Regelmäßig besuchte James Harkins Fulda.
+
Regelmäßig besuchte James Harkins Fulda.

Nachruf

Ein Amerikaner in Fulda: US-Soldat James Harkins ist im Alter von 85 Jahren gestorben

James J. Harkins ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Der US-Soldat setzte sich mit großer Leidenschaft für eine gute Beziehung zwischen den US-Truppen und der deutschen Bevölkerung ein.

Fulda - Geboren wurde er in New Jersey. Im Jahr 1967 kam er nach Deutschland und wurde als Technical Sergeant auf der Wasserkuppe eingesetzt. Er fungierte auch als Presse- und Verbindungsoffizier. Ihm lag viel an der deutsch-amerikanischen Freundschaft. Er lebte dies vor. 1968 heiratete er Christa, geborene Thünken, aus Fulda. In der Kirche in Wissels war die Hochzeit. Christa war eine Schwester von Erika Reith, jahrzehntelang Trainerin der FKG-Mädchen. Sie trainierte auch den Sohn James, Mini-Jimmy genannt, der auf der Fastnachtsbühne Tanzpartner von Valerie Niehaus war.

Den Titel „Der Ami net wiet vo Foll“ verpasste ihm – der damals in Margretenhaun lebte – Lilly Fahr, Journalistin und Urgestein der Fuldaer Karnevalgesellschaft (FKG). Dadurch konnte er auch als Nicht-Fuldaer Mitglied des FKG-Elferrats werden und engagierte sich in der Fastnacht.

Fulda: James Harkins blieb nach seinem Militärdienst in der Barockstadt - 1994 kehrte er in die USA zurück

Als Presseoffizier organisierte Harkins auch den Besuch von Neil Armstrong auf der Wasserkuppe. 10 000 Menschen kamen, um den ersten Menschen auf dem Mond zu sehen. Aber nicht nur dies. Harkins organisierte auch Kunstausstellungen und ein Offenes-Haus-Programm auf der Wasserkuppe. 15 000 Menschen nahmen dieses Angebot an.

Harkins blieb nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst in Fulda. Erst 1994 kehrte er in seine Heimat, in die USA, zurück. Das Ehepaar Harkins wohnte im Sun-City-Center in Florida. Sie kamen aber jedes Jahr rund drei Monate nach Fulda und trafen dort viele alte Freunde.

James Harkins präsentierte 2014 Idee der drei Säulen der Erinnerung auf der Wasserkuppe

2014 wurde Harkins im Landratsamt Fulda vorstellig und präsentierte seine Idee, drei Säulen der Erinnerung auf der Wasserkuppe aufzustellen. Federführend organisierte Christof Erb, der für die Regionalentwicklung zuständig war, die Umsetzung dieser Idee. Im Juni 2015 wurden die Säulen eingeweiht. Das Denkmal erinnert an das Wirken der US-Armee im Kalten Krieg auf der Wasserkuppe. Die Menschen sollten nicht vergessen, welchen Stellenwert die Wasserkuppe für ein vereintes Deutschland hatte, sagte Harkins.

Im Dezember 2019 starb seine Ehefrau. Einer der beiden Söhne, Rene, lebt noch in Fulda und betreibt hier eine Sprachschule.

„Er hat sich mit aller Kraft für Freiheit und Demokratie eingesetzt und sich mit Leidenschaft zur Region Fulda bekannt. Er hielt die Bedeutung der Wasserkuppe über alle Zeit wach. James war überaus gesellig und ein wahrer Freund für Menschen aller Altersklassen“, lobt Christof Erb.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema