Bruder Gerhard Busche ist fassungslos: Unbekannte haben die historischen Fresken an zwei Kreuzwegstationen mit Farbe beschädigt.
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Bruder Gerhard Busche ist fassungslos: Unbekannte haben die historischen Fresken an zwei Kreuzwegstationen mit Farbe beschädigt.

Zum wiederholten Mal

„Ein Angriff auf unseren Glauben“ - Franziskaner beklagen Vandalismus am Frauenberg

Diese Taten sind einfach nur geschmacklos: Zum wiederholten Male wurden die Kreuzweg-Stationen am Frauenberg Ziel von Vandalismus. Der Guardian des Franziskaner-Klosters am Frauenberg, Bruder Gerhard Busche, ist fassungslos. 

Fulda - „Ich verstehe diese Taten als gezielten Angriff auf unseren Glauben“, sagt Busche. „Als Christen verletzt uns so etwas natürlich sehr.“ Aber was war geschehen? In der vergangenen Woche haben Unbekannte die rund 300 Jahre alten Fresken an zwei Kreuzwegstationen auf dem Kalvarienberg (Fulda) mit dickflüssiger, neongrüner Farbe verunstaltet und dabei einen derzeit noch nicht bezifferbaren Schaden angerichtet.

Eine Reinigungskraft hatte frühmorgens den Pater auf die mutwillige Beschädigung aufmerksam gemacht. Für Bruder Gerhard handelte es sich um eine Art Déjà-vu. Denn bei der Tat handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall. In den vergangenen Monaten wurden die religiösen Denkmäler rund um das Kloster bereits wiederholt zum Ziel mutwilliger Beschädigung. Im Lauf des Sommers wurde etwa die Rückseite eines Bildstocks vor der Hofeinfahrt rot angesprüht. Etwa im gleichen Zeitraum wurde ein anderes Kreuzweg-Häuschen mit schwarzer Farbe beschmiert. (Lesen Sie hier: Vandalismus an Hornungsbrücke - Lamm Kopf abgeschlagen)

Fulda: „Angriff auf unseren Glauben“ - Vandalismus am Frauenberg

Schon im Februar hatten sich Unbekannte im Schutz der Dunkelheit an den Gittern von zwei Kreuzwegstationen zu schaffen gemacht. Eines davon wurde gewaltsam herausgerissen, bei einem weiteren scheiterten die Täter – und drückten es stattdessen nach innen. Die Franziskaner erstatteten seinerzeit Anzeige. Allerdings liefen die Ermittlungen ins Leere und wurden laut Busche bereits nach wenigen Wochen eingestellt. „Im aktuellen Fall haben wir deshalb auf eine Strafanzeige verzichtet“, sagt Busche. „Es bringt leider nichts, zumal die Stationen nicht versichert sind.“

Der Sachschaden belief sich im Februar auf rund 2000 Euro. Seither sind die Gitter der Kreuzwegstationen durch ein Vorhängeschloss gesichert – eine Spende der Metallbaufirma, die für die Reparatur des Gitters im Einsatz war.

Im Sommer wurde diese Kreuzwegstation beschmiert.

Viel schlimmer als der finanzielle Schaden ist für die Brüder im Kloster laut Bruder Gerhard jedoch die Botschaft, die hinter diesen Taten steckt: „Es ist der Versuch, ein religiöses Kulturgut zu zerstören, das vielen Menschen etwas bedeutet.“ Und mit diesen vielen Menschen meint der Franziskaner nicht nur seine Ordensbrüder, sondern vor allem auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürgern, die den Kreuzweg immer wieder gerne besuchen und dort im Gebet verweilen.

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„Wir müssen davon ausgehen, dass es sich im jüngsten Fall um eine gezielte Tat gehandelt hat“, sagt der Ordensmann. „Denn eine solche spezielle Farbe hat man beim Spazierengehen nicht zufällig in der Tasche stecken.“ Aus welchem Milieu der oder die Täter kommen könnten, ist Busche völlig unklar. Auch ob ein konkreter Anlass zu den Taten geführt hat oder es sich generell um eine Ablehnung des Glaubens dreht, weiß er nicht. (Lesen Sie auch: Scheibe eingeschlagen und Spiegel abgerissen - Polizei ermittelt nach Vandalismus)

Bis auf weiteres hängt nun erstmal ein laminierter Zettel an den beschädigten Kreuzwegstationen. Mit diesem werden die Passanten auf die Beschädigungen aufmerksam gemacht. „Schließlich wurde hier ein neues Denkmal der Intoleranz und Respektlosigkeit geschaffen“, sagt Busche. „Dafür wollen wir die Menschen sensibilisieren.“ (Tobias Farnung)

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