Ein Bagger auf einem Baugrundstück.
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Weil die Stadt Fulda aktuell keine eigenen Baugrundstücke anbieten kann, füllen sich die Interessentenlisten wieder. (Symbolbild)

Bedarf an Wohnraum groß

Interessentenliste in Fulda füllt sich wieder: Städtische Baugrundstücke sind derzeit Mangelware

  • Andreas Ungermann
    vonAndreas Ungermann
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Die Suche nach Baugrund und Wohnraum gestaltet sich in Fulda und Umgebung nicht einfach. Auf der Agenda der Stadt stehen mehrere Vorhaben - sowohl zur Ausweisung von Baugebieten als auch zur Innenentwicklung.

Fulda - Zwar ist in Fulda in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach Baugrund weitgehend gedeckt worden. Die Stadt führt dies auf die „gute Vermarktung der städtischen Baugebiete in Edelzell und Sickels in der Zeit von 2015 bis 2018“. Allerdings, so erklärt Pressesprecher Johannes Heller auf Anfrage, füllt sich die Interessentenliste wieder, da die Stadt aktuell keine eigenen Grundstücke zum Kauf anbieten kann. Nachdem es im Baugebiet Haimbach seitens der Telekom zu Verzögerungen gekommen sei, sollen nun die konkreten Planungen zu dessen Erschließung aufgenommen werden.

Während der vergangenen ein bis zwei Jahre habe bis auf die Vergabe von Einzelgrundstücken kein größeres Angebot von städtischen Grundstücken vorgehalten werden können. Allerdings seien derweil rund 20 Baugrundstücke im Bereich der Domäne Maberzell von der Hessischen Landgesellschaft (HLG) vermarktet worden, die dieses Baugebiet in Kooperation mit der Stadt entwickelt habe. Weitere „Akzente“ für den Wohnbau kündigt die Stadt für Kämmerzell, Bronnzell und Oberrode an.

Fulda: Interessentenlisten füllen sich wieder - Wohnraumbedarf steigt

Mit der Ausweisung von Bauland schaffe die Stadt Fulda nur die Voraussetzungen für den Wohnungsbau, habe über die Bebauungspläne also Einfluss auf Art und Maß der Bebauung, nicht jedoch auf die Bewohnerstruktur, erläutert Heller und fügt an: „Bei der Vergabe städtischer Grundstücke in Einfamilienhausgebieten sind aber Selbstnutzung und Familiengröße ein wesentliches Kriterium.“ (Lesen Sie hier: Wohnen in Fulda: Kosten für Häuser explodieren - Käufer zahlen bis zu 230 Prozent mehr als vor zehn Jahren).

Neben den Erschließungen in der Peripherie würden Potenziale auch „ganz bewusst im bebauten innerstädtischen Raum verortet“. Beispielhaft nennt die Stadt hier das Waidesgrund-Areal, auf dem Wohnraum entstehen soll. „Dieses Gebiet dient der Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit Wohnraum in einer privilegierten Lage“, erklärt die Verwaltung zum größten Vorhaben der Nachverdichtung im Inneren, mit der ein Flächenverbrauch an den Rändern vermieden werden solle und bei deren Planung Wohnungs- und Nutzerstruktur berücksichtigt werden sollen.

In Fulda zieht die Nachfrage nach Baugrund und Wohnraum weiter an. In der ehemaligen Kleingartenanlage Waidesgrund in der Innenstadt sollen neue Bauplätze entstehen.

Bei diesem Gelände für den Geschosswohnungsbau sollen die Grundstücke über Erbbaurecht vergeben werden und seien daher in erster Linie für Bestandshalter und Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften interessant. Zur Nachverdichtung in den Stadtteilen sei bereits 2015 das Instrument des Bauland- beziehungsweise Baulückenkatasters geschaffen worden.

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Ein vollumfänglicher Überblick leerstehender Mietwohnungen oder Wohnraums existiere hingegen nicht, denn Wohnungseigentümer unterliegen keiner grundsätzlichen Pflicht, der Kommune Leerstände zu melden. Die Ausnahme bilden Sozialmietwohnungen, bei denen das Freiwerden und Überlassen von Wohnungen dem Sozial- und Wohnungsamt mitzuteilen sind. Allgemeine Nachfragen Wohnungssuchender werden in diesem laut Auskunft der Stadt allerdings nicht erfasst. Lediglich die Anzahl der jährlich ausgestellten Wohnberechtigungsscheine (WBS) ist ermittelbar.

Wohnungsbau ist immer wieder Thema in der Stadtpolitik

Eine Aussage über die tatsächliche Wohnraumnachfrage lasse sich daraus jedoch nicht ableiten, da WBS-Besitzer ausschließlich potenzielle Mieter/Wohnungssuchende für Sozialmietwohnungen sind und die Stadt zudem WBS für Bürger ausstelle, welche außerhalb von Fulda aber innerhalb des Hessens eine Sozialmietwohnung suchen. Hinzu komme, dass Personen mit einem von einer anderen hessischen Kommune ausgestellten WBS auch in Fulda auf der Suche nach einer Sozialmietwohnung seien.

Über das Thema Wohnungsbau wird in der Fuldaer Stadtpolitik immer wieder gestritten - auch im Oberbürgermeister-Wahlkampf haben der wiedergewählte Amtsinhaber Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) und Herausforderer Jonathan Wulff (SPD) über den Wohnungsbau diskutiert.

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