Der vergangene Winter war traumhaft. Doch wegen Corona hatten Hotels, Gaststätten und Liftbetreiber wenig davon. Wird es in diesmal anders (Symbolfoto)?
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Der vergangene Winter war traumhaft. Doch wegen Corona hatten Hotels, Gaststätten und Liftbetreiber wenig davon. Wird es in diesmal anders (Symbolfoto)?

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Der Winter kann kommen - Skilift-Betreiber, Hotellerie und Gastronomie bereiten sich vor

  • Daniela Petersen
    VonDaniela Petersen
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Kaiserwetter und Schnee bis ins Tal: Der vergangene Winter zeigte sich in der Region Fulda, in Rhön und Vogelsberg, von seiner schönsten Seite. Doch durch den Corona-Lockdown hatten Hotels, Gaststätten und Liftbetreiber kaum etwas davon. Das könnte im kommenden Winter anders werden. Die Vorbereitungen laufen.

Rhön/Vogelsberg/Fulda - „Die Schlepplifte werden gewartet, die Rollen abgeschmiert und auch das Seil wird vom TÜV überprüft und geröntgt“, erklärt Florian Heitmann, Betriebsleiter bei der Firma Wiegand Erlebnisberge, die auf der Wasserkuppe die Lifte betreibt. In den nächsten Wochen würden auch Geländearbeiten anstehen.

„Die steileren Hänge haben wir schon gemulcht, einige Ecken müssen noch freigeschnitten werden. Wir stellen auch schon die Schneekanonen auf und decken dann die Rodelbahn ab“, ergänzt der 37-Jährige. Die Vorbereitungen auf dem höchsten Berg in Hessen seien also im vollen Gange. Er gehe derzeit erstmal nicht von einem Corona-Lockdown aus. 

Skifahren in der Rhön: So bereiten sich Liftbetreiber und Gastronomen auf den Winter vor

Auch am Zuckerfeld ist das so: „Wir fangen an, die Gehänge zu montieren. Auch der TÜV wird den Lift nochmal überprüfen“, sagt Betreiber Harald Jörges. Demnächst muss noch eine Birne an einem Flutlicht gewechselt werden. „Hierfür wird extra ein Steiger kommen.“ Seine größte Sorge ist ein weiterer Corona-Lockdown: „Das würden wir nicht überstehen.“

Der Lift am Zuckerfeld sei nun 1000 Tage nicht gelaufen. Dass der letzte Winter so traumhafte Tage hatte, ein Skibetrieb aber nicht erlaubt war, sei bitter gewesen. „Ich hoffe, dass die Politik in diesem Jahr das anders handhabt und Freizeitaktivitäten draußen möglich sind.“ Jörges wird auf 2G umstellen. Bei der Kontrolle am Lift sieht er allerdings ein Problem: „Ich setze da auf die Eigenverantwortung der Gäste.“

Auf der Herchenhainer Höhe im Vogelsberg laufen die Vorbereitungen ebenfalls auf Hochtouren. Doch bevor der Lift in Betrieb genommen wird, muss ein technisches Problem gelöst werden: „Das Hauptstromkabel muss auf einer Strecke von 600 Metern erneuert werden“, erklärt Florian Appel vom Skiclub Herchenhain.

An den Wochenenden sei bereits gebaggert und Kabel verlegt worden. „Nun wird sehnsüchtig auf die Lieferung des Elektro-Außen-Hausanschlusskastens gewartet, denn spätestens zur TÜV-Abnahme am 6. Dezember muss alles laufen.“ Sobald sich das Rad am Skilift wieder drehe, werden die Gehänge überprüft. 

Auch die Hotellerie in der Region Fulda bereitet sich aktuell schon auf den Winter vor. Im Jagdhof Klein-Heilig-Kreuz bei Kleinlüder sei die Wintersaison bereits gut angelaufen. „Weihnachten und Silvester sind gut gebucht, aber es gibt noch Kapazitäten“, erklärt Inhaber Jürgen Wehner. Durch die Verschärfung der Corona-Maßnahmen befürchtet er aber auch Stornierungen.

