FBG-Vorsitzender Markus Leibold mit dem Fernsehteam.
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FBG-Vorsitzender Markus Leibold mit dem Fernsehteam.

31 Jahre Partnerschaft

Fichte im Fokus: Fuldaer Wälder für das ostasiatische TV gefilmt

Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Fulda unterhält seit 31 Jahren eine Partnerschaft mit der südkoreanischen Forstcooperative Pyeongchang. Jetzt wurde ein Film für das koreanische Fernsehen gedreht. 

Fulda - Der Film für das koreanische Fernsehen nahm die durch Trockenheit und Borkenkäferbefall geschwächten Fichten-Wälder in den Fokus der Berichterstattung. Drei Tage nahm sich das Team und Leitung von Im Chin Zeit, um über die Probleme der Fuldaer Waldbesitzer zu berichten, organisiert vom FBG-Geschäftsführer Jochen Rümann

Wald ist auch Holz“, diese Einstellung müsse erst noch den Koreanern bewusst werden, hieß es. Dazu regte der Vorsitzende der FBG Fulda, Markus Leibold aus Kämmerzell, den Weiterbau eines Waldwegenetzes von derzeit vier Metern je Hektar auf 30 Meter – vergleichbar zu Deutschland – an, um über Waldpflege und Durchforstung Holzvorräte der im Mittel erst 50-jährigen Mischwälder nutzen zu können. Wigbert Gutmann vom Forstamt Fulda erläuterte die rechtlichen Beschränkungen in Waldnaturschutzgebieten, die offenbar in Korea Probleme bereiteten.

Südkorea und der osthessische Wald: Eine lange Geschichte

Dass Südkorea sich für osthessischen Wald interessiert, hat eine lange Geschichte: 1961 hatte die Entwicklungshilfe Deutschlands für Südkorea begonnen, die forstlich wesentlich vom Land Hessen durch die Ausbildung koreanischer Forstleute beeinflusst wurde, heißt es vom FBG. Das Forstamt Fulda sei dabei ein Schwerpunkt für die Privatwaldbewirtschaftung gewesen. Am 16. November 1989 wurde die Partnerschaft mit der Forstkooperative Pyeongchang, der 1000 Waldbesitzern mit 9000 Hektar angehören, begründet. Sitz ist in der Kreis- und Winterolympiastadt von 2018, Pyeongchang-eup mit rund 10 000 Einwohnern. 

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Waldgesundheit hat mehr Bedeutung als Holzproduktion

Die mehrfachen gegenseitigen Besuche haben den Fuldaern offenbart, dass Waldgesundheit und die Nutzung essbarer Waldpflanzen mehr Bedeutung als die Holzproduktion haben, so die FBG. 60 Prozent der Landesfläche des gebirgigen Südkorea in Ostasien mit 52 Millionen Einwohnern seien bewaldet. Unter der japanischen Herrschaft bis 1945 und während des Koreakrieges (1950-1953) seien die alten Wälder abgeholzt und in einer gewaltigen Eigenleistung aller Einwohner wieder aufgeforstet worden – im Gegensatz zu Nordkorea. Allerdings habe das Saatgut aus Parkanlagen nicht die geeigneten Ansprüche für die Holzproduktion erfüllt – krumme Bäume bestimmen daher das Waldbild. (nz)

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