Fotos: Daniela Petersen, Helios Models & Lighting UG

Von Fulda in die Weiten der Welt: Daniel Beck und Joachim Krah bauen Raumschiff-Modelle

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Etwa sieben Jahre ist es her, da hat Daniel Beck sein Hobby zum Beruf gemacht und sich damit einen Lebenstraum erfüllt: Zusammen mit Joachim Krah fertigt der Modellbauer detailgetreue Nachbauten von Raumschiffen – und verschickt sie an Kunden rund um den Globus.

Von unserem Redaktionsmitglied Marcus Lotz

Wenn die Fuldaer Daniel Beck und Joachim Krah über ihre Arbeit reden, spürt man sofort, mit wie viel Enthusiasmus die beiden 37-Jährigen bei der Sache sind. „Wenn Erwachsene unsere Modelle anschauen und dabei leuchtende Kinderaugen bekommen, dann ist das ein tolles Gefühl“, beschreibt Beck, warum er sein Hobby, den Modellbau, zu seinem Beruf gemacht hat.

„Dinge, die wir schaffen, haben Käufer rund um den Globus, auf allen Kontinenten gefunden“, ergänzt Joachim Krah sichtlich stolz. „Dass solche Modelle aus dem kleinen Fulda in die ganze Welt gebracht werden, das ist schon krass.“

Handfestes Know-How

Angefangen mit klassischem Modellbau in der Kindheit, bringen die beiden heute handfestes Know-How mit: Beck ist Elektriker und Programmierer, Krah hat Metallbauer gelernt.

Zusammen konstruieren sie Raumschiffe, Helme und Waffen aus bekannten Filmen, Serien und Computerspielen wie Star Wars, Star Trek, Aliens, Predator und Fallout.

Die Bausätze hierfür gibt es aber nicht im Modellbau-Laden. Sie stammen meist von privaten Modellbauern und sind stark limitiert. Das hat seinen Grund: Die Modelle sind extrem detailliert, der Sitz jedes Fensters, jeder Antenne, jedes Triebwerks orientiert sich exakt am Original.

Kunden sind Fans

„Unsere Kunden sind absolute Fans, die achten auf jede Feinheit. Für ein Modell der Enterprise haben wir zum Beispiel etwa 500 Fotos gesichtet“, erklärt Beck. Krah ergänzt: „Sternenzerstörer sind beliebt. So ein Schiff kann bis zu 1500 Fenster beinhalten, die alle einzeln ausgearbeitet werden. In einem dieser Zerstörer liegen wegen der Elektronik am Ende etliche Meter Glasfaser.“ Die Elektronik samt der Licht- und Soundeffekte macht die Raumschiffe besonders eindrucksvoll.

„Wenn der Bausatz da ist, schleifen und säubern wir die Einzelteile. Danach überlegen wir, wo die Kabel langlaufen, kleben die Teile zusammen, verspachteln die Lücken mit Modelliermasse und lackieren das Modell“, beschreibt Krah den Arbeitsablauf. Das erfordert Geschick, Kreativität und Improvisation. „Die Bausätze sind keine Massenprodukte, die Teile sind oft schief oder passen nicht richtig zusammen“, bemerkt Krah.

Preise ab 1500 Euro

An Projekten wie der Nebulon-B-Fregatte aus Star Wars (erstes Foto) sitzen die beiden Tüftler ungefähr einen Monat. Die Kunden seines Unternehmens Helios-Models-Lighting, so Beck, seien ausnahmslos Männer und häufig „gut betucht“ – Ärzte, Anwälte, Vorstände, die sich die kostspieligen Objekte leisten können.

„Die Preise fangen bei etwa 1500 Euro an“, sagt Beck. Nach oben seien dem Kaufpreis nahezu keine Grenzen gesetzt. Ein besonders aufwändiges Modell der Enterprise wechselte etwa für 120 000 Euro den Besitzer.

Kindheitstraum in Erfüllung gegangen

Hin und wieder packen Beck und Krah einige ihrer Werke ein und stellen sie auf Messen oder Conventions aus. Auch das Enterprise-Modell wurde teilweise prominentem Publikum vorgeführt: „Jonathan Frakes und Brent Spiner, die in Star Trek Commander Riker und Data spielten, kamen persönlich vorbei und haben sich unsere Enterprise angesehen. Das war definitiv die Erfüllung eines Kindheitstraums“, schwärmt Beck.

Weil das Geschäft gut läuft, wollen die beiden expandieren – von der provisorischen Werkstatt daheim in eine ausgelagerte Werkstatt. Dann könnten sich die Modellbauer weitere Projekte vorstellen – von einer Dauerausstellung in Fulda bis zu einem Einsatz von Modellen in Filmen oder Serien. „Hollywood-Produktionen sollen zwar ultra stressig sein, aber den eigenen Namen im Abspann eines Star-Wars-Films zu lesen, das wäre schon was“, findet Beck.

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