Das Veterinäramt hat sowohl bei Tiertransporten als auch bei der Schlachtung ein Auge auf Tierschutzaspekte.
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Das Veterinäramt hat sowohl bei Tiertransporten als auch bei der Schlachtung ein Auge auf Tierschutzaspekte.

Zum Wohle der Tiere

Schweinehalter im Visier der Veterinäre: Sorge um Afrikanische Schweinepest

  • Walter Kreuzer
    vonWalter Kreuzer
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Das Tierwohl gerät immer stärker in das Bewusstsein der Verbraucher. Entsprechend steigen die gesellschaftlichen Anforderungen an eine tiergerechte Nutztierhaltung. Um diese Aspekte geht es auch dem Veterinäramt, das die Bedingungen auf den Höfen der Region zu überwachen hat.

  • Das Veterinäramt kontrolliert Betriebe, wie den Fuldaer Schlachthof nach dem Zufallsprinzip.
  • In 2019 hat das Fuldaer Veterinärmt ein Drittel der Betriebe im Landkreis Fulda kontrolliert.
  • Wegen der Afrikanischen Schweinepest liegt der Fokus der Kontrolle auf den Haltern von Schweinen.

Fulda - Die Ansichten darüber, was tiergerecht ist, gehen weit auseinander. Dabei haben auch die Landwirte ein großes Interesse an einer tiergerechten Haltung. Schließlich erwirtschaften sie große Teile ihres Einkommens mit der Nutztierhaltung. Für die Kontrolleure vom Veterinäramt ist das Vorgehen im Einzelfall weniger von der persönlichen Einstellung abhängig. Sie müssen sich nach dem richten, was EU-Richtlinien sowie Gesetze und Verordnungen von Bund und Land Hessen vorgeben.

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An viele Vorschriften müssen sich alle Halter von Tieren halten – auch Privatleute, die Hunde, Katzen oder Vögel besitzen. Wenn es um Nutztiere geht, dann kommen verschiedene andere Rechtsgrundlagen hinzu. Nur ein Beispiel ist die Rinderkennzeichnung durch Ohrmarken.

Veterinäramt Fulda: Ein Drittel der Betriebe wurden im letzten Jahr kontrolliert

„Von der EU wird vorgeschrieben, dass wir für Kontrollen die Betriebe nach dem Zufallsprinzip auswählen. Ein weiteres Kriterium ist das Risiko. Wenn ein Betrieb aufgefallen ist, dann wird es zu einer Nachkontrolle kommen, bei der geprüft wird, ob die Mängel abgestellt sind“, sagt der Leiter des Fuldaer Veterinäramtes, Dr. Stephan Kraus. Gibt es Mängel, die wiederholt nicht beseitigt werden, droht dem Tierhalter unter anderem der Verlust von Fördergeldern der EU.

Stichwort Mitarbeiter

20 Personen sind im Veterinäramt Fulda beschäftigt: Amtstierärzte: 5 Lebensmittelkontrolleure: 7 Tiergesundheitsaufseher: 4 Verwaltung: 4 Zudem Fleischbeschauer im Nebenberuf: 12

Etwa 2500 Betriebe mit Tierhaltung gibt es im Landkreis Fulda. Gut ein Drittel davon wurde im Jahr 2019 kontrolliert, in etwa vier Prozent der Fälle musste ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden. Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt: „An diesen Zahlen ist ersichtlich, dass häufig kontrolliert wird. Ein Schwerpunkt liegt derzeit auf den Schweinehaltern – insbesondere darauf, ob alle Hygiene-Maßnahmen eingehalten werden.“

Lesen Sie hier: Der Schlachthof Fulda im Konkurrenzkampf mit den Großbetrieben.

Eine große Sorge der Veterinäre: Die Afrikanische Schweinepest

Hintergrund ist die Sorge um die Afrikanische Schweinepest. Diese Seuche wurde zwar noch nicht in Deutschland nachgewiesen, sie ist aber bis auf wenige Kilometer an die Grenze herangerückt.

Stichwort Bußgeldverfahren

2019 hat das Veterinäramt Fulda 37 Bußgeldverfahren eingeleitet. In 13 Fällen betraf es die Tierhaltung. Nicht gereinigte Fahrzeuge und nicht richtig geführte Dokumente wurden ebenfalls geahndet. Bei 2500 Betrieben gab es 850 Kontrollen. Drei Tierhaltungsverbote wurden ausgesprochen und die Verfahren an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Es gibt „viele Anknüpfungspunkte für Risikoprüfungen, nach denen wir dann die zu kontrollierenden Betriebe aussuchen können“, erläutert Schmitt. Kontrollen erfolgen zum Beispiel auch nach Hinweisen von anderen Behörden, etwa vom Land Hessen oder einem der Regierungspräsidien.

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