Zufall-Niederlassungsleiter Christoph Göbel und sein Vertreter Michael Hamperl
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Zufall-Niederlassungsleiter Christoph Göbel (stehend) und sein Vertreter Michael Hamperl – zugleich Niederlassungsleiter in Erfurt – freuen sich über den Baufortschritt für die neuen Reifenlager an der A 66 bei Flieden.

Bauprojekte in Fulda und Flieden

Optimismus bei Zufall: Trotz Corona-Krise stehen die Zeichen auf Wachstum

  • Volker Nies
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Das Unternehmen Zufall logistics, mit 900 Mitarbeitern in Fulda einer der größten Arbeitgeber, hat die Corona-Krise gut überstanden und setzt auf Wachstum. Dafür stehen unter anderem auch Bauprojekte in Flieden und Fulda.

Fulda - In Fulda baut Zufall an sein bestehendes, dreigeschossiges Bürogebäude in der Hermann-Muth-Straße an: einen viergeschossigen, 900 Quadratmeter großen, weitgehend behindertengerechten Neubau. „Dass uns derzeit Platz fehlt, ist auch ein Grund, dass wir weniger Azubis als in den Vorjahren eingestellt haben. Wir bilden jetzt 36 junge Menschen aus, 40 bis 45 waren es in den Vorjahren“, erklärte Niederlassungsleiter Christoph Göbel (55). Mit seinem Vertreter Michael Hamperl (57) berichtete er am Dienstag in der traditionellen Jahrespressekonferenz über die Entwicklung des Unternehmens. Zwei Millionen Euro investiert Zufall in den Neubau.

Das größte Bauprojekt in der Geschichte der Niederlassung ist derzeit aber nicht in Fulda, sondern in Flieden zu besichtigen: In Sichtweite der A 66 baut ein Investor für 20 Millionen Euro ein Reifenlogistikzentrum, das Zufall langfristig mieten und nutzen wird. Ende September sollen die ersten 10 000 von insgesamt 42 000 Quadratmetern bezogen werden, der Rest dann bis Jahresende. „Derzeit ruhen die Arbeiten leider. Für das Einbringen der Betonböden in die Halle ist es zu heiß“, erläuterte Göbel. In Flieden sollen ab nächstem Jahr 120 Zufall-Beschäftigte arbeiten.

Zufall plant Bauprojekte in Fulda und Flieden

Im vergangenen Jahr lief das Geschäft auf gutem, hohem Niveau ohne die extremen Schwankungen der Vorjahre, berichtete der Niederlassungsleiter. Der Umsatz in Fulda wuchs denn ordentlich um mehr als fünf Prozent – etwa doppelt so stark wie in der gesamten Gruppe. Wachstumstreiber waren die nationalen Verkehre in Fulda (plus 8,5 Prozent auf 62,1 Millionen Euro) und die Landverkehre Europa (plus 6,4 Prozent auf 29,5 Millionen Euro).

Die Frachtexperten im Industriegebiet Eisweiher nutzten die Zeit, um ein neues, fünf Millionen Euro teures Transport Management System (TMS) einzuführen. „Mit dem System, das seit Januar 2020 läuft, können alle Mitarbeiter und alle Abteilungen mit einer einheitlichen Software arbeiten. Die Umstellung war ein Kraftakt, aber das neue System erleichtert unsere Arbeit jetzt enorm. Routinevorgänge laufen sogar automatisch ab“, erklärte Hamperl.

Zahlen

Zufall-Niederlassung Fulda: Mitarbeiter 2019:903 (57 weniger als im Vorjahr, weil das Nachtumschlagszentrum mit 70 Mitarbeitern jetzt der Zufall-Zentrale und nicht mehr Fulda zugeordnet ist); Umsatz 2019:137,9 Mio (plus 5,24 Prozent); beförderte Sendungen 2019: 1,7 Millionen (wie im Vorjahr). / vn

Einen mindestens genauso großen Kraftakt verlangte die Corona-Krise den Mitarbeitern ab – angefangen damit, dass es für die Lkw-Fahrer plötzlich morgens keinen Kaffee mehr gab, weil die Kantine auf dem Firmengelände und potenzielle Lieferanten von jetzt auf gleich schließen mussten.

Zwei Azubis übernahmen es dann, die Fahrer ab fünf Uhr morgens mit gebührendem Sicherheitsabstand mit Kaffee zu versorgen – und dass fast zwei Monate lang. „Unsere Umsätze brachen durch Corona um 20 Prozent ein. Es hätte schlimmer können. Uns hat geholfen, dass wir sehr breit aufgestellt sind“, erklärte Hamperl. Das klassische Industriegeschäft und die internationalen Transporte brachen ein, dafür explodierte das Stückgeschäft, bei dem Zufall direkt Endkunden beliefert. Besonders häufig wurden in der ersten Jahreshälfte Grills, Kühlschränke, Pools und Trampoline geliefert. Wie sich 2020 entwickeln werde, lasse sich nicht abschätzen.

Ein Viertel der Büromitarbeiter wechselte ins Home-Office. Die Arbeit von der eigenen Wohnung aus wird es bei Zufall weiter geben – aber nur im Wechsel, also nicht dauerhaft. „Für die Teams ist es wichtig, dass sie regelmäßig zusammentreffen“, begründete Göbel.

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