Mit der neuen Produktionshalle (oben rechts) hat Wagner Fahrzeugteile jetzt Luft für weiteres Wachstum.
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Mit der neuen Produktionshalle (oben rechts) hat Wagner Fahrzeugteile jetzt Luft für weiteres Wachstum.

Trotz schlechter Konjunktur

Wagner Fahrzeugteile nimmt neue Produktionshalle in Betrieb

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Fahrzeugteile Wagner lässt sich von der schlechten Konjunktur gerade für Auto-Zulieferer nicht bremsen: Das Unternehmen hat die Erweiterung der Halle Nord II abgeschlossen. Vier Millionen Euro hat das Unternehmen investiert.

Fulda - „Die neue Halle Nord II bietet mit 4000 Quadratmetern Nutzfläche viel Platz für die Zukunft, die unter Umständen erst mal anders aussehen wird als geplant“, sagt Unternehmer Dr. Stephan Wagner.

Weil 2018 die Auftragslage und die Prognosen für die Wirtschaft sehr gut waren, gab er dem Architekturbüro Staubach + Partner den Auftrag, die Erweiterung für die Halle Nord zu planen. Im Januar 2019 begann der Abbruch. Der Neubau zog sich jedoch aufgrund der schon schwächeren Konjunktur über das ganze Jahr hin.

Neue Halle von Wagner Fahrzeugteile wird in Betrieb genommen

Bei der Fertigstellung im März 2020 war das Unternehmen voll von der Coronakrise und den damit verbundenen wirtschaftlichen Problemen erwischt worden. Ein Autowerk nach dem anderen schloss die Produktion. Durch den behördlich angeordneten Lockdown geriet das normale Leben und die Produktionskette völlig aus der Bahn. Wagner schickte fast alle Mitarbeiter zum 1. April in Kurzarbeit.

Als Betriebsleiter Michael Grosch im März in der leeren Halle stand und überall Notfallzentren für Corona-Kranke aus dem Boden gestampft wurden, machte er sich Gedanken, ob die leere Halle sich im Ernstfall auch für diesen Einsatzzweck eignen könnte. Im Sommer 2020 hatte sich die Situation wieder etwas entspannt, und der Um- und Einzug alter und neuer Maschinen begann. Jetzt wird die neue Produktionsfläche bereits zu 30 Prozent produktiv genutzt. Bis Jahresende ist eine Nutzung von 50 Prozent geplant.

Leonhard Weber ist seit einem halben Jahrhundert dabei.

50 Jahre im Unternehmen

Seit einem halben Jahrhundert ist Leonhard Weber (65) für Wagner Fahrzeugteile tätig. Er begann am 1. August 1970 im Alter von 15 Jahren bei Wagner GmbH & Co. in der Frankfurter Straße seine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Er fiel schon früh durch gute Noten und großes technisches Verständnis auf. Schon früh entwickelte er sich zum Spezialisten für hydraulische Umformung. Viele Millionen Handbremszugstangen wurden auf seinen Werkzeugen gefertigt. Zudem entwickelte und baute er mit Einfallsreichtum komplexe Montageanlagen und Biegevorrichtungen, die teilweise heute noch in Betrieb sind. „Seine langjährige Arbeit zieht sich noch immer wie ein roter Faden durch die Firma Wagner“, lobt Unternehmer Stephan Wagner. Weber sagt, für ihn habe es nicht einen einzigen wirklich schlechten Arbeitstag gegeben. Jetzt wurde Weber offiziell verabschiedet. Der Vater von vier Töchtern ist seit 2001 Ortsvorsteher von Schmalnau. / vn

Dank Halle Nord II: Bereit für neue Projekte

Mehrere Neuprojekte laufen nun in Halle Nord II gerade an. Dazu gehören Getriebeteile für E-Mobile, die mit moderner Laser-Technik verschweißt werden. Im Zwei-Schicht-Betrieb im Einsatz ist die Düsenträger- und Rohrfertigung. In mehreren Rundtaktanlagen werden Teile für Audi und Daimler bearbeitet, berichtet Wagner.

Im nächsten Schritt ist die Verlagerung und der Neuaufbau einer Gruppe von Rundschleifmaschinen geplant, was mit erheblichen Investitionen verbunden ist. „Der Bedarf an Schleifkapazität nimmt zu, da immer mehr Teile mit sehr geringen Toleranzen und hoher Oberflächengüte nachgefragt werden. Diese Qualität ist allein durch Drehbearbeitung nicht zu erreichen“, erklärt Wagner.

Er blickt verhalten optimistisch in die Zukunft: „Die Investition in die neue Halle fällt zwar in eine schwierige Zeit, aber so sind wir für die Zukunft mit neuen Projekten gut gerüstet. Platzprobleme werden wir für lange Zeit nicht mehr haben, was auch bei Kundenbesuchen hilft.“

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