Fotos: Manfred Schermer

Fulda trauert um die Opfer von Hanau: Stilles Gedenken auf dem Uniplatz

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Fulda - Ein 43-Jähriger hat am Mittwochabend in der Hanauer Innenstadt einen Amoklauf verübt, der zehn Menschen das Leben kostete. Die Tat hat bundesweit für Fassungslosigkeit gesorgt. Auch Fulda trauert um die Opfer von Hanau.

Rund 200 Menschen haben sich am Donnerstagabend am Universitätsplatz in Fulda versammelt. Das Bündnis „Fulda stellt sich quer“, Pax Christi, der Ausländerbeirat Fulda und andere Organisationen hatten zu der stillen Mahnwache aufgerufen.

Bei Einbruch der Dämmerung wurde gemeinsam den Getöteten in Hanau gedacht. Zahlreiche Menschen zündeten Kerzen an. Auf Redebeiträge wollte man bewusst verzichten, erklärte Andreas Goerke von „Fulda stellt sich quer“. Und so sprachen Stadtpfarrer Stefan Buß und Ijaz, Iman der Ahamdiyya-Gemeinde, kurze Gebete vor den Teilnehmern.

Im Folgenden lesen Sie einige Reaktionen aus der Barockstadt:

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU):

„Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Angehörigen der Opfer sowie bei den Verletzten. Wenn sich die starken Indizien bestätigen und die Tat rechtsradikal-rassistisch motiviert war, dann wäre damit eine neue Stufe einer gewaltbereiten Radikalisierung erreicht, die uns alle erschüttert, aber nicht einschüchtern darf.“

Die demokratischen Kräfte seien in dieser Situation aufgerufen zusammenzustehen und einer Ausbreitung dieses zerstörerischen Gedankenguts, dessen Folgen sich im vergangenen Jahr schon bei den Morden von Halle sowie dem Attentat auf Kassels Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke gezeigt hätten, mit aller Vehemenz entgegenzutreten, mahnt der OB.

Bischof Dr. Michael Gerber:

„Mit großer Bestürzung habe ich vom schrecklichen Amoklauf gestern Abend und heute Nacht in Hanau gehört“, betont Bischof Dr. Michael Gerber in einer ersten Stellungnahme für das Bistum am Donnerstagmorgen. „Was wir aktuell an Informationen bezüglich der Hintergründe dieser Tat erfahren, verstört uns zutiefst. Unsere Solidarität gilt den Verletzten und den Hinterbliebenen der Toten sowie allen Ersthelfern und Einsatzkräften, die an der Aufarbeitung und Aufklärung der Tat beteiligt sind. In den Gebeten in unseren Gemeinden haben sie einen festen Platz.“

In einem Brief an den Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat der Fuldaer Oberhirte, zu dessen Diözese die Stadt Hanau gehört, seine Trauer und Verbundenheit zum Ausdruck gebracht. Für die Stadtgesellschaft Hanaus bedeute dieses Verbrechen eine tiefe Zäsur.

Bundestagsabgeordneter Dr. Achim Kessler (Die Linke):

„Über die schrecklichen Morde von Hanau bin ich tief bestürzt. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und den Überlebenden. Aus Worten werden Taten. Deshalb müssen wir mit allen Mitteln gegen rechte Hetze, Rassismus und Nationalismus in und außerhalb der Parlamente vorgehen. Vor diesem Hintergrund darf es keine Kooperation mit der AfD geben, die in den Parlamenten zum Hass aufstachelt und die in ihren Reihen Faschisten duldet. Wer mit der AfD paktiert, macht sich mitschuldig, wenn aus Worten Taten werden. Außerdem muss die Politik des Sozialabbaus der letzten Jahrzehnte beendet werden, die weite Teile der Bevölkerung bis in die Mittelschicht mit sozialem Abstieg bedroht. Die Angst vor sozialem Abstieg ist der Nährboden, auf dem die AfD ihre menschenfeindliche Propaganda betreibt.“

Silvia Brünnel, Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen:

„Ich bin zutiefst bestürzt über das schreckliche Gewaltverbrechen in Hanau. Heute ist ein Tag der Trauer und des Innehaltens, ein Tag an dem unser Mitgefühl und unsere Gedanken den Verwandten und Freunden der Opfer gelten“, sagt die Landtagsabgeordnete Silvia Brünnel. „In Hessen werden heute zahlreiche Mahnwachen für die Opfer der grausamen Gewalttat stattfinden, so auch um 18 Uhr auf dem Universitätsplatz in Fulda, an denen wir gemeinsam unsere tiefe Anteilnahme zum Ausdruck bringen können.“

„Jusos“ Fulda:

„Unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen der Opfer, welchen wir viel Kraft und Beistand in diesen schweren Stunden wünschen. Nichtsdestotrotz fordern wir die Regierungsparteien in Hessen und im Bund dazu auf, die Gefahr endlich anzuerkennen. In diesen Zeiten steht der Feind rechts. Sowohl in den Parlamenten, als auch in den Straßen. Wir fordern die Verantwortlichen und Sicherheitsbehörden dazu auf, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um rechte Terrornetzwerke lahmzulegen und die politischen Brandstifter der AfD, endlich bundesweit unter die Beobachtung durch den Verfassungsschutz zu stellen.“

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