile Neuenbergs miteinander, die bislang durch die Sickelser Straße getrennt sind. In diesem Jahr sollen – ebenfalls in Vorbereitung zur Landesgartenschau – zwei weitere Brücken neu entstehen: unweit der Kugelfabrik an den Fulda-Auen und am Badegarten an der Frankfurter Straße.

Update vom 19. März, 12.11 Uhr: Ein großer gelber Kran mit einer tonnenschweren Last ist in der Sickelser Straße in Fulda dabei, Brückenteile einzuheben. Die Bauarbeiten starteten am Samstagmorgen und dauern aktuell noch an. Die fertige „Brücke über dem Engelshaus“ soll bei der Landesgartenschau 2023 den Tiergarten mit den LGS-Bereichen „Park überm Engelshaus“/„Kulturgarten“ verbinden.

Erstmeldung vom 17. März: Fulda - Für die künftige „Brücke über dem Engelshaus“, die eine wichtige Verbindungsfunktion unter anderem mit Blick auf die Landesgartenschau (LGS) 2023 erfüllen soll, stehen am kommenden Wochenende Arbeiten an, bei denen voraussichtlich mehrere große Brückenteile auf die Widerlager beziehungsweise Stützen gesetzt werden, teilte die Stadt Fulda mit.

Die insgesamt 160 Meter lange „Brücke überm Engelshaus“ wird über die Sickelser Straße und die Schnarrehohle führen und das Gelände des Tiergartens mit den LGS-Bereichen „Park überm Engelshaus“/„Kulturgarten“ verbinden. Am Wochenende werden voraussichtlich die Brückenteile über der Sickelser Straße sowie weiter im Abschnitt in Richtung Hohle eingehoben.

Fulda: Tonnenschwere Brückenteile werden eingehoben

Die restlichen Teile folgen in den kommenden Tagen und Wochen. An der Sickelser Straße wird die Straße in einer Höhe von 4,50 Meter überbrückt, über der tiefsten Stelle der Hohle wird der Abstand zwischen Fahrbahn und Boden sogar rund 18 Meter betragen. (Lesen Sie hier: Landesgartenschau in Fulda: Fitness-Parcours und Niedrigseilgarten nehmen Formen an)

Wegen der umfangreichen Arbeiten für die neue Geh- und Radwegbrücke wird die Sickelser Straße zwischen der Einmündung An St. Florian und der Straße Pröbelsfeld vom Freitag, 18. März, 20 Uhr bis spätestens Montag, 21. März, 6 Uhr für den Verkehr voll gesperrt. Die Umleitungsstrecke ist über die Wolf-Hirth-Straße – Saturnstraße - Merkurstraße – Haimbacher Straße und die Bardostraße (B254) ausgeschildert. (ah)

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