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„Wir wollen in Freiheit leben“ - Markt der Solidarität setzt Zeichen gegen den Ukraine-Krieg

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Mehrere Hundert Menschen haben sich am Samstagnachmittag auf dem Fuldaer Universitätsplatz versammelt, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen.
Mehrere Hundert Menschen haben sich am Samstagnachmittag auf dem Fuldaer Universitätsplatz versammelt, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen. © Celina Lorei

Live-Musik und bewegende Ansprachen von ukrainischen Geflüchteten – am Samstagnachmittag versammelten sich hunderte Menschen auf die Initiative von „Fulda stellt sich quer“ auf dem Fuldaer Universitätsplatz.

Fulda - Bei strahlendem Sonnenschein war die Stimmung emotional geladen – nicht zuletzt aufgrund dem gefühlvollem Gesang des Fuldaer Musikers Rick Washington, der Hits wie „Friends of mine“ von den Eagles zum Besten gab. Schließlich betrat Vitali das kleine Podest. Der Mann mittleren Alters ist seit fünf Tagen in Deutschland. Auch er musste aus seinem Heimatland fliehen.

In gebrochenen Sätzen bedankte er sich für die herzliche Aufnahme und die große Unterstützung der Deutschen. „Wir Geflüchteten wurden hier mit offenen Armen empfangen.“ Das ukrainische Volk wolle nur eins: In Freiheit leben und dabei die demokratischen Werte vertreten. Für die aktuelle Situation sei nur einer verantwortlich zu machen: „Das ist alles dem Wahnsinnigen aus dem Kreml zu verdanken“, sagte Vitali.

Fulda: Zeichen gegen den Ukraine-Krieg auf dem Uniplatz

Es folgten weitere Redebeiträge von Männer und Frauen jedes Alters am „offenen Mikrofon“, allen Anwesenden von der Situation in ihrem Land, ihrer Reise nach Deutschland und der aktuellen Lebenslage erzählten. Kinder, die ihre Eltern zurücklassen mussten, Ehefrauen, die ihre Ehemänner zurückließen ohne zu wissen, ob sie sie jemals wieder sehen würden.

„Es ist wichtig, dass wir nicht nur spenden, sondern als Fuldaer Bürger enger und vor allem weltoffener zusammenrücken“, betonte Andreas Goerke von der Initiative „Fulda stellt sich quer“, die diese Veranstaltung auf die Beine gestellt hatte. Bereits am Vormittag hatte Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld die Veranstaltung auf dem Fuldaer Universitätsplatz mit mutmachenden Worten eröffnet.

Zahlreiche Attraktionen und Spenden von Besuchern

Bewusst habe man auf mehrere Redebeiträge von Politikern verzichtet, erklärte Goerke. Stattdessen wolle man den Betroffenen die Möglichkeit geben, ihre Geschichte zu erzählen, damit sie sich gehört fühlen. „Eine wichtige Botschaft heute ist außerdem: Wir dürfen keinen Russen-Hass streuen, sondern Solidarität für alle praktizieren. Die Russen lehnen diesen Krieg genauso ab“, betonte Goerke, der sich überwältigt zeigte von der Resonanz der Besucher und Spenden.

Neben musikalischen Attraktionen waren auch unzählige Stände aufgebaut. Die ukrainischen Frauen vom Aschenberg beispielsweise verkauften ukrainische Leckereien, der Verein der Fuldaer Köche verteilte Waffeln gegen eine Spende. Auch etliche Parteien und kirchliche Intuitionen waren vertreten.

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