Bei den Stahlbeton- und Betonbauern gibt es viel zu sehen (von links): Sean-Luca Limpert, Vize-Ausbildungsleiter Bernd Klüber, Kaan Kücükler, Sarah Blum und Thierry Azoma.
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Bei den Stahlbeton- und Betonbauern gibt es viel zu sehen (von links): Sean-Luca Limpert, Vize-Ausbildungsleiter Bernd Klüber, Kaan Kücükler, Sarah Blum und Thierry Azoma.

Aktion am Freitag

Nicht ohne Lehrstelle in die Ferien: Unternehmen und Verbände im Kreis Fulda werben für Ausbildung

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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In dreieinhalb Wochen beginnen die Sommerferien. Unternehmen und Verbände unternehmen jetzt zusätzliche Anstrengungen, damit kein Schulabgänger ohne Lehrstelle in die Ferien geht. Schon am Freitag starten lebende Werkstätten des Handwerks.

Kreis Fulda - Im Bildungszentrum Bau Osthessen (Goerdelerstraße 139, Petersberg) geht es am Freitag von 14 bis 16 Uhr und Samstag von 11 bis 15.30 Uhr zu wie vor Corona auf der trend-messe: Junge Menschen können sich in lebenden Werkstätten in diversen Berufen ausprobieren – als Bäcker und Metzger, Dachdecker und Elektriker, Maurer und Kfz-Mechaniker, Maler, Schreiner und in einigen anderen Berufen. Ein solches Mini-Praktikum dauert rund zwei Stunden.

Schon in den vergangenen Jahren konnten die Unternehmen im Landkreis Fulda nicht alle Ausbildungsstellen besetzen. Es gab zu wenige Bewerber. In diesem Jahr kommt hinzu, dass sich junge Leute auf dem Weg ins Berufsleben wegen der Corona-Pandemie in Betrieben nicht so umsehen und ausprobieren konnten wie in Vorjahren. (Lesen Sie hier: 1000 freie Lehrstellen im Landkreis Fulda - Wegen Corona zögern viele mit einer Bewerbung)

Fulda: Unternehmen und Verbände im Landkreis werben für Ausbildung

Das soll am Freitag und Samstag beim Handwerk möglich sein – das selbst Anfassen, Ausprobieren und mit Lehrlingen und Betrieben ins Gespräch kommen. Wenn man ein Gefühl für den Beruf bekommen und mit Azubis gesprochen hat, fällt die Entscheidung für eine Ausbildung leichter.

„Unsere Angebote richten sich nicht nur an Schulabgänger. Alle, die sich für eine handwerkliche Ausbildung interessieren, auch wenn der Start erst 2022 sein soll, können die Angebote nutzen oder mit uns Kontakt aufnehmen“, erklärt die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Fulda, Gabriele Leipold.

Die lebenden Werkstätten und Workshops sind vorab ein Teil der Woche der Ausbildung, die am Montag beginnt. Organisiert wird sie von der Kreishandwerkerschaft und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda sowie der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, dem Bildungszentrum Bau Osthessen, der Pflegeschule des BBZ Mitte, der Region Fulda und dem Kreis Fulda.

Video: Die Corona-Pandemie zerstört die Zukunftsträume von Jugendlichen

Die IHK beteiligt sich in der kommenden Woche von Montag bis Donnerstag mit Informationsangeboten an der Aktion. Am Telefon und online stehen Experten bereit. „Die Schüler konnten sich aufgrund der pandemischen Situation nur schlecht über Ausbildungsberufe und die vielen Ausbildungschancen in Osthessen informieren. Auch wenn wir aktuell hinter den Vertragszahlen des Vorjahres zurückliegen, gibt es noch freie Ausbildungsplätze“, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow.

Anmelden

Für die lebenden Werkstätten am Freitag und Samstag können sich Interessenten hier anmelden:

www.ausbildungsplatzoffensive.de/woche-der-ausbildung-2021/

Die Pflegeschule des BBZ Mitte bietet nach Absprache zwischen dem 28. Juni und dem 02. Juli Einblicke in die Praxis. Anmeldung per E-Mail:

pflegeschule@bbz-mitte.de

Infos zur Woche der Ausbildung und den Telefonaktionen gibt es hier:

www.berufsorientierung-fulda.de/pages/woche-der-ausbildung

Die Lehrstellenbörse der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda informiert aktuell, in welchen Ausbildungsberufen es aktuell noch freie Plätze gibt und in welchen Orten diese Ausbildung angeboten wird.

www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bad-hersfeld-fulda/ausbildung

Wer noch vollkommen orientierungslos ist, was er machen will, ist bei den Berufsberatern der Agentur für Arbeit richtig:

E-Mail: Fulda.Berufsberatung@arbeitsagentur.de Telefon (0661) 17 111

Rund 900 Ausbildungsplätze sind im Kreis Fulda in diesem Jahr noch unbesetzt. 300 Schulabgänger haben noch keinen Ausbildungsvertrag.

Experten stehen in der nächsten Woche jeweils nachmittags bereit: am Montag Vertreter der IHK sowie der Kreishandwerkerschaft und ihrer angeschlossenen Betriebe, am Dienstag Ausbilder regionaler Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung, am Mittwoch Experten der IHK, des Handwerks und Auszubildende regionaler Betriebe, die unkompliziert Fragen zur Ausbildung in einem bestimmten Beruf oder Betrieb beantworten, und am Donnerstag Ausbilder regionaler Firmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung.

Hintergrund

Unter dem Motto „Echte Karrieren durch Ausbildung“ startet in Hessen die Aktionswoche mit vielfältigen Angeboten zur beruflichen Orientierung. Vom 25. Juni bis 03. Juli können Schulabgänger und Ausbildungsinteressierte Praxiserfahrungen sammeln oder Beratungsangebote in Anspruch nehmen.

„Mit der Woche der Ausbildung möchten wir den jungen Leuten in unserer Region erneut den großen Nutzen und die Vorteile einer dualen Ausbildung vor Augen führen und zeigen, wie vielfältig vor allem aktuell die Möglichkeiten sind. Gleichzeitig wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern der Aktion die Betriebe bei ihrer Suche nach geeigneten Nachwuchskräften unterstützen“, sagt Ulrich Nesemann vom Fachdienst Kommunaler Arbeitsmarkt, der die Woche der Ausbildung für den Landkreis Fulda begleitet.

Die Verbände und Unternehmen haben sich laut Konow hohe Ziele gesetzt: „Kein Ausbildungsplatz soll unbesetzt bleiben. Osthessen bietet tolle Möglichkeiten in mehr als 100 Ausbildungsberufen in Industrie, Handel und Dienstleistung. Mit der Woche der Ausbildung wollen wir zeigen, dass die osthessische Wirtschaft weiter Fachkräftenachwuchs benötigt und sich eine Ausbildung nach wie vor lohnt.“

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