Der Fuldaer Weihnachtsmarkt ist für Touristen ein Grund, Fulda im Dezember zu besuchen. Ob er 2020 stattfindet, ist offen.
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Der Fuldaer Weihnachtsmarkt ist für Touristen ein Grund, Fulda im Dezember zu besuchen. Ob er 2020 stattfindet, ist offen.

Glühwein trotz Corona?

Weihnachtsmarkt Fulda: Standbetreiber sieht seine Existenz bedroht - „Absage wäre fatal“

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Im Supermarkt liegt schon Spekulatius, und auch die Standbetreiber des Fuldaer Weihnachtsmarktes haben sich bereits vor Wochen um einen Platz beworben. Doch wie und ob Weihnachtsmärkte in der Region stattfinden können, das steht noch nicht fest.

Fulda - Mehr als eine Million Menschen haben den Fuldaer Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr besucht. Die Zahl hat das City-Marketing über spezielle Frequenzmesser ermittelt. In der Corona-Pandemie ist diese Besuchermenge ein „Knackpunkt“, erklärt Monika Kowoll-Ferger von der Magistratspressestelle auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir sind noch mitten in den Prüfungen. Die Stadt Fulda möchte ein vorweihnachtliches Angebot in der Adventszeit schaffen, aber die Besucherströme müssen dabei gelenkt werden.“ Die Hygiene- und Abstandsregeln müssten in jedem Fall eingehalten werden.

Erst kürzlich hat die Bundesregierung beschlossen, dass Großveranstaltungen noch bis Ende des Jahres verboten sind. Der Weihnachtsmarkt, der traditionell am Uniplatz, im Museumshof, Unterm Heilig Kreuz, am Borgiasplatz und seit 2019 auch am Buttermarkt stattfindet, ist zwar keine klassische Großveranstaltung wie ein Konzert, aber auch hier kommen Menschen zusammen. Vor allem an den Glühweinständen stehen sie länger beieinander.

Weihnachtsmarkt Fulda: Besuchermengen werden zum Knackpunkt in der Corona-Pandemie

Niels Völlmecke von der Firma KTL Event Schmiede betreibt einen solchen Glühweinstand. Er hofft, dass der Fuldaer Weihnachtsmarkt stattfinden wird. „Für uns und auch andere Standbetreiber ist das eine enorm wichtige Einnahmequelle. Eine Absage wäre fatal. Das würde einige Existenzen bedrohen“, stellt der 38-Jährige heraus. Seine Familie ist schon seit mehr als 30 Jahren Teil des Fuldaer Weihnachtsmarktes. Neben dem Glühweinstand betreibt die Firma das Kinder-Riesenrad und die Schieneneisenbahn am Borgiasplatz.

Schon Anfang des Jahres hat sich Völlmecke bei der Stadt Fulda beworben, um wieder die Standplätze auf dem Weihnachtsmarkt zu bekommen. „Wir schweben in der Luft und fressen gerade unser Erspartes auf“, sagt er. Als Veranstalter sind ihm in diesem Jahr so gut wie alle Aufträge weggebrochen. Normalerweise vermietet die Firma Fahrgeschäfte und Hüpfburgen für Sommerfeste und Messen. Ein Großteil des Jahresumsatzes macht das Unternehmen aber im Dezember am Weihnachtsmarkt. Wie das in diesem Jahr ablaufen kann, darüber hat sich Völlmecke schon Gedanken gemacht. „Wir haben vor Kurzem die Kulturbühne Fulda organisiert, eine Veranstaltung unter Corona-Bedingungen, die gut funktioniert hat. Ich bin der Meinung, dass die Hygiene- und Abstandsregeln auch am Weihnachtsmarkt umgesetzt werden können. Die Leute sind sensibilisiert. Man muss nicht alles von oben regulieren und kann den Menschen zutrauen, dass sie vernünftig sind.“

Fulda: Standbetreiber vertraut in Corona-Zeiten auf Vernunft der Weihnachtsmarkt-Besucher

Die CWE Fulda stellt zum Weihnachtsmarkt in der Stadtverordnetensitzung am Montag eine Anfrage. Viele Fragen sind noch offen: Kann der Markt in der Fläche vergrößert werden? Soll er womöglich auf mehreren Plätzen stattfinden? Wie können Besucherströme geleitet werden? Wie kann eine Registrierung ablaufen? Und auch die Frage, ob man wieder zum Plastikbesteck zurückkehrt, steht im Raum. 2019 war solches Geschirr verboten. „Mitte September kann man frühestens mit einer Entscheidung rechnen. Für die Stadt Fulda ist der Dezember eine wichtige Veranstaltungszeit und der Weihnachtsmarkt ein Magnet“, sagt Kowoll-Ferger. Es sei schade, wenn das wegbrechen würde. Doch das Problem mit den Abständen müsse geregelt werden.

Vor dieser Herausforderung stehen alle Veranstalter von Weihnachtsmärkten in der Region. In Hünfeld, wo der Adventsmarkt immer am ersten Adventswochenende stattfindet, steht eine Entscheidung des Magistrats ebenfalls noch aus. „Es wird diskutiert. Im September soll es aber entschieden werden, weil dann die Vorbereitungen anlaufen müssten“, erklärt Pressesprecher Helmut Käsmann.

Auch in Hünfeld steht noch nicht fest, ob der Adventsmarkt stattfindet.

Auch in Schlitz wird demnächst beschlossen, ob der Weihnachtsmarkt stattfindet. Üblicherweise wird er an jedem Adventswochenende veranstaltet. „Samstag und Sonntag kommen immer mehrere Tausend Besucher. Viel Platz haben wir nicht. Es ist ein kleiner, beschaulicher Weihnachtsmarkt“, sagt Heike Weber, Chefin der Touristinfo Schlitz. Eines steht aber jetzt schon fest: Die Kerze in Schlitz, die als größte der Welt gilt, wird leuchten, mit oder ohne Weihnachtsmarkt.

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