Mit der Aufhebung des Präsenzunterrichts pausierte jüngst ebenfalls der Verkehrsunterricht an den Schulen.
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Mit der Aufhebung des Präsenzunterrichts pausierte jüngst ebenfalls der Verkehrsunterricht an den Schulen.

Sorge um Verkehrssicherheit

Stau bei der Verkehrserziehung: Polizei, Verkehrswacht und Schulen suchen Alternativen bei Fahrradunterricht

  • Andreas Ungermann
    vonAndreas Ungermann
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Mit der Aufhebung des Präsenzunterrichts pausierte jüngst ebenfalls der Verkehrsunterricht an den Schulen. Das gibt Anlass zur Sorge um die Verkehrssicherheit von Kindern.

Kreis Fulda - Mit der Forderung, den durch die Corona-Pandemie ausgefallenen Verkehrsunterricht an Grundschulen nachzuholen, ist die Kreis-FDP während des Lockdowns an die Öffentlichkeit getreten. Zudem fordern die Liberalen die Klärung zwischen Schulträgern und Polizei, wie die Verkehrssicherheitserziehung samt Abschlussprüfung gewährleistet werden kann. „Auch die Landesverkehrswacht Hessen und die Kreisverkehrswacht Fulda machen sich Sorgen angesichts des Ausfalls des praktischen Fahrradunterrichts in den vierten Klassen“, erklärt der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht und Vizepräsident der Landesverkehrswacht, Gerhard Brink, und stellt fest: „Die Corona-Pandemie und nicht die Polizei oder die Kreisverkehrswacht Fulda verhinderten die Beschulung.“ Zudem sei es nicht richtig, dass der Unterricht komplett eingestellt worden sei. „Ab Anfang März dieses Jahres war die Jugendverkehrsschule für knapp sieben Wochen in mehreren Grundschulen unterwegs“, berichtet Brink.

Fulda: Verkehrserziehung - Polizei, Verkehrswacht und Schulen suchen Alternativen bei Fahrradunterricht

Sowohl das Staatliche Schulamt Fulda als auch das Polizeipräsidium Osthessen, bestätigen, dass die praktische Ausbildung mit der Rückkehr zum Wechselunterricht wieder aufgenommen werden. „Termine wurden von den Verkehrserziehern der Polizei und einigen Grundschulen bereits reserviert“, erläutert Harald Persch, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamts Fulda. Die Grund- und Förderschulen stünden dazu in engem Kontakt mit den Verkehrserziehern, um konstruktive Lösungen zu finden. Mit Erfolg: In Schulen in den Landkreisen Fulda und Vogelsberg sind die Unterrichtseinheiten in dieser Woche mit Rückkehr zum Wechselunterricht tatsächlich wieder aufgenommen worden, bestätigt die Polizei und ergänzt dazu: „Für Kinder, bei denen coronabedingt der praktische Teil der Verkehrserziehung im Schuljahr 2020/2021 ausgefallen ist, plant die Jugendverkehrsschule in Kooperation mit dem Schulamt für die erste Sommerferienwoche eine Ferienfahrradschule. Dabei soll für die betroffenen Kinder eine Möglichkeit geschaffen werden, zusammen mit der Polizei das sichere Fahren mit dem Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr zu üben.“ Laut Schulamt ist unter dem Titel „Sommerfahrradspaß!“ ein komprimiertes Verkehrssicherheitstraining in Gruppen zu je 28 Kindern geplant. (Lesen Sie hier: Immer mehr Elterntaxis: Schulleiter warnen vor Gefahren - Problem wird durch Corona verschärft).

Die Grundlagen der Verkehrserziehung wurden indes im Distanzunterricht theoretisch vermittelt, betont stellvertretender Schulamtsleiter Persch. „Dazu gibt es zahlreiche Unterrichtsmaterialien rund ums Fahrrad und zur Fahrradausbildung auf dem Hessischen Bildungsserver, einer zentralen Plattform für Lernmedien des Landes. Dort werden Themen wie das verkehrssichere Fahrrad, Verkehrszeichen und Verkehrsregeln abgedeckt“, sagt er und verweist zudem auf das Medienzentrum Fulda und Hünfeld, das diverse Medien zum Thema „Sicher mit dem Fahrrad im Straßenverkehr“ anbiete.

Video: Keine Chance für Fahrraddiebe: Der TÜV empfiehlt diese Schlösser

Für die schulische Fahrradausbildung habe die Verkehrswacht Fulda in Abstimmung mit dem Schulamt seit Jahresanfang fast 2000 Arbeitshefte mit dem Titel „Mit der lustigen Ampel zur Fahrrad-Prüfung“ an Dritt- und Viertklässler ausgegeben, fügt Kreisverkehrswachtsvorsitzender Gerhard Brink an. Als cross-mediales Angebot ist das Arbeitsbuch verbunden mit dem digitalen Programm auf der Internetseite die-radfahrausbildung.de.

Persch verweist zudem auf ein digitales Angebot der Polizei: die virtuelle Fahrradschule. Mit deren Hilfe könnten den Kindern unter Aufsicht der Eltern kleine Bewegungsaufgaben als praktische Übung gestellt werden. Über ihren Instagram-Kanal @polizei_oh bringt das Polizeipräsidium die Jugendverkehrsschule zu den Grundschülern nach Hause, beschreibt Polizeipressesprecher Patrick Bug das Konzept. „In kurzen Videosequenzen zeigen die Polizistinnen Wiebke Noll, Lioba Mihm und Anja Pabsch, wie sich die Kids richtig im Straßenverkehr verhalten sollen und ihre Fähigkeiten schulen können. Die Übungen wurden bewusst mit haushaltsüblichen Gegenständen aufgebaut und können daher problemlos zu Hause mit den Eltern nachgestellt werden“, erklärt Bug, der darüber hinaus einen Ausblick auf die praktische Fahrradausbildung unter Pandemie-Bedingungen gibt, die nun ausschließlich im Freien stattfinde. „Zunächst wird das verkehrssichere Fahrrad thematisiert und anhand von einfachen motorischen Übungen überprüft, ob die Kinder sicher mit dem Fahrrad umgehen können. Erst dann kommt es zum Üben der Lerninhalte wie Anfahren oder Abbiegen im öffentlichen Straßenverkehr.“

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