Am Samstagnachmittag regnete es zeitweise sintflutartig. Für Autofahrer war vielerorts keine Weiterfahrt möglich.
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Am Samstagnachmittag regnete es zeitweise sintflutartig. Für Autofahrer war vielerorts keine Weiterfahrt möglich.

Chaos-Wochenende

Wegen Unwetter in Fulda rund 300 Einsätze - Feuerwehr-Chef: „Das gab es die letzten 50 Jahre nicht“

  • Leon Schmitt
    VonLeon Schmitt
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Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Fulda waren auch am Sonntag noch damit beschäftigt gewesen, die Schäden des Unwetters vom Vortag zu beseitigen. Gegen Abend hatte sich die Lage langsam entspannt.

+++ 17.32 Uhr: Im Stadtgebiet Fulda wurden am Samstag rund 260 Unwettereinsätze sowie acht Brandeinsätze koordiniert und von der Feuerwehr Fulda bearbeitet, berichtete die Stadt Fulda. Im Laufe des Sonntagvormittags seien weitere 20 Einsätze hinzugekommen. „Überwiegend handelte es sich dabei um vollgelaufene Gebäude und überflutete Straßenbereiche“, heißt es in der Mitteilung.

Besonders schlimm hatte es demnach den Stadtteil Niesig getroffen, wo durch die Wassermassen ein ganzer Hang abgerutscht war und ein Wohnhaus massiv schädigte. Die Einsatzkräfte sicherten aber auch umgestürzte Bäume oder unbefestigte Öltanks und kümmerten sich um Autofahrerinnen und -fahrer, die mit ihren Fahrzeugen in den Wassermassen liegengeblieben waren.

Unwetter-Chaos ruft mehr als 300 Feuerwehrleute auf den Plan

Insgesamt wurden rund 70 Einsatzfahrzeuge mit rund 310 ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräften eingesetzt. Zur Unterstützung der Feuerwehr Fulda – die einen Gesamtalarm für alle Stadtteilwehren auslöste - kamen drei Katastrophenschutzlöschzüge des Landkreises Fulda, eine Hochwassereinheit der Gemeinde Großenlüder sowie Versorgungs- und Betreuungseinheiten des Rettungsdienstes zum Einsatz. Vorläufiges Einsatzende für die in der Nacht beschäftigten Kräfte war 4 Uhr, seit 7.30 Uhr am Sonntagmorgen sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr Fulda wieder durchgängig im Einsatz.

Unwetter verwüstet Fulda

Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz.
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz. © Fuldamedia
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz.
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz. © Fuldamedia
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz.
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz. © Fuldamedia
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz.
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz. © Fuldamedia
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz.
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz. © Fuldamedia
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz.
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz. © Fuldamedia
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz.
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz. © Fuldamedia
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz.
Wegen überfluteter Straßen sind im gesamten Kreisgebiet Feuerwehren im Einsatz. © Feuerwehr Hofbieber-Mitte
Am Samstagnachmittag regnete es zeitweise sintflutartig. Für Autofahrer war vielerorts keine Weiterfahrt möglich.
Am Samstagnachmittag regnete es zeitweise sintflutartig. Für Autofahrer war vielerorts keine Weiterfahrt möglich. © Miriam Rommel/Mediennetzwerk Hessen

„Ein derartiges Hilfeersuchen über den Notruf und zeitlich paralleles Einsatzaufkommen innerhalb der Stadt Fulda gab es die letzten 50 Jahre nicht, selbst der Sturm Kyrill im Jahr 2007 hatte nicht annähernd solche Einsatzzahlen zur Folge“, so Thomas Helmer, Leiter der Feuerwehr Fulda. „Unsere Einsatzkräfte - auch unterstützt durch die Katastrophenschutz-Einheiten - haben in der Nacht Außergewöhnliches geleistet, hierfür gebührt ihnen großer Dank und Anerkennung“. Es werde damit gerechnet, dass die letzten Einsätze im Laufe des Sonntags abgeschlossen werden können, so Helmer.

Unwetter-Chaos in Fulda: Oberbürgermeister Wingenfeld dankt Einsatzkräften

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) bekräftigte den Dank an alle beteiligten Kräfte und lobte die gute Kooperation und Solidarität im Landkreis Fulda: „Solche Extremwetterlagen kommen glücklicherweise nicht sehr häufig vor – umso wichtiger ist es dann, dass die Zusammenarbeit funktioniert, wie sich hier einmal mehr bewiesen hat.“

Update vom 6. Juni, 7.43 Uhr: Aufgrund des Starkregens von 50 bis 100 Litern pro Quadratmeter in der Stunde kam es im Raum Fulda am Samstag zu überfluteten Straßen, unzähligen herausgesprungen Gulli- und Kanaldeckeln, vollgelaufenen Kellern und Erdabgängen. Wie die Polizei Fulda in der Nacht auf Sonntag mitteilte, registrierte die Feuerwehr im Landkreis Fulda „330 Einsätze, die aufgrund der Schadenslagen noch andauern beziehungsweise auch am Sonntag noch abgearbeitet werden müssen.“ Der Schwerpunkt lag mit 230 Einsätzen im Stadtgebiet Fulda.

