Fotos: Daniela Petersen

Von Fulda... in das türkische Sarigerme – das war schon vor 22 Jahren Urlaubsziel der Autorin

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Sarigerme - Es war der erste große Urlaub. Eine Flugreise in die Türkei. 22 Jahre ist es her. Jetzt stehe ich wieder hier, in dem Hotel, das mir so gut in Erinnerung geblieben ist. Damals hieß das Resort Iberotel Sarigerme – heute ist es das TUI Blue Sarigerme Park. In der Zeit hat sich nicht nur der Name geändert.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Petersen

Das Foto zeigt einen Strand, an dem nicht viel mehr als Sand zu sehen ist. Ganz im Hintergrund thront das Haupthaus des Hotels. Das Bild ist 22 Jahre alt. Wer heute an dieser Stelle steht, muss schon zweimal hinschauen, um das Gebäude hinter den hoch gewachsenen Pinienbäumen zu erkennen. Auch die vielen Strandliegen, die ausladenden Himmelbetten, die Tauchschule und das Wassersportzentrum gab es damals noch nicht. Aber der Felsen vor der Bucht, der Steg und die Berge hier in der Gegend bei Dalaman an der lykischen Küste lassen keinen Zweifel aufkommen, dass es genau der Ort ist, an dem ich damals mit meiner Familie Urlaub gemacht habe. Gut kann ich mich an das Dorf Sarigerme erinnern, wo die Einwohner, gastfreundlich und geschäftstüchtig wie sie waren, den Touristen süßen Apfeltee reichten und dabei unzählige gefälschte Marken-T-Shirts an den Mann brachten. Diese Geschäfte gibt es heute noch.

Urlaubsfoto zeigt mich in der viel zu großen Windjacke meines Vaters

1996 standen im Foyer des Hotels gelbe, schwere Polstermöbel. Die Digitalisierung war noch weit weg. Ausflüge wurden damals aber auch schon angeboten, zum Beispiel zu den Felsengräbern nach Kaunos. Ein Urlaubsfoto zeigt mich in einem Boot am Fluss von Dalyan, in einer viel zu großen Windjacke meines Vaters. Es war Winter und relativ kalt, auch das fällt mir jetzt wieder ein. Mittlerweile hat das Sarigerme nicht mehr das ganze Jahr über geöffnet, sondern nur von Mai bis Ende Oktober. Bei schönem Wetter zeigt sich die lykische Küste von ihrer schönsten Seite. Es sind angenehme 25 Grad, das Meer ist warm und die hügelige Landschaft atemberaubend.

Türkei kämpft um jeden Touristen

Trotz dieser Naturschönheit muss die Türkei um jeden Touristen kämpfen. Für viele Deutsche ist das Land am Bosporus aufgrund der Erdogan-Regierung keine Option für die Ferien. „2017 und 2018 hatten wir zwei schlechte Jahre. Auch ich habe Freunde aus Deutschland, die mich immer besucht haben und jetzt nicht mehr kommen“, sagt Yavuz Zeyrek, General Manager des TUI Blue Sarigerme Park. Langsam würde es jedoch wieder bergauf gehen. 2019 sei ein gutes Jahr gewesen.

Meeresschildkröten stoppen Hotelbau gefunden

Als das Sarigerme 1989 eröffnete, war Turgut Özal an der Macht, der im Tourismus großes Potenzial gesehen hat. Die Türkei avancierte zu einem beliebten Ferienziel. In Özals Ära wurden zahlreiche Hotelprojekte verwirklicht.

Eines jedoch nicht: Am Strand Itzuzu Plaji bei Dalyan sollte in den 1980er-Jahren ein Resort mit 1800 Betten entstehen. Als man feststellte, dass der Strand eine Niststätte von Meeresschildkröten ist, wurde das Projekt gestoppt.

Heute gibt es dort eine Schildkrötenauffangstation. 2019 waren es insgesamt 58 Meeresschildkröten, die durch Angelhaken oder Bootspropeller verletzt wurden. In der Pflegestation werden sie so lange aufgepeppelt, bis sie in die Freiheit entlassen werden können.

Zurück ins weite Meer

Für drei Tiere ist genau heute der große Tag. Die grüne Meeresschildkröte Eylül ist eine davon. Sie ist 22 Kilo schwer, 15 bis 20 Jahre alt und wurde Anfang September mit einem Angelhaken im Maul bei Antalya aufgegriffen. In der Auffangstation hat sie sich in einem Bassin erholt und kann nun ins weite Meer zurück. Gemächlich kriecht sie zum Wasser. Gut Hundert Menschen sehen ihr dabei zu. Die untergehende Sonne taucht den ganzen Strand in warmes Licht.

Es ist ein besonderer Moment – einer, der die Herzen erwärmt und mir wahrscheinlich auch noch in 22 Jahren in Erinnerung sein wird. Und wenn nicht, dann helfen meinem Gedächtnis die vielen Fotos auf die Sprünge, die ich gemacht habe. Wer weiß: Vielleicht stehe ich in zwei Jahrzehnten wieder hier.

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