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April-Wetter sorgt für schweren Unfall - heute Schnee, viel Sonne ab Montag

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Von: Sebastian Reichert

Vor Orkanböen in Rhön und Vogelsberg hatte der der Deutsche Wetterdienst in einer Unwetterwarnung gewarnt. Bei dem April-Wetter mit Schnee kam es zu einem schweren Unfall. Am Wochenende ist indes Regen und Schnee angekündigt. Ab Montag soll es frühlingshaft werden.

Update vom 9. April 2022, 12.27 Uhr: Sturmtief „Nasim“, das in der Region Fulda und Osthessen vor allem in den Höhenlagen der Rhön und im Vogelsberg Orkanböen mit bis 115 km/h mitbringen sollte, hat am Donnerstag (7. April) für einige Feuerwehr-Einsätze gesorgt - auch aufgrund von Überschwemmungen.

Zu dem größten Einsatz kam es am Freitagabend bei Neuhof im Landkreis Fulda. Gefährliches Aprilwetter mit Schneeregen sorgte dort für schweren Unfall. Auf der Landstraße L 3181 zwischen Rommerz und Hauswurz stieß ein Mini mit einem Lkw frontal zusammengestoßen. Vier Personen wurden schwer verletzt - darunter auch ein fünf Jahre altes Mädchen.

Fulda: April-Wetter geht weiter - Schnee am Samstag, Sonne ab Montag

In Petersberg rückte am Donnerstag ein Drehleiter-Fahrzeug aus. Ein Werbeschild drohte auf die Fahrbahn zu stürzen. In der Bertholdstraße musste ein Baum, der auf ein Haus zu drohen fiel, gefällt werden. Auch in Fulda gab es einige Einsätze. Überflutete Straßen sowie Bäume oder Äste auf der Fahrbahn wurden im Kreis Hersfeld-Rotenburg gemeldet - so in Raboldshausen, Hattenbach oder Ausbach.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) soll das Wochenende in Hessen nun mit Regen starten. Am Abend und in der Nacht zu Samstag ist dann mit Schneefall, Frost und Glätte zu rechnen. Die Temperaturen können in den Nachtstunden auf bis zu minus drei Grad fallen. Der Sonntag wird bewölkt, aber fast niederschlagsfrei. Am Montag kommt dann die Sonne durch. Es kann bis zu 17 Grad warm werden. Ab Dienstag sind sogar 20 Grad drin.

Sturmtief „Nasim“ verursachte in der Region Fulda kleinere Schäden. In Petersberg drohte ein Werbeschild auf die Fahrbahn zu stürzen.
Sturmtief „Nasim“ verursachte in der Region Fulda kleinere Schäden. In Petersberg drohte ein Werbeschild auf die Fahrbahn zu stürzen. © Fuldamedia

Erstmeldung vom 7. April 2022, 9.16 Uhr: Achtung, Sturmtief „Nasim“ kommt! Vor orkanartigen Böen im Verlauf des heutigen Donnerstags warnt aktuell der Deutsche Wetterdienst (DWD). Die amtliche Unwetterwarnung (Stufe 3) gilt im Landkreis Fulda vor allem für die Rhön. Auch Teile im Vogelsberg sind betroffen.

Fulda/Herbstein - Die amtliche Unwetterwarnung des Deutsche Wetterdienstes vor orkanartigen Böen betrifft am Donnerstag (7. April 2022) neben der Rhön in Hessen auch die Rhön-Gebiete in Thüringen und Unterfranken (Bayern). Laut DWD muss zwischen 8 und 21 Uhr damit gerechnet werden, dass oberhalb von 600 Metern orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 90 und 105 km/h auftreten.