Fulda: Hotellerie sucht für den Winter 2021/2022 noch Personal

Normalerweise hat das Landhotel mit seinen 44 Zimmern das ganze Jahr geöffnet. Durch die Corona-Pandemie musste Wehner aber zeitweise schließen. Er ist froh, dass seine Mitarbeiter – anders als bei anderen Gastronomiebetrieben – nicht gekündigt haben. „Wir konnten unser Team zusammenhalten, sind aber trotzdem auf der Suche nach Personal“, sagt Wehner. 

Auch das Best Western Hotel Rhön Garden am Guckaisee sucht Personal – sowohl für die Küche als auch den Service und die Zimmerreinigung, wie eine Mitarbeiterin erklärt. Wie in der gesamten Branche gebe es Mitarbeiter, die sich während der Pandemie etwas Neues gesucht haben.

Das Wintergeschäft sei noch etwas verhalten, große Tagungen könnten nicht abgehalten werden. Zudem würden die Buchungen teilweise recht kurzfristig erfolgen. „Wir haben aber auch einige Buchungen schon für das nächste Jahr. Die Nachfrage im Winter hängt generell stark vom Schnee ab. Da müssen wir abwarten, wie es ausschaut“, sagt die Mitarbeiterin. 

Hoffen auf Schnee und Bangen vor erneutem Corona-Lockdown

Im Landhotel Georgshof in Oberrombach sei die Auslastung unter der Woche derzeit gut, weil viele Monteure, die auf der Tegut-Baustelle in Michelsrombach arbeiten, sich einmieten. „Wir hatten einen ordentlichen Sommer, auch mit vielen Privatreisen. Seit vier bis fünf Wochen nimmt das nun aber wieder ab. Durch die Verschärfung der Corona-Regeln haben wir momentan viele Stornierungen“, sagt Niklas Schaum.

Der 29-jährige Inhaber befürchtet, dass es in den nächsten Wochen erneut zu einem Corona-Lockdown mit Beherbergungsverbot kommen könnte. „In den Newslettern von Verbänden wird deutlich, dass mit Einschränkungen zu rechnen ist“, sagt Schaum. 

Video: Prognose: Wie viel Schnee steckt im Dezember?

„Wir hoffen auf das Vorweihnachtsgeschäft“, erklärt unterdessen Steffen Ackermann, Vorsitzender der Dehoga Fulda. In der Rhön sei die Auslastung seiner Wahrnehmung nach schon gut. In Fulda gebe es noch Kapazitäten. „Erfahrungsgemäß sind die Buchungszahlen im Januar und Februar in der Rhön prozentual stärker als in der Stadt, vor allem wenn Schnee liegt, dürfte es eine gute Saison werden.“ Noch sei aber Luft nach oben.

„Beim Thema Weihnachtsfeiern haben einige Betriebe noch Kapazitäten.“ Denn viele Unternehmen würden auch in diesem Jahr keine veranstalten. Ein weiteres Problem, das die Branche umtreibt, sei der Fachkräftemangel. „Schon vor Corona gab es den, aber die Pandemie hat das Problem verstärkt“, sagt Ackermann. Bei den Gastronomen hat er beobachtet, dass viele auf 2G umgestellt haben: „Eine Gaststätte, die nur wenige Tische hat, lässt sich mit Abstandsregeln nicht wirtschaftlich führen.“ 

Wie der Winter wird, das steht noch in den Sternen. Eine verlässliche Prognose sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, erklärt Meteorologe Oliver Reuter.  „Es gibt zwar immer wieder Meldungen, in denen schon im Oktober vor einem Bibberwinter gewarnt wird, aber das ist erwiesenermaßen reinster Klatsch.“ Langfristmodelle seien nicht besonders treffsicher.

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