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Fuldaer Bischof ganz privat: Michael Gerber spricht über Glück, Luxus und Genuss

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Michael Gerber, der am heutigen Dienstag 100 Tage im Amt als neuer Bischof im Bistum Fulda ist, gab der Deutschen Presse-Agentur bei einem Gespräch Einblicke in sein Privatleben und seine Ansichten. Der jüngste leitende Bischof der katholischen Kirche in Deutschland sprach über Glücksgefühle, Luxus, Sport und Genuss.

1. Lebensstil: „Mir ist es wichtig, in lebendigen und tragfähigen Beziehungen zu stehen, in Freundschaften - auch wenn ich die Leute nicht so oft sehe. Mir sind Zeiten des Gebets und der Besinnung wichtig. Auch körperlicher Ausgleich hat Bedeutung. Mit Wandern, Radtouren oder Skifahren halte ich mich fit und innere Balance. Ich mag Ausdauersport. Dann bekomme ich den Kopf frei. Dabei fallen wir aber auch oft wichtige Predigt-Gedanken ein.“

2. Glücksgefühle: „In Gesprächen kann ich Glücksgefühle empfinden, wenn sich mir und meinem Gegenüber neue Horizonte auftun. Glück spüre ich auch, wenn ich mich körperlich richtig herausgefordert habe. Beim Wandern in den Alpen, wenn ich mal 1500 Höhenmeter bewältigt habe und der Körper richtig durchgepustet ist.“

3. Luxus: „In meinem Amt erfahre ich sehr viele Annehmlichkeiten, die andere nicht haben. Mir ist wichtig, damit verantwortungsvoll umzugehen. Es darf nicht mir persönlich dienen, sondern den Aufgaben, die ich besser erledigen kann. Ich habe zum Beispiel eine Sekretärin und einen Dienstwagen mit Fahrer. Ich bin aber auch mit der Bahncard 50 gern unterwegs, wenn es sich anbietet und praktisch ist.“

4. Genuss: „Genuss spüre ich, wenn ich mich gedanklich ganz einer Sache widmen kann, zum Beispiel eine Landschaft intensiv wahrnehmen. Deswegen bin ich zum Beispiel auch kein Freund von Fitnessstudios. Für mich gehört nicht nur Bewegung dazu, sondern die Bilder, die ich in einer Landschaft aufnehme. Sie prägen sich in meiner Seele ein. Die können mich die Woche über tragen. Auch das Nachkosten von Ereignissen kann ein Genuss sein, sich Momente des Tages vor Augen führen und sie nachempfinden. Das ist wie bei einem guten Wein. Der lebt auch von seinem Abgang.“

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