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„Unser Dorf hat Zukunft“ - Siegerehrung im Gewinner-Ort Weyhers mit viel Wir-Gefühl

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Von: Jessica Vey

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Weyhers darf als Sieger am Landesentscheid im September teilnehmen. Darüber freuen sich (von links): Bernd Woide, Anna Maria Alsheimer, Felix Paulheim, Brigitte Kram, Eberhard Paul, Agnes Baumgart, Peter Trapp, Anke Schlosser und Hans-Jürgen Schäfer. © Jessica Vey

200 Menschen aus dem gesamten Landkreis Fulda und dem Vogelsberg waren gestern nach Weyhers gepilgert. Dort wurden sie und ihre Dörfer im Regionalentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ besonders geehrt. 13 Orte standen im Rampenlicht. 

Fulda - Ein „Wir-Gefühl“ – das ist es, was ein Dorf ausmacht, und noch so viel mehr. Was im ländlichen Raum alles möglich ist, haben die 13 Orte, die an dem Wettbewerb teilgenommen haben, bewiesen. Zwar ist Weyhers als Sieger gekrönt worden, doch der Ebersburger Ortsteil stand mitnichten im Mittelpunkt. „Jedes Dorf ist einmalig; jeder Teilnehmer ein Gewinner“, darin war sich die fünfköpfige Kommission einig, die sich in dem Wettbewerb schwergetan hatte, einen Sieger auszumachen, wie Kommissionsleiterin Anke Schlosser betonte.

Fulda: Weyhers bei Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ vorne

So wurde Mittwochabend bei der Siegerehrung jeder Ort sehr feierlich vorgestellt – mit all seinen Besonderheiten, mit herausragenden Projekten und mit viel Potenzial für eine gute Zukunft. Dass in Neuhof-Hauswurz ganze 16 Stammtische stattfinden, blieb den Gästen dabei sicherlich genauso in Erinnerung wie der Fuldaer Stadtteil Malkes, den die Kommission als „eines der schönsten Dörfer im Landkreis Fulda“ bezeichnete. Mit 149 Einwohnern war Malkes der kleinste teilnehmende Ort, gefolgt von Schlitz-Üllershausen mit 207 Einwohnern.

Als die Kommission im Mai durch die acht Fuldaer und fünf Vogelsberger Orte tourte, hatten die Dörfer jeweils zwei Stunden Zeit, sich zu präsentieren. „Das hat vor Ort etwas ausgelöst“, berichtete Anke Schlosser. Viele Bürger wurden aktiv. Das gab den Orten einen kräftigen Schub. Alle haben mit angepackt.“

Hans-Jürgen Schäfer (CDU), ehemaliger Schlitzer Bürgermeister und heute Kreisbeigeordneter im Vogelsbergkreis, beschrieb das Dorfleben so: „Die Menschen kennen sich, man achtet aufeinander und ist füreinander da.“

Der Wettbewerb

37. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in der Region Vogelsberg/Fulda.

Die Siegerdörfer:

1. Platz: Weyhers

2. Platz: Pfordt

3. Platz: Üllershausen

4. Platz: Rasdorf

5. Platz: Malkes

Sonderpreise gingen an: Niederbieber, Löschenrod, Blankenau, Schletzenhausen, Hauswurz, Nieder-Ofleiden (Homberg), Sichenhausen (Schotten), Eifa (Alsfeld).

Jeder der insgesamt 13 Teilnehmerorte aus den Kreisen Fulda und Vogelsberg hatte im Mai zwei Stunden Zeit, um der fünfköpfigen Jury sein Dorf zu präsentieren und Ideen für die zukünftige Entwicklung vorzustellen.

Bewertet wurden Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, bürgerschaftliches Engagement, kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung, Siedlungsstruktur, Grüngestaltung im Dorf und der Bezug zur Landschaft.

Fuldas Landrat Bernd Woide (CDU) sagte, der ländliche Raum spiele in überregionalen Medien eine Rolle, wenn es um Defizite gehe: „Unzureichender öffentlicher Nahverkehr, Probleme bei der ärztlichen Versorgung, weite Wege zu Schule und Arbeit, schlechter Internetanschluss – klar, es gibt mancherorts Probleme. Aber es gibt auch Chancen“, sagte der Landrat.

Er und die Hausherrin, Ebersburgs Bürgermeisterin Brigitte Kram (CDU), waren sich darin einig, dass Corona den Blick auf das Landleben verändert hat. Menschen in Städten, die bei hohen Mieten auf engem Raum wohnen, lernten das Ländliche zu schätzen, wo es Platz gibt, Natur und einen besonderen Gemeinschaftssinn. Der Ukraine-Krieg wiederum hat laut Woide den Begriff Heimat noch mehr geschärft. Bürgermeisterin Kram sagte: „Alle, die in einem Dorf leben, wissen, dass hier viel bewegt und vorangebracht wird. Und das stellt dieser Wettbewerb in den Fokus“, lobte sie.

Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ - 5000 Euro Preisgeld überreicht

Vertreter aus den fünf Sieger-Dörfern – Malkes, Rasdorf, Üllershausen, Pfordt und Weyhers – bedankten sich in kurzen Grußworten. In diesem Rahmen gab der Pfordter Reinhold Horn ein launiges Gedicht auf Schlitzer Platt zum Besten, das er auswendig vortrug. Alle betonten, dass der Wettbewerb die Orte zusammengeschweißt und die Menschen zu mehr Engagement bewegt habe.

Eberhard Paul aus Weyhers, der Ortsvorsteher Thorsten Link und Stellvertreterin Stephanie Fladung vertrat, die beide in Urlauben weilten, nahm die Urkunde und das Preisgeld von 5000 Euro entgegen. Ideen, was damit passiert, gibt es bereits. Der Betrag soll in die Jugendarbeit fließen. Dabei will man sich mit den insgesamt acht Vereinen im Ort besprechen. Für Weyhers und Pfordt geht es bald weiter: Sie dürfen sich im September im Landesentscheid beweisen.

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