Der Wertstoffhof in der Weimarer Straße stößt an seine Grenzen. Die Stadt plant deshalb eine Verlegung ins Münsterfeld.
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Der Wertstoffhof in der Weimarer Straße stößt an seine Grenzen. Die Stadt plant deshalb eine Verlegung ins Münsterfeld.

Bauausschuss stimmt zu

Wertstoffhof in Fulda überlastet - Jetzt soll er ins Münsterfeld verlegt werden

  • Sabrina Mehler
    VonSabrina Mehler
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Der Wertstoffhof der Stadt Fulda, der sich derzeit in der Weimarer Straße befindet, soll ins Münsterfeld verlegt werden. Dafür hat der Bauausschuss der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung die ersten nötigen Schritte beschlossen.

Fulda - Wer seinen alten Hausrat am Wertstoffhof in Fulda entrümpeln will, hat daran bisher nur wenig Vergnügen. „Suboptimal“ nannte Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) die aktuelle Situation in der Weimarer Straße.

Der Wertstoffhof am Rande der Fulda-Aue stoße zum einen mit einer etwa 2000 Quadratmetern großen Fläche an seine Grenzen und könne die Kapazitäten nicht mehr auffangen. Zum anderen seien die Verkehrsflächen während der Stoßzeiten häufig überlastet. Außerdem erfolge die Anfahrt über einen Park- und Wohnmobilstellplatz sowie über ein Stück des dortigen Radwegs. Immer wieder komme es zu Staus und kuriosen Situationen, so Schreiner. (Lesen Sie hier: Mehr als 400 Kilo Müll pro Kopf - Was passiert mit dem deutschen Abfall?)

Fulda: Wertstoffhof überlastet - Jetzt soll er ins Münsterfeld verlegt werden

Und wer seinen Sperrmüll in die dortigen Container wuchten will, der braucht mitunter eine kräftige Armmuskulatur. „Das alles muss besser werden“, stellte der Stadtbaurat während der Sitzung fest. So könnte auf einem neuen Wertstoffhof „auf zwei Leveln“ gearbeitet werden, erklärte Schreiner, damit die Bürger und Bürgerinnen ihren Müll bequem ebenerdig in versenkbaren Containern entsorgen können.

Eine geeignete Fläche hat die Stadt im Münsterfeld gefunden. Neu gebaut werden soll auf einer Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets an der Straße zwischen Maberzell und Haimbach. Dafür hat bereits ein Flächentausch mit dem Abwasserverband stattgefunden, der in dem Gebiet eine Bodenaufbereitungsanlage errichten will. Außerdem sollen zwei Lagerflächen für das Tiefbauamt und das Grünflächenamt der Stadt Fulda ermöglicht werden. Für die rechtlichen Voraussetzungen ist unter anderem die Änderung des Flächennutzungsplans nötig. Dies beschlossen die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig.

Allerdings sah Knut Heiland von der Fraktion Bündnis90/Die Grünen die angedachte Zuwegung zum neuen Standort im Münsterfeld kritisch. Er befürchte, dass sich die „Verkehrsbeziehungen“ in dem Bereich ändern könnten. Im Vorfeld hatten darauf auch die Ortsbeiräte von Maberzell und Haimbach bereits hingewiesen. Die Verlegung des Wertstoffhofs begrüße er aber ausdrücklich, unterstrich Heiland. Als „alternativlos“ bezeichnete Peter Bleuel (CDU) das Vorhaben: „Wir müssen das unbedingt voranbringen.“ Die Komplikationen am derzeitigen Standort seien oft „grausam“. Auch Dr. Thomas Bobke von der SPD betonte, dass der Neubau „unverzichtbar“ sei.

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Dr. Herbert Büttner von der FDP warf die Frage auf, ob ein solcher Wertstoffhof nicht auch interkommunal betrieben werden könnte – „eventuell auf einer Fläche, die nicht in Fulda liegt“. Bisher habe man sich mit den Randgemeinden darauf nicht verständigen können, berichtete Schreiner. Zudem müsse nun zeitnah eine Lösung für die Stadt Fulda her – „ohne dass man einen gemeinsamen Wertstoffhof aus den Augen verlieren muss“.

Bis der neue Standort in Betrieb geht, dürften noch ein paar Jahre ins Land gehen. Unter anderem wird das Bebauungsplanverfahren einige Zeit dauern, und auch ein Emissionsgutachten muss zuvor eingeholt werden. Als Ziel der Eröffnung gab Daniel Schreiner gegenüber unserer Zeitung das Jahr 2024 aus. (Lesen Sie hier: Skatepark, Spielplatz und Sportgeräte: Für 1,5 Millionen Euro wird in der Fulda-Aue umgebaut)

Was dann mit dem alten Wertstoffhof passieren wird, ist noch unklar. Bereits vor Jahren war mal angedacht, die Fläche für eine Erweiterung des Wohnmobilparkplatzes zu nutzen.

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