Schwarzarbeit in der Fleischwirtschaft? Am 9. November gab es eine bundesweite Zoll-Kontrolle - auch Fulda und in Hessen. Es gab nur wenige Unregelmäßigkeiten (Symbolfoto).
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Schwarzarbeit in der Fleischwirtschaft? Am 9. November gab es eine bundesweite Zoll-Kontrolle - auch in Fulda. Es gab nur wenige Unregelmäßigkeiten. (Symbolfoto)

Bundesweite Aktion

Schwarzarbeit in der Fleischwirtschaft? Zwei Unregelmäßigkeiten bei Zoll-Kontrolle in Fulda

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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In einer bundesweiten Aktion hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls die Beschäftigungsverhältnisse in der Fleischwirtschaft - auch in der Region Fulda und insgesamt in Hessen.

Fulda - Vom Hauptzollamt Gießen in Hessen waren nach eigenen Angaben bei der bundesweiten Kontrolle am 9. November 73 Beschäftigte im Einsatz und befragten 395 Personen zu ihren Arbeitsverhältnissen. Zusätzlich wurden 534 Arbeitnehmer anhand von Geschäftsunterlagen geprüft.

Insgesamt waren 59 Fleischzerlegebetriebe, Fleischhändler und Metzgereien in Nord-, Ost- und Mittelhessen von den Kontrollen betroffen. In Gießen wurden die Schwarzarbeitsfahnder von Bediensteten der Ausländerbehörden des Landkreises Gießen und des Gießener Regierungspräsidiums begleitet.

Fulda: Schwarzarbeit in der Fleischwirtschaft? Bundesweite Zoll-Kontrolle

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit Fulda überprüfte die Beschäftigungsverhältnisse und den Mindestlohn von 90 Arbeitnehmern bei 16 Arbeitgebern in den Landkreisen Fulda und im Vogelsbergkreis durch Befragung vor Ort. „43 Beschäftigte wurden anhand von Geschäftsunterlagen überprüft“, sagte Michael Bender, Pressesprecher am Hauptzollamt Gießen.

„Nur in zwei Fällen gab es Unregelmäßigkeiten, die einer weiteren Überprüfung bedürfen. Ermittlungsverfahren wurden nicht eingeleitet“, berichtete der Sprecher des Hauptzollamts Gießen. Nach bisherigen Erkenntnissen ergaben sich bei den Kontrollen des Hauptzollamts Gießen insgesamt in 54 Fällen erste Auffälligkeiten, die weitere Überprüfungen nach sich ziehen.

Die meisten davon wegen möglicher Nichteinhaltung der Mindestlohnbestimmungen (9,60 Euro je Zeitstunde). Bei fünf Arbeitgebern wurden Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Zwei Arbeitgeber erwartet ein Bußgeld weil ihre Beschäftigten nicht ordnungsgemäß auf die vorgeschriebene Mitführungspflicht eines Ausweises hingewiesen hatten.

„Insgesamt hielten sich die Verstöße in Grenzen. Ausländerrechtliche Verstöße konnten wir nicht feststellen“, berichtete Michael Bender v. „Diese bundesweiten Kontrollen in für Schwarzarbeit anfälligen Branchen sind ein wichtiges Instrument zur Senkung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung“, so der Pressesprecher weiter.

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Bei den Kontrollen des Hauptzollamtes Frankfurt bei Betrieben im Großraum Frankfurt ergaben sich in zwei Fällen Anhaltspunkte für Verstöße gegen die Bestimmungen des Mindestlohngesetzes, darüber hinaus ein Verdacht auf unerlaubte Beschäftigung eines Ausländers ohne Arbeitsgenehmigung, drei Verdachtsfälle von Leistungsmissbrauch sowie 15 Verstöße gegen die Sofortmeldepflicht.

In weiteren zehn Fällen besteht der Verdacht auf Nichteinhaltung der sozialversiche-rungsrechtlichen Beitragsabführungspflichten. Außerdem gab es vier Verwarnungen aufgrund der Nichtmitführung von Ausweispapieren, teilte das Hauptzollamtes Frankfurt in einer Presseinformation mit.

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