Foto: Volker Feuerstein

Fuldaer Maler Michael Mohr stellt in Frankfurt aus

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Frankfurt - Kunstfreunde wissen das: Wer die Praxis von Dr. Harald Schulte und Dr. Johannes Abel im Frankfurter Westend aufsucht, den erwarten seit 20 Jahren nicht nur die Internisten, sondern auch anspruchsvolle Kunst wie die des Fuldaer Malers Michael Mohr.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Feuerstein

Mit einer Vernissage wurde jetzt die 19. Ausstellung mit den Werken Mohrs in der Gemeinschaftspraxis eröffnet. Ungewöhnlich, aber auch faszinierend: Die Liste für die Werke – Öl und Acryl auf Holz und Karton oder Kohlezeichnungen – verweist auf Empfang, Wartezimmer, Treppenhaus und ersten Stock, um zu finden, was man sucht. Und man findet Werke, die auf der Schwelle zwischen Gegenständlichkeit und emotionalem, abstraktem Sehen vor allem Eindrücke wiedergeben, die von Form und Farbe leben.

Man wird an Wald- und Wiesenlandschafen erinnert, wie man sie im Vorbeifahren wahrnimmt, Farbe, Licht und Schatten ziehen sich waagerecht über den Untergrund. Wer sich lange genug hineinversenkt, gerät ganz schnell in natürliche Szenerien, die er schon lange zu kennen glaubt.

Malen unter Spannung

Mohr malt unter Spannung, die aus dem stimmungsvollen Moment entsteht, den Mohr einfangen will, wie ihm Dr. Eva Mongi-Vollmer vom Städel in ihrer Einführung zur Ausstellung bescheinigt. Er sucht den richtigen Ausschnitt beim passenden Licht, auch eine Frage der Zeit, die mitunter knapp wird.

Durch die in verschiedenen Lagen gespeicherten Arbeitsschritte haben die Werke eine überzeitliche Wirkung – vielleicht vergleichbar mit einer archäologischen Stätte, in der viele übereinanderliegende Zeitschichten ebenso spürbar sind wie eine fast unbeschreibliche Zeitlosigkeit.

1964 in Fulda geboren

Das trifft auch auf die „Silvesterbilder“ zu, Ergebnisse des letzten Mal-Aktes im Jahr, gefährdet durch mangelnde Planung und die hektische Suche nach einer reizvollen Komposition, in der die eigene Person wie ein Gast zu Besuch erscheint. Die Referentin findet zur Vernissage in der Praxis einen passenden Abschluss: Bei einem Arzt trägt analytische Sehen dazu bei, eine Diagnose zu erstellen, bei Michael Mohr transformiert es sich in Gemälde und Zeichnungen. Besucher können die medizinischen Diagnose mit Mohrs Analyse seiner Welt verbinden.

Der Künstler wurde 1964 in Fulda geboren, hat schon als Kind erste Selbstbildnisse gemalt, absolvierte in Fulda eine Malerlehre in einer Restaurierungswerkstatt und studierte dann an der Hochschule für Bildende Künste, Städelschule, in Frankfurt. 1990 erhielt er den Jahreskunstpreis des Frankfurter Vereins für Künstlerhilfe.

Ausstellung bis Ende des Jahres

Bekannt sind seine Wandmalereien in der St. Paulus-Kirche in Steinau an der Straße und die Ausmalung der St. Mariae Himmelfahrt-Kirche in Rommerz. Mohr hatte zahlreiche Ausstellungen in Fulda, Frankfurt und Wilmington in den USA. Der Künstler hält sich oft in Fulda und seinem Heimatort Großenlüder auf, wo er, wie in Frankfurt, eine Galerie besitzt. Mohr lebt und arbeitet in Frankfurt. Er ist als Archivar und Bibliothekar am Städel in Frankfurt beschäftigt.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Praxis in der Ulmenstraße 43 besichtigt werden. Sie läuft bis zum Ende des Jahres.

  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren