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Angeklagter wird zu lebenslanger Haft verurteilt - Richter spricht von „kaltblütiger Hinrichtung“

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Von: Sarah Malkmus

Vor dem Landgericht Fulda wurde am Montag das Urteil gesprochen.
Vor dem Landgericht Fulda wurde am Montag das Urteil im Mordprozess Neuenberg gesprochen. Der Angeklagte wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. © Sarah Malkmus

Im Mordprozess um die tödlichen Schüsse in Fulda-Neuenberg ist am Montag das Urteil gesprochen worden. Der 38-jährige Angeklagte wurde zu einer lebenslangen Haft wegen Mordes verurteilt.

Update von 12.39 Uhr: Im Mordprozess Neuenberg hatte die Staatsanwaltschaft im Vorfeld bereits lebenslange Haft gefordert, nun wurde der Angeklagte auch dazu verurteilt.

Weil der Angeklagte der Überzeugung gewesen sei, sein vormals engster Freund würde seiner Ehefrau nachstellen und ein Verhältnis mit ihr anstreben, hat sich laut Vorsitzendem Richter Josef Richter am Morgen des 15. Februar 2021 in Neuenberg eine „kaltblütige Hinrichtung“ ereignet. Das Opfer sei dabei chancenlos gewesen. Der Angeklagte habe sich für das Verhalten des späteren Tatopfers rächen wollen. Von einer verminderten Schuldfähigkeit geht die Kammer nicht aus.

Erstmeldung vom 7. März, 11.59 Uhr

Fulda - Im Mordprozess Neuenberg waren am Samstag, 26. Februar, vor dem Landgericht Fulda die Plädoyers gehalten worden. Oberstaatsanwältin Dr. Christine Seban hatte gefordert, den Angeklagten wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe zu verurteilen.

Der 38-jährige Angeklagte soll seinen 41-jährigen Landsmann im Februar vergangenen Jahres aus Eifersucht erschossen haben, da er eine Affäre zwischen dem Toten und seiner Frau vermutete. Seban verwies vor dem Landgericht Fulda auf zwei Mordmerkmale: Heimtücke und niedrige Beweggründe. Als Motiv für die Tat nennt Seban die Wiederherstellung der Ehre und die Bekräftigung seines Herrschaftsanspruchs an.

Fulda: Urteil im Mordprozess um tödliche Schüsse in Neuenberg erwartet

Strafverteidiger Timm Rosin hatte dafür plädiert, seinen Mandanten nicht wegen Mordes zu verurteilen. Für ihn handele es sich um Totschlag im minderschweren Fall. Der Strafrahmen dafür liege zwischen einem und zehn Jahren Haft. Für Rosin liegen keine Mordmerkmale vor: „Die Heimtücke ist nicht gegeben.“

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