In Corona-Zeiten nutzen Parteien Internet, Plakate und Anzeigen.
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In Corona-Zeiten nutzen Parteien Internet, Plakate und Anzeigen.

Kommunalwahl

Wahlkämpfer bleiben in Fulda auf Distanz: In Corona-Zeiten nutzen Parteien Internet, Plakate und Anzeigen 

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Zu keiner Zeit suchen Parteien so viel Nähe zu ihren Wählern wie in Wahlkampfzeiten: Mit Veranstaltungen, Hausbesuchen und Info-Ständen sprechen Kommunalpolitiker Bürger an. Das galt bis vor einem Jahr. In den Corona-Zeiten ist alles anders.

Kreis Fulda - Abstand halten, keine Menschenansammlungen - nicht unter freiem Himmel und erst recht nicht in geschlossenen Räumen - das gilt auch für alle Wahlkämpfer. Vor der Kommunalwahl am 14. März ist das ein besonders großes Hindernis: Denn gerade bei Kommunalwahlen geht es weniger um Programme als um Menschen: Oft kennt der Wähler die Kandidaten persönlich, die er in den Ortsbeirat, das Gemeindeparlament und den Kreistag wählen will.

Das Land erlaubt Wahlveranstaltungen, wenn Abstände eingehalten werden. Auch Info-Stände sind zulässig, wenn zwischen Wählern und Wahlkämpfern ein Abstand von 1,5 Metern bleibt, wie die Stadt Fulda erklärt. Aber alle Parteien verzichten auf Wahlabende - es käme nicht gut an, wenn der Staat Gaststätten und Hotels wegen Corona schließt und die Parteien sich dann im Bürgerhaus träfen. Ob es Infostände geben wird, das überlegen die Parteien derzeit noch. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Hessen 2021: Corona, Parteien, Fristen - Was wird gewählt? Eine Übersicht).

Fulda: Wahlkämpfer bleiben auf Distanz - In Corona-Zeiten nutzen Parteien Internet, Plakate und Anzeigen 

Angesichts dieser Zwänge wollen alle Parteien - ob klein, ob groß, von rechts bis links, ihren Wahlkampf zum großen Teil ins Internet verlagern. „Das ist wirklich eine Herausforderung. Gerade unsere älteren Wähler, die kaum Umgang mit Social Media haben, sind jetzt schwierig zu erreichen“, räumt CDU-Kreisvorsitzender Markus Meysner ein.

Video: Wie geht eigentlich Kommunalpolitik?

Besonders wirksam ist es, wenn ein Gag im Internet so witzig ist, dass die Zeitung darüber berichtet und die Leute dann darüber reden. Der augenzwinkernde Streit zwischen FDP und CDU über den Schwartemagen - die Videos beider Parteien finden sich auf Youtube unter dem Stichwort Schwaddemagen - ist ein Beispiel dafür. In den Videos geht es weniger um politische Ziele, sondern vor allem darum, sich selbst als sympathisch (und geistreich) darzustellen. Die beiden Videos wurden bis Dienstagabend 4000-mal angeklickt. Vor allem aber brachte der Streit um die Wurst einen Bericht in unserer Zeitung und weitere Aufmerksamkeit.

Markus Meysner: Ältere Wähler, die kaum Umgang mit Social Media haben, sind schwierig zu erreichen

Im Internet allein gewinnt man keine Wahlen, denn dort spricht man fast nur Wähler an, die bereits nach einer Partei suchen. Die Wahlkämpfer setzen deshalb parallel auf klassische Kampagnen-Instrumente, die viele Menschen erreichen: Plakate, Flyer im Briefkasten und Zeitungsanzeigen. Mit ihnen erreichen Parteien viele politisch interessierte Menschen. Idealerweise verzahnen Parteien ihre Botschaften in der analogen und der digitalen Welt. Im Handel nennt man das „Multi-Channel“.

Besonders schwer im Ringen um Aufmerksamkeit haben es Listen, die erstmals antreten - oder nach langer Pause, wie die Freien Wähler. Sie müssen sich die Stammwähler, über die die klassischen Parteien verfügen, erst erarbeiten. Dazu setzen die Freien Wähler ebenfalls auf moderne und klassische Werbung.

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