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Zecken suchen wieder Wirte: So können Sie sich vor FSME und Co schützen

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Von: Alina Komorek

Eine Zecke krabbelt über den Arm eines Kindes.
Zecken werden mit den steigenden Frühlingstemperaturen wieder aktiv und bringen Gefahren mit sich. © Patrick Pleul/dpa

Mit den Temperaturen steigt das Risiko, sich eine Zecke einzufangen. Einige Kreise in Hessen zählen zu den FSME-Gebieten, darunter Fulda und der Main-Kinzig-Kreis.

Fulda - Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte informiert zum Vorbeugen und Behandeln von Zeckenstichen: Kleidung und Spray machen es den Zecken zumindest schwer, an die Haut zu kommen und eine Einstichstelle zu finden. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden. Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehle mögen Zecken gern.

Hat man eine Zecke entdeckt, sollte man sie sobald wie möglich entfernen. Die Zecke mit einer Pinzette oder einem Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche (niemals am vollgesogenen Körper) greifen und langsam und gerade aus der Haut ziehen. Die Einstichstelle sollte anschließend desinfiziert werden.

Fulda: Zecken suchen wieder Wirte - So schützt man sich vor FSME und Co

Danach heißt es: Beobachten. Ein roter Infektionsring, die Wanderröte, kann ein Hinweis auf eine Borreliose sein. Bei Auffälligkeiten sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Treten sieben bis 14 Tagen nach einem Zeckenstich in einem FSME-Risikogebiet grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Kopf- oder Gliederschmerzen auf, kann dies ein Hinweis auf FSME sein. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung für Personen, die sich in Risikogebieten aufhalten.

Doch wie sinnvoll ist eine Impfung gegen FSME, gerade in Risikogebieten wie Fulda und dem Main-Kinzig-Kreis? „Die Impfung ist die einzige Möglichkeit, sich vor der viralen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu schützen. Sie ist aus meiner Sicht absolut anzuraten“, sagt Prof. Dr. Bernd Kronenberger. Er ist Chefarzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie und Kardiologie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda.

Die FSME-Impfung schütze allerdings nicht vor Borreliose. Denn dabei handle es sich um eine Krankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. „Gegen Borrelien kann man nicht impfen. Wir haben im Herz-Jesu-Krankenhaus sehr selten mit Borreliose zu tun, nur wenn eine intravenöse Antibiotikabehandlung notwendig ist oder wenn ein schwerer Verlauf mit Organkomplikationen vorliegt“, so der Chefarzt.

Kronenberger erklärt, was gegen die Krankheiten getan werden kann: „Bei akuten Beschwerden wie Wanderröte, Fieber, Gelenkschmerzen, Lymphknotenschwellung sollte man sich antibiotisch behandeln lassen. Problematisch ist, dass die Symptome zeitverzögert – eine Borreliose manchmal sogar ohne Symptome – auftreten. Es ist ratsam, jeden Zeckenstich zu protokollieren und die Behandelnden auf sie hinzuweisen.“

Video: Erste Hilfe bei einem Zeckenstich

Doch FSME und Borreliose sind nicht die einzigen Gefahren, die von Zecken ausgehen. Zecken können nämlich noch weitere seltene Infektionserreger übertragen, an die nicht selbstverständlich gedacht wird.

„In der Praxis sind diese Fälle vernachlässigbar, aber im Einzelfall können sie Bedeutung haben, auch nach Fernreisen. Daher ist wirklich zu empfehlen, alle Zeckenstiche zu protokollieren: Wann, wo (Ausland oder in Deutschland, Landkreis, Stadt), an welcher Körperstelle? Und gegebenenfalls sollte ein Gesundheitstagebuch geführt werden“, empfiehlt Kronenberger. 

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