Alte Bekannte: Hugo Rensch (rechts) mit Volker Bouffier bei der Verleihung im Kloster Eberbach.
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Alte Bekannte: Hugo Rensch (rechts) mit Volker Bouffier bei der Verleihung im Kloster Eberbach.

20 bis 30 Stunden in der Woche

Hugo Rensch nach Verdienstkreuz-Verleihung: „Das Ehrenamt ist mein Lebenswerk“

  • Marcus Lotz
    VonMarcus Lotz
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Stolz hat Hugo Rensch aus Heubach vor wenigen Wochen das Verdienstkreuz am Bande aus den Händen von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erhalten. Im Gespräch verrät er, was ihm die Ehrung bedeutet und warum er bei der Verleihung kein bisschen aufgeregt war.

Eltville/Heubach - Es fing ganz unspektakulär an: Im März 2019 wollte Bruno Fischer, mit dem sich Hugo Rensch im Sozialverband VdK Fulda engagiert, von ihm eine Auflistung seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten haben. „Er sagte, er mache da gerade irgendeine Statistik über Ehrenamtliche“, sagt Rensch lachend. Die Liste, die er Fischer zukommen ließ, war beachtlich: Seit 1985 engagiert sich der SPD-Mann in der Gemeindevertretung.

Während dieser Zeit war er in mehreren Ausschüssen aktiv, seit 2011 ist er Beigeordneter und sitzt als solcher im Gemeindevorstand. Seit 2003 ist Rensch zweiter, seit 2014 erster Vorsitzender des Heimatvereins, dessen Ehrenmitglied er ebenfalls ist. „Wir haben eine sehr aktive Laienspielgruppe. Wenn es da etwas zu organisieren gibt, bin ich gerne ganz vorne mit dabei“, erzählt der Heubacher, der – so klingt es – am liebsten gleich selbst mit auf die Bühne würde. „Als erster Vorsitzender geht das aber leider nicht.“

Fulda: Verdienstkreuz für Hugo Rensch - „Ehrenamt ist mein Lebenswerk“

Und dann, sagt Rensch, gebe es da noch „diese verschiedenen Ämter, die man dann hat“. So ist der 70-Jährige Vogelschutzwart seines Ortsteils Heubach. „Jeder Ortsteil in Kalbach hat einen solchen Wart. Der kümmert sich um die Nistkästen“, erklärt der Ehrenamtliche, der außerdem bei der Feuerwehr sowie im Gesangverein Mitglied ist.

Seit 2008 engagiert sich Rensch für den VdK Heubach, dessen stellvertretender Vorsitzender er seit 2013 ist. Im selben Jahr wurde Rensch Soziallotse der Gemeinde, zudem ist er im Verein Selbsthilfe Niere Osthessen aktiv und berichtet von seinen Erfahrungen als Transplantierter. Und auch als Hausmeister für das Bürgerhaus und die ehemalige Landsynagoge engagiert sich Rensch über den Heimatverein.

Aufgrund dieser Leistungen war Hugo Rensch eine von 75 Personen, die vor wenigen Wochen anlässlich des 75. Gründungsjubiläums des Landes Hessen von Ministerpräsident Volker Bouffier geehrt wurden. Rensch wurde das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Für ihn eine Auszeichnung für sein Lebenswerk. „Das war eine tolle Sache in einem schönen, festlichen Rahmen“, findet der Ehrenamtliche. Aufgeregt sei er nicht gewesen, denn Bouffier kenne er von anderen Veranstaltungen, an deren Rande man ins Gespräch gekommen sei. „Er hat mich mit ,Grüß dich, mein Guter‘ begrüßt.“

30 Stunden Ehrenamt in der Woche - Ehefrau Waltraud steht hinter ihrem Mann

In sein Lebenswerk hat Rensch viel Zeit investiert. „Es gibt Wochen, da sind das schon 20 bis 30 Stunden“, berichtet der gelernte Kfz-Mechaniker. Wichtig hierbei – das habe auch der Ministerpräsident bei der Verleihung angesprochen – seien auch die Partnerinnen und Partner von Ehrenamtlichen. „Die müssen definitiv dahinterstehen.“ Das sei auch bei seiner Frau Waltraud der Fall. Die rief ihm schon manches Mal „Musst du schon wieder weg?!“ hinterher, etwa als er zwei Jahre ehrenamtlicher Bauleiter beim Bau des Bürgerhauses war. „Ich war auf der Baustelle morgens der Erste und abends der Letzte.“

Auch in Zukunft möchte Rensch „an vorderster Front“ helfen. Sein Antrieb für all das, so sagt er bescheiden, sei schlicht, den Ort voranzubringen, ehrenamtlich und in der Kommunalpolitik, die ihm sehr viel Spaß mache. Die Zeit, die übrig bleibt, verbringt er gerne mit seiner Familie.

Ob nun ehrenamtlich in Vereinen, als Kommunalpolitiker, auf Radtour mit seiner Frau oder als hauptamtlicher Großvater von vier Enkelkindern – Hugo Rensch möchte weiter viel bewegen.

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