Zuvor hatte bereits die Stadt Fulda mitgeteilt, dass die Aufräumarbeiten „noch die ganze Nacht und mindestens den Sonntag in Anspruch nehmen werden“. In der Mitteilung, die am späten Samstagabend versandt wurde, äußerte sich auch Einsatzleiter Bernd Gottschalk: „Aktuell sind 200 haupt- und ehrenamtliche Kräfte der Fuldaer Wehren sowie 70 Kameradinnen und Kameraden aus dem Kreisgebiet im Einsatz“.

Fulda: Unwetter-Chaos fordert Feuerwehr - Mehr als 300 Einsätze

Die Polizei berichtete außerdem, dass sich aufgrund des Unwetters auf den Autobahnen rund um Fulda vier Unfälle ereigneten. In Höhe Flieden verlor um 19.54 Uhr auf der A66 ein 19-jähriger Autofahrer aus Frankfurt die Kontrolle über sein Fahrzeug, kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich auf der Böschung. „Er und sein Beifahrer mussten mit vermutlich leichten Verletzung in Fuldaer Krankenhäuser eingeliefert werden“, hieß es. Die übrigen Unfälle blieben ohne Personenschaden. Auch sonst sei durch das Unwetter glücklicherweise niemand verletzt worden.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU), der sich in der Leitstelle ein Bild von der Lage machte, dankte allen ehren- und hauptamtlichen Feuerwehrkräften sowie der Versorgungsgruppe des DRK Kreisverbands Fulda für ihren Einsatz und lobte die Solidarität im Kreisgebiet. „In einer solchen Situation zeigt sich, wie wichtig es ist, dass wir gut ausgestattete Wehren haben und welch hohe Bedeutung das Engagement für die Feuerwehr hat.“

Fuldas Nachbarkreise scheinen von der Gewitterfront weitgehend verschont geblieben zu sein. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurde laut Polizei kein Schaden registriert. Im Vogelsbergkreis musste lediglich bei Alsfeld-Eifa die L3144 wegen Überflutung gesperrt werden.

Unwetter-Front hat Fulda voll erwischt - Feuerwehren im Dauereinsatz

+++ 22.10 Uhr: In weiten Teilen des Kreisgebietes herrschte am Samstagabend Land unter. Auch im Fuldaer Stadtgebiet war die Feuerwehr im Einsatz, um vollgelaufene Keller abzupumpen oder überspülte Straßen zu reinigen.

Wegen überfluteter Straßen sind in weiten Teilen des Kreisgebietes Feuerwehren im Einsatz gewesen.

Eine der Stellen, die besonders stark betroffen gewesen sind, ist die Heidelsteinstraße. In der Senke - etwa auf Höhe des XXXLutz-Möbelhauses und Leinweber-Baucentrums - bildete sich ein kleiner See, in dem zeitweise Autos an der Wasseroberfläche schwammen.

Zum späten Abend hin hat zumindest der Starkregen eine Pause eingelegt. Aber auch für Sonntag rechnen Experten mit Regen. Ob ein erneutes Chaos droht, ist aktuell unklar.

+++ 19.19 Uhr: Die Rettungsleitstelle der Feuerwehr Fulda und der Notruf 112 waren aufgrund des Unwetters ausgefallen und konnten zwischenzeitlich nicht erreicht werden. Das hatte die Polizei um 19.08 Uhr mitgeteilt. „Auch die Notrufnummer der Polizei 110 ist völlig überlastet, so dass nicht alle Notrufe bearbeitet werden können“, hieß es. Um 19.18 meldeten die Beamten, die Leitstelle und der Notruf 112 seien wieder erreichbar.

Schwere Gewitter verwüsten Fulda

Durch den Starkregen sind zahlreiche Straßen im Landkreis Fulda überflutet. Leser berichten, ihre Keller seien vollgelaufen. Das ruft die Feuerwehren im Kreis Fulda auf den Plan. Die Feuerwehr Hofbieber-Mitte berichtet etwa, dass die Landesstraße zwischen Traisbach und Mittelberg durch „unwetterartige Regenfälle mit Schlamm und Geröll überspült“ wurde.

Update vom 5. Juni, 15.04 Uhr: Der Wetterdienst hat seine Unwetterwarnung, die er am Samstag um 14.11 Uhr für den Kreis Fulda ausgegeben hat, um 14.46 Uhr zunächst aufgehoben. Wie auf der Webseite des Wetterdienstes zu sehen ist, dürfte es aber auch am Nachmittag und Abend ungemütlich bleiben. Demnach könnten teilweise starke Sturmböen, Starkregen und Hagel auftreten. (Lesen Sie auch: Unwetterwarnungen und Vorabinformationen: Was ist der Unterschied?)

Erstmeldung vom 5. Juni, 14.26 Uhr:

Fulda - Der Deutsche Wetterdienst hat am Samstagnachmittag eine amtliche Unwetterwarnung für den Kreis Fulda ausgesprochen. Die Warnung gilt zunächst bis 14.45 Uhr. „Es besteht die Gefahr des Auftretens von schweren Gewittern (Stufe 3 von 4)“, teilt der DWD mit.

Fulda: Alarmstufe erreicht - Wetterdienst warnt vor schweren Gewittern

Der Wetterdienst warnt außerdem vor Sturmschäden und Überschwemmungen: „Es sind unter anderem verbreitet schwere Schäden an Gebäuden möglich. Bäume können entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen“. Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen seien möglich

Der Wetterdienst rät deshalb: „Schließen Sie alle Fenster und Türen! Sichern Sie Gegenstände im Freien! Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen! Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien!“

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