Überflutungen in der Karlstraße in Fulda
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Bei dem Unwetter am 5. Juni waren weite Teile des Stadtgebiets überflutet worden, darunter auch die Karlstraße in Fulda.

Stadt kündigt Analyse an

Nach heftigen Unwettern in Fulda: Politik fordert Konsequenzen

  • Sabrina Mehler
    VonSabrina Mehler
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Welche Schlüsse zieht die Stadt aus dem jüngsten Starkregen? Welche Auswirkungen haben solche Unwetter auf neue Baugebiete und welche hat der Klimawandel auf die Stadtplanung? All diese Punkte waren jetzt Thema in der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung.

Fulda - Hatte das Starkregenereignis vom 5. Juni, das Fulda schwer getroffen hat, tatsächlich eine „statistische Eintrittswahrscheinlichkeit von seltener als einmal in 100 Jahren“? Das erklärte Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos). Innerörtliche Kanalnetze seien, so der Stadtbaurat, für Regenereignisse ausgelegt, die einmal in fünf Jahren eintreten.

In Fulda müsse die Zeit wohl schneller vergehen als anderswo, unkte Ernst Sporer (Grüne) daraufhin. Schließlich habe es einen Regen, wie er angeblich im Jahrhundert nur einmal vorkomme, in Fulda mindestens schon zweimal in den vergangenen zehn Jahren gegeben. Sporer und Hans-Joachim Tritschler (SPD), der für seine Fraktion einen entsprechenden Antrag eingebracht hatte, forderten die Stadt und den Abwasserverband auf, Konsequenzen zu ziehen.

Fulda: Nach Starkregen und heftigen Unwettern - Politik fordert Konsequenzen

Der Stadtbaurat bestätigte: „Mit dem Problem von Überschwemmungen müssen sich Kommunen stärker als zuvor auseinandersetzen.“ In Fulda seien bereits verschiedene Maßnahmen getroffen worden. So würden besonders gefährdete Bereiche identifiziert und im Auftrag des Abwasserverbandes Fulda derzeit eine Starkregenüberflutungsanalyse für einen Teil des Abwassernetzes der Kläranlage Gläserzell erstellt.

In Bebauungsplänen für neue Baugebiete würden Vorkehrungen getroffen, um Versiegelungen zu reduzieren. Freiflächen, die nicht benötigt werden, sollten bepflanzt werden. In neuen Baugebieten seien Schottergärten gar nicht zulässig, da diese weniger Regenwasser als natürliche Erdböden aufnehmen.

Der Einfluss des Klimawandels auf die Stadtentwicklung wachse stetig, sagte Schreiner und wies auf die Nutzung erneuerbarer Energien wie Windkraft sowie Übertragungsleitungen für grünen Strom hin. Klimaschutzkonzepte für die Bereiche Mobilität, Energie und Logistik würden erstellt sowie Kaltluftschneisen zur Durchlüftung der Stadt untersucht. (Lesen Sie hier: Unwetter in Fulda: Extremer Belastungstest für Hochwasser-Schutzkonzepte der Kommunen)

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Zudem würden innovative Ideen umgesetzt, etwa bei der gezielteren Anpflanzung von Bäumen, die klimagerecht seien. Auch Bauherren seien mittlerweile sensibilisiert und suchten etwa Alternativen für Schottergärten, so Schreiner.

Im Übrigen seien alle aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, die Überschwemmungen nach Starkregen vermeiden. Das betreffe Grundstückseigentümer, aber auch Landwirte. Die Stadt beispielsweise reinige die Sinkkästen mittlerweile zweimal im Jahr – bisher war das nur einmal der Fall. Schreiner erinnerte aber auch, dass Gullys weniger verstopft wären, wenn auch die Bürger und Bürgerinnen hierauf mehr achtgeben würden.

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