Das Sportbad Ziehers bleibt geschlossen.
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Schwimmer auf dem Trockenen

Hallenbäder bleiben wegen Corona zu: Wasserfreunde Fulda enttäuscht von Bäderbetriebsgesellschaft

  • Laurenz Hiob
    vonLaurenz Hiob
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Die Wasserfreunde Fulda sind enttäuscht – in doppelter Hinsicht: Weder die Kaderschwimmer noch die Breitensportler können aktuell in Fulda trainieren. WFF-Vorsitzender Erik Bott warnt vor einer Generation an Nichtschwimmern.

Fulda - Sowohl die Wassersportler mit Kaderstatus als auch die ohne Status können zurzeit in Fulda nicht vor Ort trainieren. Letztere werden wegen des strengen Corona-Lockdowns an der Ausübung ihres Hobbys gehindert. Für Sportler in Landes- und Bundeskadern gilt hingegen eine Ausnahme: Sie dürfen unter Beachtung strenger Auflagen trainieren.

Bei den Wasserfreunden Fulda sind das knapp 20 Schwimmer, 19 Wasserballer (16 Landes-, 3 Bundeskader) und 2 Synchronschwimmerinnen. Für ihr professionelles Training sind sie auf ein Schwimmbecken angewiesen. Ein Schwimmbecken, das sie hier in Fulda vorerst nicht zur Verfügung gestellt bekommen.

Fuldaer Schwimmer enttäuscht von Bäderbetriebsgesellschaft - Wasserfreunde auf dem Trockenen

„Wir wissen aktuell nicht, wie es weitergeht“, sagt Vereinschef der Wasserfreunde Fulda, Erik Bott, der „sehr enttäuscht“ ist. „Ich habe schon vor einer Woche bei der Bäderbetriebsgesellschaft angefragt, ob wir ab Montag wieder ins Sportbad Ziehers dürfen, so, wie wir es bis zum 18. Dezember – freilich gegen Bezahlung – durften“, berichtet Bott. Er hat am Freitag „endlich eine Antwort erhalten“. Bis 31. Januar bleiben demnach die Hallenbäder geschlossen. „Zumindest haben meine Nachfragen gefruchtet, und ich habe doch noch eine Information erhalten – wenn auch negativ und sehr spät.“ (Lesen Sie hier: Diese Corona-Maßnahmen gelten ab Montag in Hessen).

Für seine Kaderschwimmer ist der Vereinschef der Wasserfreunde Fulda, Erik Bott froh, dass die unter erschwerten Bedingungen mit 90-Kilometer-Anreise ihr Wintertrainingslager in Großkrotzenburg durchziehen konnten. „Vielleicht können wir sogar noch länger das dortige Hallenbad nutzen. Aber warum sollen wir dauerhaft mehrfach die Woche 180 Kilometer fahren, wenn doch ein beheiztes Schwimmbad in Fulda paratsteht“, fragt der WFFler.

Erik Bott: „Es wird perspektivisch eine ganze Generation an Nichtschwimmern geben“

Bott geht es dabei übrigens nicht nur um die Wasserfreunde Fulda. „Wir sind ja nicht alleine, die Wasserflächen brauchen. Die Schulen mit ihren Leistungskursen, Blau-Gelb und TriForce haben ja genau dasselbe Problem. Und dann gibt es diverse Reha-Angebote, die zurzeit brachliegen.“

Der passionierte Schwimmer geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wir können seit Monaten keine Anfängerkurse anbieten. Das wird wohl erst mal so bleiben, so dass es perspektivisch eine ganze Generation an Nichtschwimmern geben wird. Corona wird uns diesbezüglich noch sehr sehr lange auf die Füße fallen“, vermutet Bott von den Wasserfreunden Fulda.

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