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Mehr Sicherheit für Kinder und Jugendliche: Acht Kommunen erhalten Dialog-Displays

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Von: Leon Weiser

Die Dialog-Displays zeigen an, wie schnell Autos fahren. Hier wird der Fahrer unter anderem von den Schülern der Grundschule Johannesberg in der Tempo-30-Zone gelobt.
Die Dialog-Displays zeigen an, wie schnell Autos fahren. Hier wird der Fahrer unter anderem von den Schülern der Grundschule Johannesberg in der Tempo-30-Zone gelobt. © Tobias Farnung

Acht Kommunen des Kreises Fulda haben jeweils ein Dialog-Display erhalten. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit an Schulen und Kindergärten zu erhöhen, indem Tempo 30 für Autos durchgesetzt wird.

Johannesberg - „Wir möchten mit den Autofahrern kommunizieren. Wenn sie langsam fahren, werden sie gelobt. Sind sie zu schnell unterwegs, erhalten sie Tadel“, erklärt Gerhard Brink, Vizepräsident der Deutschen Verkehrswacht Hessen. Die Dialog-Displays werden überwiegend vor Schulen und Kindergärten angebracht, um so die Sicherheit für die Kinder zu gewährleisten.

Übergeben wurden die Tafeln von Brink, Wolfgang Herda vom ADAC Hessen-Thüringen sowie von Carsten Sippel vom Regionalverkehrsdienst Fulda des Polizeipräsidiums Osthessen. „Die Displays sind sehr wirkungsvoll. Das hat die Universität Dresden in einer Studie herausgefunden. Es ist eine Verhaltensänderung bei den Autofahrern möglich“, hebt Herda vom ADAC hervor. Durch solche Anzeigen, bei denen die Fahrer gelobt oder getadelt werden, hätten bis zu 60 Prozent der Fahrer ihr Tempo entsprechend angepasst.

Fährt ein Autofahrer zu schnell, wird das Tempo in einer roten Zahl angezeigt oder es erscheint ein „Achtung-Zeichen“. Darunter steht „Langsamer fahren“. Ist das Tempo angepasst, leuchtet die Zahl grün – darunter steht das Wort „Danke“.

Fulda: Mehr Sicherheit für Kinder - Acht Kommunen erhalten Dialog-Displays

Dadurch werden nicht nur die Fahrer angesprochen, sondern auch Kinder, Fußgänger und Radfahrer sollen von den Displays profitieren. „Es muss etwas für die Sicherheit der Fußgänger passieren“, warnt Gerhard Brink. Er vergleicht die Situation in deutschen Städten mit der in Helsinki. Dort gebe es ein Tempolimit von Tempo 30, Blitzer sowie Displays. Das folgt laut Brink dazu, dass es in der finnischen Hauptstadt keine Verkehrsunfälle gibt. (Lesen Sie hier: Ortsbeirat fordert mehr Tempokontrollen in Georg-Kind-Straße)

Für den Bürgermeister der Stadt Fulda, Dag Wehner (CDU), ist die Temporeduzierung wichtig. „Tempo 30 wird sich in der Region hoffentlich ausweiten. Im Bereich von Schulen und Kindergärten ist es dank der Displays möglich, das Limit für die Autofahrer zu kontrollieren.“ Ein weiterer Vorteil sei die längere Lebensdauer der Tafeln. Weil diese mit Solarenergie betrieben werden, laden sie sich Tag für Tag selbst auf. Es gibt auch welche mit Batterien, allerdings müssten diese immer wieder ausgetauscht werden. „Wir werden die Geräte intensiv im Stadtgebiet einsetzten, weil sie nicht von Batterien abhängig sind“, sagt Wehner.

Neben der Stadt Fulda haben die Stadt Hünfeld sowie die Gemeinden Künzell, Neuhof, Hosenfeld, Ebersburg, Hofbieber und Rasdorf jeweils ein Display im Wert von 2000 Euro erhalten. In der Stadt Fulda ist es das dritte. Die mobilen Tafeln werden überwiegend an Schulen und Kindergärten eingesetzt, erklärt Magistratspressesprecher Johannes Heller.

Schon das achtes Display in Künzell

In Künzell ist das Display bereits das achte seiner Art, das dort eingesetzt wird, wo es benötigt wird, sagt Bürgermeister Timo Zentgraf (parteilos). In Hosenfeld werden nun drei verwendet, die ebenfalls an verschiedenen Orten zu sehen ist. „Wir setzen die Tafel dort ein, wo zu schnell gefahren wird“, erklärt Bürgermeister Peter Malolepszy (CDU). Ähnliches gilt für Rasdorf. „Wir verfügen nun über zwei Displays und entscheiden je nach Straße, wo es eingesetzt wird. Es hilft in vielen Fällen, die Geschwindigkeit zu reduzieren“, erläutert Bürgermeister Jürgen Hahn (CDU).

Auch in Hofbieber werden zwei Displays genutzt. Sie werden überwiegend an Schulen und Kindergärten angebracht, heißt es vom Ordnungsamt. In der Gemeinde Ebersburg gibt es ebenfalls zwei Anzeigetafeln, die unterschiedlich verwendet werden, sagt Bürgermeisterin Brigitte Kram (CDU). Neuhof verfügt über zwölf Messtafeln in den Ortsteilen, heißt es von der Gemeinde. Sie werden beim Schulweg in den jeweiligen Ortsteilen eingesetzt.

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