Margarete Ziegler-Raschdorf
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Am 6. August wird die frühere CDU-Landtagsabgeordnete Margarete Ziegler-Raschdorf 70 Jahre alt.

Vertriebenen-Beauftragte des Landes

Bouffier gratuliert: Ex-Landtagsabgeordnete Margarete Ziegler-Raschdorf wird 70

  • Volker Nies
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Fast 30 Jahre hat sie die Stadtpolitik geprägt, seit mehr als 15 Jahren ist sie in der Landespolitik aktiv. Am 6. August wird die frühere CDU-Landtagsabgeordnete Margarete Ziegler-Raschdorf, seit 2009 Landesbeauftragte der Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, 70 Jahre alt.

Fulda - Ihr Einstieg in die Politik war ungewöhnlich: Als Rechtsanwalt Dr. Christoph Kind 1985 Vorsitzender der Fuldaer CDU wurde, da wollte er, dass Margarete Ziegler-Raschdorf seine Vertreterin wird. Da war sie noch gar nicht CDU-Mitglied. Sie trat der CDU bei, wurde stellvertretende CDU-Vorsitzende und 1993 auch Stadtverordnete. Bis zur Kommunalwahl im März 2021 blieb sie im Amt, in den letzten zehn Jahren als Vorsitzende des Sozialausschusses der Stadtverordneten.

Die Fuldaerin hatte an der Marienschule 1970 Abitur gemacht. Nach dem Beginn eines Pharmazie-Studiums wechselte sie zu Jura – wohl auch, weil schon ihr Vater Ernst Raschdorf, Richter am Fuldaer Landgericht und Direktor des Amtsgerichts Bad Hersfeld, Jurist war. Sie schloss das Studium ab und arbeitete zwei Jahre als Anwältin – in Düsseldorf, wo ihr Mann Dr. Karl Ziegler als Unfallchirurg arbeitete. Beide zogen dann zurück in ihre Heimatstadt Fulda. Die drei Söhne Max (38), Steffen (35) und Julius (29) wurden geboren.

Fulda: Bouffier gratuliert - Margarete Ziegler-Raschdorf wird 70

Ziegler-Raschdorf hatte Interesse an der Politik gefunden. „Mit meiner juristischen Ausbildung hatte ich ein solides Fundament – und ich hatte gelernt, mich zu behaupten. Es war mir klar, dass ich mich durchbeißen müsste.“ (Lesen Sie hier: Bundestagswahl: Ab wann dürfen Wahlplakate aufgehängt werden?)

1999 bewarb sie sich in der Nachfolge von Winfried Rippert um ein Landtagsmandat – obwohl Dr. Walter Arnold Ripperts Favorit war. „Viele Männer hat meine Kandidatur überrascht. Ich habe Kritik, aber auch viel Unterstützung erfahren.“ Ziegler-Raschdorf unterlag Arnold nur knapp und wurde Wahlkreis-Stellvertreterin. Das blieb sie bei der Wahl 2004. Als Arnold Finanz-Staatssekretär wurde, zog Ziegler-Raschdorf für ihn in den Landtag ein. Als Neuling wurde sie Vorsitzende des Rechtsausschusses. Nach der Wahl 2008 verzichtete Arnold auf das Amt des Staatsekretärs und nahm sein Landtagsmandat an, Ziegler-Raschdorf verlor ihren Sitz.

Früher CDU-Landtagsabgeordnete - Heute Vertriebenen-Beauftragte des Landes Hessen

Die Fuldaerin hatte sich in der CDU-Fraktion aber einen guten Ruf erarbeitet – und ihre Parteifreunde wussten, dass sie das Schicksal der Heimatvertriebenen aus eigener Anschauung kennt. Ihre Eltern stammen aus Oberschlesien. „Insbesondere an Feiertagen und bei Verwandtentreffen wurde viel über die alte Heimat gesprochen“, berichtet die CDU-Politikerin. (Lesen Sie auch: CDU-Politiker Wolfgang Bosbach spricht im Wahlkampf über Patriotismus)

Als klar war, dass sie ihr Mandat abgeben muss, rief Ministerpräsident Roland Koch sie an und bat sie, Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler zu werden. Ziegler-Raschdorf sagte zu: „In einer Zeit, in der die Erinnerung an die Vertreibung nachlässt, ist das eine wichtige Aufgabe, die mir auch Verpflichtung ist.“

Volker Bouffier

Auch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gratuliert, wie er unserer Zeitung erklärt: „Mit Margarete Ziegler-Raschdorf habe ich schon in ihrer Zeit als Fuldaer Landtagsabgeordnete sehr gerne zusammen gearbeitet. Als Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler leistet sie eine hervorragende Arbeit. Zum 70. Geburtstag: Danke und für die Zukunft Glück und Segen.“

Von 2009 bis Herbst 2020 übte sie die Aufgabe mit einer Monatspauschale von 1000 Euro im Ehrenamt aus. „Doch die Aufgaben wuchsen. Ich bin in ganz Hessen unterwegs und bin auch für die Vergabe von Fördermittel zuständig geworden.“ Im Oktober 2020 teilte Innenminister Peter Beuth (CDU) mit, dass Ziegler-Raschdorf ihre Funktion jetzt hauptamtlich ausführt – so wie dies andere Landesbeauftragte auch tun. Das löste zu Jahresbeginn 2021 in manchem Internetforum einige Kritik aus. „Diese Aufregung hat mich überrascht, denn Bezahlung ist angesichts der Fülle an Aufgaben gerechtfertigt“, sagt sie.

Bis zum Ende der Wahlperiode hat die Landesbeauftragte noch viel vor. Heute wird sie aber erst einmal im Kreise der Familie gebührend feiern.

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