Der Stadtstrand feierte am Samstag Eröffnung.
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Einen Stadtstrand gab es im Sommer 2020 schon einmal auf dem Jesuitenplatz in Fulda.

Impulse für Innenstadt

Zukunftswerkstatt: Stadt Fulda wünscht sich noch mehr Ideen von jungen Leuten - auch für Zeit nach Corona

  • Andreas Ungermann
    vonAndreas Ungermann
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Mit der Zukunftswerkstatt sammeln die Stadt Fulda und das Institut für Handelsforschung Köln (IFH) Ideen und Perspektiven für die Fuldaer Innenstadt. Der digitale Dialog ist rege und konstruktiv gestartet – dennoch besteht Potenzial.

Fulda - Stadtstrand mit Bar, wie schon im Sommer 2020 auf dem Jesuitenplatz in Fulda, und Kleinkultur-Bühnen, Fulda-App und Büchertelefonzellen, Fahrradverleih und bessere Busverbindungen, Wasserspielplätze und vermehrte Stadtbegrünung, Geschäfte mit attraktivem Angebotsmix und Markthalle. Das sind nur einige der Themen, die bislang auf der Internetplattform www.zukunftswerkstatt-fulda.de eingegangen sind.

Zukunftswerkstatt Fulda: Bühnen, Strand und Märkte für die Innenstadt

„Wir sind begeistert von den Rückmeldungen. Innerhalb von 24 Stunden nach der Vorstellung hatten wir bereits 100 Teilnehmende und rund 50 Beiträge auf der Ideenplattform“, bilanziert Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsleitung beim IFH Köln und sagt: „Die eingereichten Vorschläge werden auch viel kommentiert und gelikt. So viele Reaktionen und Interaktionen in dieser kurzen Zeit sind außergewöhnlich – und haben wir in diesem Ausmaß nicht erwartet.“

Zwar ist nach den ersten Tagen die Interaktion leicht abgeflaut, aber am Montag (12. April) um 13.30 Uhr zeigte der Zähler auf der Seite 102 Beiträge und 158 registrierte Nutzer. Den Austausch bezeichnet Stüber als „sehr konstruktiv in einer großen Breite“ an Themen und Wünschen. Potenzial sieht die Transformationsexpertin dennoch weiterhin.

„Wir haben noch lange nicht alle Zielgruppen erreicht – gerade die Ideen von und für Jugendliche und junge Erwachsene sind noch nicht richtig abgedeckt“, sagt sie. Entscheidend für die Zukunftswerkstatt sei es deshalb jetzt – gut eineinhalb Wochen nach dem Start – weitere Adressaten anzusprechen, um das Portfolio zu erweitern.

Bislang seien vor allem die Verbesserung der Aufenthaltsqualität, die Verkehrsanbindungen und Interaktionsmöglichkeiten im öffentlichen Raum wie etwa Spielmöglichkeiten in den Fokus gerückt worden. Auch die Verbindung zwischen Stadt und Natur, Begrünung und Wasser würden häufig thematisiert, bestätigt Stüber und fügt an: „Zudem merken wir, dass die Themen Nachhaltigkeit und Regionalität oft im Zusammenhang mit Märkten oder einer Markthalle angeführt werden.“

Fulda setzt bei Innenstadt-Entwicklung mit der Zukunftswerkstatt auf Bürgerbeteiligung

Fulda müsse nicht neu erfunden werden, manchmal sei ein Blick in andere Städte hilfreich. Zwar im Stadtbild nicht unbedingt sichtbar – abgesehen von einer ebenfalls angeregten Stadtführung per QR-Code –, aber von nachhaltiger Wirkung könnten digitale Lösungen sein. Auch solche wurden laut Stüber schon vorgeschlagen, etwa als Austauschfunktion, zur Orientierung oder als Plattform für den Handel.

„Die Stadt Fulda zeigt, dass sie bei dieser Form der Bürgerbeteiligung schon ganz weit vorne ist. Und es ist zu wünschen, dass sie so mutig bleibt“, resümiert die Transformationsexpertin. Ermutigt für den weiteren Prozess sieht sich indes auch die Stadt Fulda selbst. In der aus ihrer Sicht bislang guten Resonanz werde deutlich, „wie viele – und dabei ganz unterschiedliche – Menschen ernsthafte und konstruktive Ideen einbringen und wie sehr diesen engagierten Bürgern ihre Stadt Fulda und insbesondere die Innenstadt am Herzen liegt“.

Die bis dato geäußerten Ideen deckten sich mit Ansätzen und Konzepten, die auch von der Stadtverwaltung und dem Citymarketing entwickelt worden seien. Als Beispiel nennt Magistratspressesprecher Johannes Heller das Projekt, E-Bikes als Leihfahrräder anzubieten. Das sei bereits weit vorangeschritten. Mit Blick auf die Zukunft von Einzelhandel und Gastronomie sehe die Stadt den dringendsten Handlungsbedarf.

Video: Corona-Lockdown - Einzelhändler in Fulda fordern bei Demo Öffnung der Geschäfte

„Die kleinteilige Struktur mit vielen inhabergeführten Geschäften ist etwas, was Fulda von anderen Städten unterscheidet. Hier spielt natürlich das individuelle Einkaufsverhalten der Bürger eine wesentliche Rolle. Die Stadt kann mit kulturellen und gestalterischen Akzenten Anreize setzen, um den Menschen besondere Innenstadt-Erlebnisse zu ermöglichen, welche den Wert einer lebendigen und vielgestaltigen City immer wieder neu vor Augen führen“, erklärt Heller. 

Viele Vorschläge in der Zukunftswerkstatt zielten genau in diese Richtung: Stärkung der Innenstadt durch Stärkung der gesunden Strukturen, neue Impulse durch innovative Ideen; keine Denkverbote bei Überlegungen, wie alte Gebäude mit neuen Konzepten belebt werden können. Dabei wiesen manche Vorschläge weit über die Corona-Zeit hinaus und könnten wertvolle langfristige Impulse geben.

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