Wie kann man mit der Firmenweihnachtsfeier Kosten sparen?
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Nachdem die Weihnachtsfeiern vieler Betriebe im vergangenen Jahr ausfallen mussten, besteht in diesem Jahr Nachholbedarf. (Symbolbild)

Kleine Events gefragt

Weihnachtsfeier trotz Corona? Das planen Betriebe und Gastronomen für die Adventszeit

Corona führte im vergangenen Jahr dazu, dass viele Weihnachtsfeiern ausfallen mussten. Umso größer ist nun der Nachholbedarf. Das planen Firmen und Gastronomen in Fulda sowie im Main-Kinzig-Kreis für den Winter.

Fulda - Wie werden die betrieblichen Weihnachtsfeiern in diesem zweiten Corona-Jahr wohl aussehen? Mit der gesamten Belegschaft in der festlich geschmückten Kantine, draußen auf dem Hof am aufgebauten Glühweinstand, mit dem kleinen Team in der heimeligen Gaststätte oder zur Sicherheit doch nur digital?

Der Deutsche Hotel- und Gastronomieverband in Hessen hatte neulich schon frohlockt und sich über zahlreiche Buchungen in den Gaststätten gefreut, weil die Unternehmen nach den vielen Absagen im vergangenen Jahr offenbar einen Nachholbedarf an geselligen Zusammenkünften sehen. In der Region ist die Stimmung bei Firmen und Gastwirten allerdings noch durchwachsen.

Fulda: Weihnachtsfeier trotz Corona - Das planen Betriebe und Gastronomen

„Im vergangenen Jahr hat es uns wehgetan, dass viele Feste nicht stattfinden konnten“, sagt Thomas Bertz, Pressesprecher beim Bäckereiunternehmen Pappert in Poppenhausen. „Es ist uns wichtig, die Zusammenarbeit zu fördern. Das ist Teil der Pappert-Philosophie.“ In Vor-Corona-Zeiten waren die Beschäftigten mitsamt Familie in der Backstube zu einem „Weihnachtsbaumfest“ zusammengekommen. Vor einem Jahr war das nicht möglich, immerhin hatte es damals aber noch unter anderem einen „Glühwein to go“ für alle gegeben.

„Diesmal wollen wir wieder in Richtung einer normaleren Weihnachtsfeier mit Essen und Trinken gehen – allerdings immer mit Blick auf die Coronazahlen, denn die Gesundheit geht vor“, betont Bertz. Die Herausforderung dabei sei, die Gästezahl überschaubar zu halten, aber dennoch eine heimelige Atmosphäre zu schaffen. (Lesen Sie hier: Zusätzlich zum Weihnachtsmarkt: Regiomarkt am Buttermarkt geplant)

Das Unternehmen habe in den vergangenen Monaten immer wieder festgestellt, wie wichtig es auch den Mitarbeitenden sei, wieder zusammenzukommen. „Die Sehnsucht nach Nähe ist groß.“ Daher kann sich Bertz eine Feier, die beispielsweise nur digital durchgeführt wird, schwerlich vorstellen: „Am Ende lebt die Weihnachtsfeier vom unmittelbaren Kontakt zueinander.“

Ähnlich sieht es Josef Wirth von Möbel Wirth in Hünfeld: „Wir sind hier wie eine Großfamilie, deshalb gehört ein gemütliches Beisammensein in der Vorweihnachtszeit einfach dazu.“ Im vergangenen Jahr war zunächst eine Weihnachtsfeier geplant worden, allerdings – anders als sonst – nicht in einer Gaststätte, sondern im Betrieb. Dazu sei ein Caterer beauftragt worden.

Betriebe planen wieder Weihnachtsfeiern - Kleine Events gefragt

Aufgrund der Coronazahlen habe man dies absagen müssen, nun sollen die Pläne in diesem Jahr nachgeholt werden, erklärt Wirth. Auch ihm ist wichtig, dass an diesem Termin alle Mitarbeitenden zusammenkommen. Das sei sonst wegen der unterschiedlichen Arbeitszeiten schwierig. (Mit unserem Corona-Ticker für Fulda bleiben Sie immer auf dem Laufenden)

Und wie ist die Buchungslage bei den Gastronomen? Marc Zuspann von Zuspann à la Carte ist mit der Anzahl der Reservierungen zufrieden. An den Feiertagen sei er zu 80 Prozent bereits ausgebucht. Im Advent verzeichne er ein „gemischtes Klientel“: große Firmen, aber auch mittelständische Betriebe sowie Arztpraxen. „Es gibt einen Nachholbedarf“, bestätigt Zuspann.

Weitere Statements

Was der Dehoga-Verband und weitere Gastronomen in Fulda und im Main-Kinzig-Kreis über die Buchungslage berichten, erfahren Sie in der Printausgabe der Fuldaer Zeitung und der Kinzigtal Nachrichten vom Dienstag, 19. Oktober, und im digitalen E-Paper.

Allerdings habe das Restaurant weniger Kapazitäten, denn Zuspann hat sich für das 3G-Modell entschieden. Neben Geimpften und Genesenen haben auch Getestete Zutritt. Das bedeute aber auch, dass Tische in einem größeren Abstand zueinander aufgestellt werden. Eine Konsequenz: Weil im Dezember deshalb viele Termine ausgebucht sind, verlegen Unternehmen ihre Weihnachtsfeiern kurzerhand nach vorne: Noch weit vor dem 1. Advent, Mitte November, wird bei Zuspann die erste Feier begangen.

Auch das Fuldaer Haus in der Rhön setzt auf das 3G-Modell – auch wenn das mit einem großen Nachteil verbunden sei: „Früher hatten wir Betriebsfeiern mit 60 bis 70 Leuten“, erklärt Inhaber Andreas Rau. Jetzt werde er aufgrund der Corona-Beschränkungen und damit einhergehender geringerer Kapazität eher kleinere Betriebe mit bis zu 30 Personen empfangen. Eine erhöhte Nachfrage von Unternehmen nach Weihnachtsfeiern kann er derzeit allerdings noch nicht feststellen.

Video: Wo Weihnachtsmärkte dieses Jahr stattfinden - und wo nicht

Im Main-Kinzig-Kreis geht die Tendenz ebenfalls zu kleineren Gruppen. Stefan Barthel vom Bayrischen Hof in Steinau-Marborn verweist darauf, dass es im Grunde keine Anfragen für größere Weihnachtsfeiern ab 50 Personen gebe. Die Anfragen bezögen sich meist auf deutlich kleinere Gruppen. Eine starke Nachfrage gebe es zurzeit aber nicht, was wohl auch an den Schul-Herbstferien liege. Während diesen hat der Gasthausbetrieb in Marborn ohnehin geschlossen.

Mit dem notwendigen Abstand und der 3G-Regel könnten auch im Gasthaus Zum Jossatal im Bad Soden-Salmünsterer Stadtteil Mernes größere Gruppen bewirtet werden, doch Sabine Kröckel berichtet auf Anfrage, dass es hierfür bisweilen noch an ausreichend Personal fehle.

Die Anzahl an Reservierungen sei bislang noch überschaubar. Diese trudelten noch „eher zaghaft ein. So können wir das Ganze recht ruhig angehen“, erzählt sie. Viele Gäste würden sich in diesem Jahr auch recht kurzfristig entscheiden, ob sie sich zu einer Feierlichkeit in einem Lokal treffen wollen. Mit Blick auf die Pandemie sei es ihr sogar lieber, kleinere Weihnachtsfeier-Gruppen zu bewirten, sagt Kröckel. (sam, hgs, tim, lhe)

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