Verkleidet auf dem Weg zur Arbeit: Marion Haag.
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Die FKG hatte eine generelle Absage vom Romo zurückgezogen. (Archivfoto)

FKG und Stadt tagen

2G-Regel bei Fastnachts-Veranstaltungen? Eckpunkte für Romo in Fulda stehen

  • Andreas Ungermann
    VonAndreas Ungermann
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Wie kann ein erster Rosenmontag in Fulda unter Corona-Bedingungen aussehen? Stadt und Vereine haben darüber beraten und Eckpunkte festgehalten.

Update von 12.11 Uhr: Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) hat sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Fuldaer Karneval-Gesellschaft (FKG) sowie von acht Fuldaer Randstaaten ausgetauscht, teilt die Stadt mit. Dabei haben sich die Beteiligten auf Eckpunkte zur weiteren Planung der Fastnachtskampagne 2021/22 verständigt - vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. „Weitere Schritte sollen dann beim nächsten offiziellen ,Randstaatenstammtisch‘ im Dezember intern besprochen und vertieft werden“, heißt es.

Einig waren sich die Beteiligten darüber, dass für Fastnachtsveranstaltungen in geschlossenen Räumen eine 2G-Regelung empfohlen wird. Die jüngste Klarstellung der hessischen Landesregierung, dass auch getestete Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren an solchen Veranstaltungen teilnehmen können, stelle eine Hilfe dar.

Planungen für den Rosenmontag sind nach Angaben der FKG als traditionellem Veranstalter angelaufen. Aber was am 28. Februar konkret machbar sein werde, könne man jedoch voraussichtlich erst im Januar abschätzen.

Fulda: 2G bei Fastnachts-Veranstaltungen? Eckpunkte für den Romo stehen

Als Schirmherr der Fuldaer Fastnacht würdigte der Oberbürgermeister das Verantwortungsbewusstsein und Engagement der Verantwortlichen sowie deren Kreativität bei der Suche nach alternativen Konzepten und Formaten. Der besondere Dank aller galt den Aktiven in den Vereinen für ihr ehrenamtliches Engagement trotz der Pandemie seit nunmehr 19 Monaten. Wingenfeld betonte die Bedeutung der Fuldaer Foaset als Kulturgut und ihren Wert für den gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Mir ist in den vergangenen Monaten noch einmal besonders bewusst geworden, dass die Fastnacht einer der wenigen Bereiche ist, der alle Menschen in unserer Stadt zusammenführen kann.“

Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung der Pandemie beschlossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des kurzfristig anberaumten heutigen Treffens im Stadtschloss zudem eine regelmäßige sehr enge Abstimmung zwischen Stadt, FKG und Randstaaten. Zu dieser seien auch die „Bundesstaaten“ Petersberg und Künzell herzlich eingeladen, betonte der Oberbürgermeister.

Erstmeldung vom 5. November: Fulda - Die Randstaaten der Fuldaer Foaset wollen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht im Detail zu möglichen Plänen eines Rosenmontagsumzugs in Fulda äußern. Darauf haben sich die Vereine verständigt, sagt Marianne Koch, Bürgermeisterin der Florengäßner Brunnenzeche. Eine Stellungnahme ist demnach erst nach einem Treffen von Vereinsverantwortlichen mit der FKG und Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) am Freitagvormittag, 5. November, zu erwarten. „Wir haben Ideen und der Oberbürgermeister hat Vorstellungen. Darüber diskutieren wir und versuchen, diese zu einem Konzept zusammenzubringen“, so Koch vor dem Treffen.

Vorsichtig optimistisch gibt sich Markus Schmid, Vorsitzender des Karnevalvereins Ostendia, in einer grundsätzlichen Aussage: Prinzipiell sei der Rosenmontag der Höhepunkt, für den jedes Karnevalistenherz schlage und ein Umzug deshalb wünschenswert. „Aber letztlich wird die Corona-Situation das entscheiden. Es gilt, vorsichtig zu sein, und keine Harakiri-Aktionen übers Knie zu brechen“, sagt er.

Fulda: Vereine bei Rosenmontag-Planung optimistisch, aber vorsichtig

Im Nordend indes sei nach der überraschenden Ankündigung der FKG nun erst einmal Abwarten angesagt – mit dem Wissen, dass der Geselligkeitsverein im Fall der Fälle zügig in Planungen einsteigen könne. „Der Wagenbau dauert bei uns ohnehin nur drei Tage“, sagt Vorsitzender Ingo Bott, der ebenfalls noch keine Details nennt. „Wir müssen sehen, was die FKG plant, müssen uns im Vorstand und mit den anderen Randstaatenvorständen abstimmen“, sagt er. (Lesen Sie hier: Rosenmontags-Umzug in Fulda - FKG zieht generelle Absage zurück)

In Neuhof haben sich unterdessen die fünf Karnevalsvereine – Neuhof, Rommerz, Hattenhof, Hauswurz und die Vereinsgemeinschaft Giesel – mit Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) wie von diesem gegenüber unserer Zeitung angekündigt, am Mittwochabend bereits zusammengesetzt, um das Vorgehen am Rosenmontag zu besprechen. Beteiligt war an der Runde auch die Polizei. Denn, so erklärt Stolz auf Nachfrage, die Verordnungslage ist und bleibt bei den Planungen die bestimmende Komponente. Der Bürgermeister berichtet von „sehr sachlichen und konstruktiven Gesprächen“, während denen sowohl Gemeinde als auch Polizei den Vereinen beratende Unterstützung zugesagt hätten.

Video: Fuldaer Fastnachter organisieren Einkaufsservice - „Einkauf statt Einmarsch“

Die Karnevalisten ihrerseits seien sich der Ungewissheiten durchaus bewusst und mit durchdachten Anliegen in die Sitzung gegangen. „Wir haben jetzt das Gemeindezentrum und die Bürgerhäuser für Fastnachtsveranstaltungen reserviert, sodass diese – abhängig von der dann geltenden Verordnungslage – stattfinden können“, sagt Stolz. Die Vereine planten größere Veranstaltungen aktuell nach der 2G-Regelung, überschaubarere Veranstaltungen wie beispielsweise eine Seniorenfastnacht sei unter 3G-Bedingungen denkbar.

Was die Umzüge betreffe, so sei noch keine endgültige Entscheidung in der Runde am Mittwochabend getroffen worden. Diskutiert worden seien allerdings Umzüge in abgespeckter Version, „eine überschaubare Straßenfastnacht wie früher – zurück zu den Wurzeln“. Das alles sei besser, als den Karneval erneut ausfallen zu lassen, meint Stolz: „Trotz Pandemie sollten wir unsere Traditionen und die Gemeinschaft pflegen. Die Fastnacht hat für die regionalen Netzwerke eine Bedeutung“, ist Stolz überzeugt und spricht somit vielen Karnevalisten aus dem Herzen.

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