Anfangs soll der Wind bei Sturmtief „Nasim“ aus südwestlicher, später aus westlicher Richtung aufkommen. „In Schauernähe sowie in exponierten Lagen muss mit orkanartigen Böen bis 115 km/h gerechnet werden“, teilen die Wetter-Experten aus Offenbach mit. „Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien!“, rät der DWD. „Schließen Sie alle Fenster und Türen! Sichern Sie Gegenstände im Freien!“

Fulda: Amtliche Unwetter-Warnung - Orkan-Böen bis zu 115 km/h in der Rhön

„Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen!“ Zu den möglichen Gefahren schreibt der Wetterdienst weiter: „Es können zum Beispiel Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände.“ Zuletzt fegt Orkantief „Zeynep“ fegt mit 124 km/h durch Osthessen.

„Bitte aus Wäldern und Parkanlagen fern bleiben“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst qmet.de gegenüber dem Wetterportal wetter.net. „Achtung beim Autofahren. Gefährliche Seitenwinde sind unterwegs, besonders auf Brücken. Das gilt auch für Lkw-Fahrer.“ 

Für den 1141 Meter hohen Brocken im Harz warnt der DWD oberhalb von 1000 Metern sogar vor extremen Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis 160 km/h. Betroffen von den Böen sollen am Donnerstag vorrangig ingesamt die Mittelgebirge sein - also auch in der Rhön die Hochlagen um die Wasserkuppe (950 Meter) sowie im Vogelsberg um Taufstein (773 Meter) und Hoherodskopf (763 Meter).

Vor allem die Mittelgebirge, wie hier der Brocken im Harz, sollen von Sturmtief „Nasim“ betroffen sein.
Vor allem die Mittelgebirge, wie hier der Brocken im Harz, sollen von Sturmtief „Nasim“ betroffen sein. © Matthias Bein/dpa

Der Deutsche Wetterdienst gibt Warnungen in unterschiedlichen Stufen heraus. Stufe 3 (Rot) - wie jetzt in der Rhön und in Teilen im Vogelsberg (im Bereich zwischen Herbstein und Schotten) erreicht - wird definiert als „amtliche Unwetterwarnung“. Die erwartete Wetterentwicklung gilt in diesem Fall als „sehr gefährlich. Es können verbreitet Schäden durch das Wetter auftreten.“

Weiter heißt es in der DWD-Definition von Stufe 3: „Informieren Sie sich regelmäßig über die Wetterentwicklung. Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien. Wenn Sie sich dem Wetter aussetzen müssen, seien Sie sehr vorsichtig.“ (lesen Sie auch hier: April-Schnee sorgt für zahlreiche Glätteunfälle - mehrere Verletzte und Schaden im sechsstelligen Bereich).

Die nächst höhe Stufe 4 (violett) - wie aktuell rund um den Brocken gültig - wird als „amtliche Warnung vor extremem Unwetter“ beschrieben. „Die erwartete Wetterentwicklung ist extrem gefährlich. Es können lebensbedrohliche Situationen entstehen und große Schäden und Zerstörungen auftreten. Häufig sind dabei größere Gebiete betroffen.“

Bei Stufe 4 rät der DWD: „Folgen Sie auf jeden Fall unter Umständen ausgegebenen Anweisungen der Behörden, Ordnungs- und Hilfskräfte. Bereiten Sie sich auf außergewöhnliche Maßnahmen vor.“ (lesen Sie auch hier: Vorrat für Notfall anlegen - mit dieser Experten-Liste geht es für 10 Tage leicht).

Für die Tieflagen im Landkreis Fulda (inklusive des Hünfelder Landes), den Landkreis Hersfeld-Rotenburg und den kompletten Main-Kinzig-Kreis gilt indes aktuell am heutigen Donnerstag beim Sturmtief „Nasim“ eine weniger schwer wiegende „amtliche Warnung vor Sturmböen“ (Stufe 2/Orange).

Laut DWD könnten demnach in den Tieflagen in Osthessen Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und 85 km/h auftreten. „In Schauernähe sowie in exponierten Lagen muss mit schweren Sturmböen bis 90 km/h gerechnet werden“, warnt der Deutsche Wetterdienst aus Offenbach abschließend.

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