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Großer Tag für Hunderte Kinder: Kommunionen und Konfirmationen stehen an

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Von: Sophie Brosch

Emily van Gerven fiebert dem Weißen Sonntag entgegen. Dann darf sie endlich in ihr Kommunionkleid schlüpfen und zum ersten Mal die Kommunion empfangen.
Emily van Gerven fiebert dem Weißen Sonntag entgegen. Dann darf sie endlich in ihr Kommunionkleid schlüpfen und zum ersten Mal die Kommunion empfangen. © Celina Lorei; Caroline Seidel/dpa

Die Katholiken feiern traditionell am Weißen Sonntag, eine Woche nach Ostern, die Heilige Erstkommunion. Ebenso stehen Konfirmationen an. Doch auch in diesem Jahr hat die Corona-Pandemie noch Auswirkungen auf die Feiern.

Fulda - Es ist für die Kinder ein großer Tag: Viele Jungen und Mädchen, meist im Alter von neun oder zehn Jahren, empfangen am Weißen Sonntag in der katholischen Kirche zum ersten Mal die Heilige Kommunion. „Die feierliche Erstkommunion bedeutet für die Kinder eine Erneuerung ihrer Taufe und eine bewusste Eingliederung in die kirchliche Gemeinschaft“, sagt Matthias Reger.

Der Pressesprecher des Bistum Fulda berichtet außerdem, dass im Jahr 2020, als die Kommunion und Konfirmation vielerorts verschoben wurde, insgesamt 2110 Kinder an der Kommunion im Bistum teilgenommen haben. Wie viele Mädchen und Jungen in diesem Jahr an der Erstkommunion teilnehmen, könne Reger nicht beziffern, da die Erstkommunion in der Heimat-Pfarrgemeinde stattfinde und die Zahlen erst in der jeweiligen Jahresstatistik erscheinen.

Auch in diesem Jahr beeinflusst die Corona-Pandemie noch die Planung der Feierlichkeiten. So empfiehlt das Bistum für die Kommunionsfeiern - wie bereits an Ostern - einen Mindestabstand von 1,50 Metern und das Tragen einer Maske in Innenräumen. „Dies gilt auch für das Singen in Innenräumen, hier wird weiterhin das Tragen einer Maske empfohlen. Bei der Teilnehmerzahl im Gottesdienst gibt es keine Einschränkungen mehr.“

Fulda: Weißer Sonntag - Hunderte Kinder feiern Kommunion und Konfirmation

Die Katholische Innenstadtpfarrei Fulda hat die Heilige Erstkommunion auf den Juli verschoben. Der Grund: Corona. „Als wir im September gemeinsam mit den Eltern den Zeitplan für die Kommunion aufgestellt haben, waren die Corona-Infektionszahlen bereits gestiegen. Daher haben wir beschlossen, die Erstkommunion nicht wie üblich am Weißen Sonntag, sondern später im Jahr zu feiern“, erklärt Pfarrer Stefan Buß.

Diese Entscheidung halte er nach wie vor für richtig. „Zu Beginn des Jahres mussten wir wegen der Pandemie kürzer treten. Jetzt können wir die Kinder nochmal verstärkt auf die Kommunion vorbereiten.“ Im Mai sei zum Beispiel ein gemeinsames Wochenende in Kleinsassen geplant.

„Jetzt ist alles entspannter - die Abstandsregeln in der Kirche wurden aufgehoben, wir empfehlen lediglich weiterhin das Tragen von Masken“, sagt der Pfarrer. Die 28 Kinder wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Gottesdienste zur Heiligen Kommunion finden am 9. und 10. Juli um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche statt. In vielen anderen Gemeinden in der Region wird morgen aber auch traditionell gefeiert.

Kirchenkreis Fulda rechnet dieses Jahr mit 350 Konfirmanden

Im Kirchenkreis Fulda werden laut Pressesprecherin Claudia Pfannemüller von Mai bis Juli Konfirmationen gefeiert. Dabei würden etwa 350 Jugendliche konfirmiert. „Die Konfirmationsgottesdienste können weitgehend wie gewohnt stattfinden. Natürlich hängt es von der Größe der Kirche und der Anzahl der Konfirmandinnen und Konfirmanden ab. Die Kirchenvorstände der einzelnen Gemeinden entscheiden, welche Corona-Maßnahmen jeweils umgesetzt werden“, erklärt die Pressesprecherin.

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck empfehle weiterhin das Tragen von FFP2-Masken und für besonders gut besuchte Gottesdienste die 3G-Regel. Einige Gemeinden setzten auf Freiwilligkeit, andere machten konkrete Vorgaben für den Besuch von Gottesdiensten.

„Für evangelische Jugendliche ist die Konfirmation ein ganz besonderer Moment im Leben. Bei der Konfirmation sagen sie ‚Ja‘ zu ihrer Taufe. Auf diesen besonderen Tag werden sie im Konfirmandenunterricht gut vorbereitet“, sagt Claudia Pfannemüller. Bei der Vorbereitung würden auch Ausflüge und mehrtägige Freizeiten angeboten, die ehrenamtliche jugendliche Mitarbeiter organisierten. „Meist sind es die persönlichen Begegnungen und das Erlebnis von Zusammengehörigkeit als Gruppe, die die Konfirmandenzeit so besonders und eindrücklich machen.“ Alle seien sehr froh, dass Ausflüge und Freizeiten in diesem Jahr wieder stattfinden können.

Video: Wie wird die Konfirmation gefeiert?

So ging es auch Pfarrer Christian Pfeifer von der Evangelischen Kirche Petersberg und seinen „Konfis“. „Nach zwei Jahren Corona-Pause wieder ein Wochenende wegzufahren, hat richtig Spaß gemacht“, schwärmt er von der Fahrt nach Volkersberg. Die jugendlichen Betreuerinnen und Betreuer hätten die Fahrt gemeinsam mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden geplant - inklusive Gottesdienst, Video, Podcast und einem Theaterstück. „Die Konfis der letzten beiden Jahre hatten Pech, ihre Vorbereitung fand größtenteils digital statt“, bedauert Pfeifer.

23 Jugendliche werden - aufgeteilt in zwei Gruppen - in diesem Jahr in der St. Johanneskirche Petersberg an Pfingsten konfirmiert, weitere neun im Bonhoefferhaus Fulda. Wenn sich die Empfehlungen bis zu den Feiertagen nicht ändern, gelte im Gottesdienst das Tragen einer FFP2-Maske. „Die Vorbereitungen gehen nach den Osterferien in den Endspurt: Die Jugendlichen fertigen noch Kerzen an, suchen sich Konfirmationssprüche aus und üben den Gottesdienst ein“, sagt Pfarrer Pfeifer.

Ob bereits morgen oder erst in ein paar Wochen - alle Pfarrer, Kinder und Jugendliche sind froh, dass Kommunion und Konfirmation in diesem Jahr wieder gemeinsam mit Familien und Freunden gefeiert werden können.

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