Das Gemeinnützige Siedlungswerk (GSW) Frankfurt übernimmt 480 Wohnungen in Fulda, darunter die Siedlung am Waldschlösschen. Das GSW will aber auch zahlreiche Neubauten schaffen.
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Das Gemeinnützige Siedlungswerk (GSW) Frankfurt übernimmt 480 Wohnungen in Fulda, darunter die Siedlung am Waldschlösschen. Das GSW will aber auch zahlreiche Neubauten schaffen.

Günstiger Wohnraum

Bis zu 300 neue Wohnungen: Siedlungswerk Frankfurt will in Fulda kräftig investieren

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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Das Gemeinnützige Siedlungswerk (GSW) Frankfurt will in Fulda bis zu 300 zusätzliche Wohnungen neu bauen. Das kündigt Geschäftsführer Andreas Ruf an. Das Unternehmen wird zum Jahreswechsel bereits 480 Wohnungen einer Fuldaer Genossenschaft übernehmen.

Fulda - „Wir haben schon lange vor, unseren Wohnungsbestand in Fulda zu erhöhen“, erklärt Ruf. Als das Gemeinnützige Siedlungswerk, das der katholischen Kirche nahesteht, nach dem Zweiten Weltkrieg entstand, baute es auch einige Wohnungen in Fulda. Die Zahl wuchs über die Jahre und Jahrzehnte langsam. „Der Bestand liegt heute bei 200 Wohnungen – nicht gerechnet sind die Studentenwohnungen in der Nähe der Hochschule“, erklärt Ruf. Die Wohnungen befinden sich in Mehrfamilienhäusern und sind über die Stadt verteilt.

Die anderen Anbieter günstigen Wohnraums in Fulda sind größer: Das Siedlungswerk Fulda besitzt 1270 Wohnungen, der Fuldaer Spar- und Bauverein ist Eigentümer von 540 Wohnungen. Auch die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Fulda (GWG) ist größer – noch: Die GWG hat ihren gesamten Bestand an 480 Wohnungen mit Wirkung zum Jahresende an das Gemeinnützige Siedlungswerk Frankfurt verkauft.

Fulda: Bis zu 300 neue Wohnungen - Siedlungswerk Frankfurt will investieren

Hauptgrund für den Verkauf: Die Wohnungsgenossenschaft schreckte vor den anstehenden teuren Instandsetzungen zurück: 25 bis 30 Millionen müssen in den nächsten zehn Jahren investiert werden – nicht gerechnet die energetische Sanierung.

Der neue Eigentümer ist ein erfahrener Bauherr: „Der Investitionsbedarf schreckt uns nicht“, sagt Geschäftsführer Ruf. „Wir arbeiten an allen Standorten an Sanierungen. Wir planen und bauen auch für andere Unternehmen.“ (Lesen Sie hier: Riesenprojekt in Eichenzell - 50 Millionen Euro fließen in „Business-Park Area 766“)

GSW

Die Gemeinnützige Siedlungswerk GmbH in Frankfurt gehört den katholischen Bistümern Fulda, Mainz, Limburg und Erfurt sowie den Caritasverbänden der Bistümer. Aufsichtsratschef ist Gerhard Stanke, Finanzdirektor des Bistums Fulda.

1949 gegründet, betreut die GSW mehr als 8500 Wohnungen in Hessen und Thüringen, darunter mehr als 4000 in Frankfurt. Im Rhein-Main-Gebiet liegt ein Schwerpunkt der Aktivitäten.

Das Unternehmen baut und saniert auch für andere Eigentümer. Der erwirtschaftete Jahresumsatz liegt bei 75 bis 90 Millionen Euro.

Das Gemeinnützige Siedlungswerk sei schon länger mit dem Verkäufer, der GWG, im Gespräch gewesen, berichtet Ruf: „Bisher hatten wir noch keine Gelegenheit, unseren Bestand an Wohnungen zu erhöhen. Jetzt hat es gepasst. Das freut uns sehr.“

Stellungnahme von Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld

„Die Gemeinnützige Siedlungswerk GmbH (GSW) ist als Akteurin im Bereich des sozialen und genossenschaftlichen Wohnungsbaus bekannt; die Stadt Fulda steht mit ihr schon seit einigen Jahren im Dialog – mit dem Ziel, ein stärkeres Engagement des GSW in Fulda zu ermöglichen.

Gerade vor dem Hintergrund, dass das Bistum Fulda GSW-Mitgesellschafter ist, liegt es doch nahe, dass das GSW im Raum Fulda mehr Wohnungen anbietet.

Die Stadt Fulda bietet – etwa in den künftigen Wohngebieten Haimbach und Waidesgrund – insbesondere für Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften, aber auch für private Bauherren, sehr gute Perspektiven, sich bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu engagieren.

Insbesondere am Waidesgrund stellt das gerade angestoßene Verfahren auch für das GSW eine Chance dar, sich mit einer geeigneten Bewerbung zur Konzeptvergabe dem Wettbewerb um den Baugrund zu stellen.“

Das Siedlungswerk wolle aber nicht nur bestehende Wohnungen sanieren, sondern auch neu bauen: „Wenn wir den Bestand der GWG einrechnen, liegen wir bei knapp 700 Wohnungen. 1000 Wohneinheiten sind unser Ziel. Diese Zahl ist die Schwelle, ab der sich eine eigene Geschäftsstelle in Fulda rechnet“, erklärt Ruf, „und wir wollen in Fulda sehr gern mit einer Geschäftsstelle in der Stadt präsent sein, damit die Mieter vor Ort einen Ansprechpartner haben.“

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Die neuen Wohnungen sollen in den nächsten Jahren entstehen. Konkrete Projekte gebe es noch nicht, sagt Ruf. Aber das Unternehmen stehe in den Startlöchern, um zu bauen, wenn sich eine Gelegenheit – und freie Grundstücke – böten.

Nach Ansicht von Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) sind die Aussichten dafür gar nicht so schlecht. Er begrüßt das schon beschlossene und das noch geplante Engagement des Gemeinnützigen Siedlungswerk in Fulda.

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