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Werden Zeltlager unbeliebter? Pfarrei rätselt über Gründe für Teilnehmerschwund

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Von: Suria Reiche

Während des Zeltlagers gibt es an jedem Abend ein Lagerfeuer.
Während des Zeltlagers gibt es an jedem Abend ein Lagerfeuer. © Pfarrei

Seit 1978 fahren die Jungen der katholischen Pfarrei St. Lukas vom Aschenberg in Fulda in jedem Jahr ins Zeltlager. Das Betreuerteam sucht also seit mehr als 40 Jahren für jede Ferien einen tollen Ort zum Zelten aus – trotzdem sinkt die Zahl der Teilnehmer.

Fulda - Etwa 25 Plätze für das diesjährige Zeltlager der Pfarrei St. Lukas sind bisher belegt – Platz wäre für 50 Jungen. Und zur gleichen Zeit gab es im vergangenen Jahr sogar eine Warteliste. „Wir wissen nicht, warum in diesem Jahr noch so viele Plätze frei sind“, sagen Stefan Hofmann und Joachim Kömpel vom Organisationsteam.

Erklären können sich die beiden Männer, die selbst schon fast ein halbes Jahrhundert bei dem alljährlichen Zeltlager dabei sind, die fehlenden Teilnehmer nicht. Höchstens damit, dass es in der Pfarrei in Fulda generell weniger junge Männer gibt, für die das Angebot attraktiv wäre.

Fulda: Zeltlager unbeliebter? Pfarrei rätselt über Gründe für Teilnehmerschwund

„Wir sehen es ja leider in den Gottesdiensten, da kommen wenige junge Menschen“, versucht Kömpel zu erklären. Als er selbst das Fest der Erstkommunion gefeiert habe, habe er das zusammen mit etwa 45 anderen Kindern getan. „Nun sind es gerade mal ein Dutzend.“

Die Bevölkerungsstruktur habe sich also schlichtweg verändert. Ein weiterer Grund könnte laut den Männern die Corona-Pandemie sein – wegen der übrigens zum einzigen Mal seit dem Jahr 1978 in einem Jahr kein Zeltlager stattfand, und durch die der Pfarrei praktisch eine Generation durch die Hände gerutscht ist.

Eigentlich war die Corona-Zeit jedoch nicht besonders nachteilig für das Zeltlager der Pfarrei, sagen die beiden Männer. „Im Gegenteil: Die Jungen und ihre Familien waren froh, dass sie in dieser Zeit mit dem Zeltlager ein wenig Normalität bekommen haben.“ (lesen Sie auch hier: Mit dem Mofa vom Bergwinkel nach Berlin - diverse Pannen und Nonstop-Tour über 24 Stunden).

Dass die Jungen während dieser Freizeit die schönste Zeit des Jahres verbringen können, sei Ziel und Antrieb der Pfarrei, das Zeltlager in jedem Jahr stattfinden zu lassen. „Aber gerade wissen wir einfach nicht weiter“, sagt Kömpel. Dabei seien die Programmpunkte, die den Teilnehmern geboten werden, mit vielen sportlichen Aktivitäten, Wanderungen, einem Open-Air-Gottesdienst und Sightseeing alles andere als uninteressant. 

Damit das Zeltlager in diesem Jahr aufgrund der geringen Teilnehmerzahl nicht ausfallen muss, hat die Pfarrei sogar das Einzugsgebiet für eine Teilnahme abgeschafft. „Alle Jungen, egal, woher sie kommen oder welcher Konfession sie angehören, können vom 24. Juli bis zum 6. August mit an die Mecklenburgische Seenplatte fahren“, sagt Hofmann.

Die meisten Jungen, die bisher bei den Zeltlagern dabei waren, waren etwa 9 bis 15 Jahre alt. Aber wem das Zeltlager große Freude bereitet, der könne auch über dieses Alter hinaus daran teilnehmen (lesen Sie auch hier: Weihnachten auf hoher See - 15-Jähriger verbringt Feiertage auf Schulschiff).

„Nur leider wollen die Jugendlichen irgendwann allein in den Urlaub fahren“, so Kömpel. Und in diesem Jahr seien eben nicht genug Jugendliche nachgekommen. „Aber das wird sich hoffentlich noch ändern, damit wir das Zeltlager stattfinden lassen und den Jungen die schönsten Ferien des Jahres bereiten können.“

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